Dummy Training Hund

Viele Hundeschulen bieten Dummy Training an. Doch was hat es damit auf sich? Sind nur Jagdhunde für das Training geeignet, welche Vorteile bietet die Dummy Arbeit und welche Aufgaben werden absolviert? Wir haben uns mit diesen und weiteren Fragen an einen Experten gewandt. Andreas Stünkel aus dem Hundezentrum Kerpen gibt uns einen Einblick in die Dummy Arbeit.

Dummy Arbeit – mehr als Beschäftigung

Beim Dummy Training wird der Jagd-Alltag mit Hunden nachgestellt, ohne dabei echtes Wild verwenden zu müssen. Dabei lassen sich verschiedenste Übungen mit dem Dummy gestalten, wobei der Hund das Dummy immer zu seinem Besitzer zurückbringen soll. „Das Dummy Training bietet die Möglichkeit unsere Hunde, insbesondere jagdliche Rassen, ihren Anlagen entsprechend zu beschäftigen. Es festigt den Grundgehorsam, lastet Hunde körperlich wie auch psychisch aus und sollte Hund wie Besitzer Freude bereiten“, sagt der Hundetrainer Andreas Stünkel aus dem Hundezentrum Kerpen.

Neben der Beschäftigung, der Auslastung und der Freude am Arbeiten bietet das Dummy Training weitere Vorteile. Denn das Training kann an „den Ausbildungsstand des Hundes angepasst werden. Durch wechselnde Landschaften und Witterungsbedingungen wird auch ein sehr erfahrener Hund immer wieder mit neuen Aufgabenstellungen konfrontiert“, weiß der Dummy-Experte Herr Stünkel.

Dabei ist es wesentlich sicherer, mit einem Dummy zu arbeiten als Stöcke zu verwerfen. Da sich die Hunde an geworfenen Stöcken schwer verletzen können, sollten Hundehalter dies prinzipiell vermeiden.

Dummy Arbeit Hund

Training für jede Rasse

Ursprünglich wurde die Dummy Arbeit für Jagdhunderassen entwickelt, damit diese auch außerhalb der Jagdsaison trainieren konnten. Mittlerweile ist das Dummy Training zu einem beliebten Hundesport geworden und grundsätzlich für jeden Hund geeignet, der Freude am apportieren hat, sagt auch Andreas Stünkel. „Das Dummytraining ist eine wahre Charakterschule für den Hund. Selbstbewusste Hunde lernen sich zurückzunehmen, unruhige Hunde lernen abzuwarten, unsichere Hunde lernen selbstständig zu arbeiten.“

Apportieren – Grundlage der Dummy Arbeit

Der Hundetrainer Herr Stünkel berichtet aus seinem Dummy Training, dass der Trainingsaufbau je nach Alter und Veranlagung des Hundes variiert. „Beim Welpen z. B. geht es erst einmal darum, dass er lernt mir Gegenstände zuzutragen. Separat trainiere ich den Grundgehorsam und füge das später zusammen. Bei erwachsenen Hunden, die später mit dem Dummy Training anfangen, hängt es von der ‚Vorbelastung‘ ab. Oft ist das Apportieren an sich weniger problematisch. Der Grundgehorsam ist jedoch häufig nicht ausreichend.“

Voraussetzung für die Dummy Arbeit ist also nicht nur, dass der Hund gerne apportiert, sondern auch ein gewisses Grundgehorsam. Hier geben gute Hundetrainer Tipps und bauen das Training entsprechend dem Stand des Hundes auf. „Ob Welpe oder Quereinsteiger – grundsätzlich muss dem Charakter des Hundes Rechnung getragen werden“, weiß der Trainer aus dem Hundezentrum Kerpen.

Welpe Dummy apportieren

Ausstattung für das Dummy Training

Je nachdem, wie professionell man die Dummy Arbeit betreibt, ist eine gewisse Ausstattung nötig. Am wichtigsten sind natürlich die Dummies, die mit Kunststoff-Kügelchen gefüllten Leinensäckchen. Diese sind von unterschiedlichen Herstellern und in verschiedenen Größen erhältlich. Außerdem rät unser Experte zu einer Hundepfeife und Markierstäben. Eine Hundepfeife ist sinnvoll, um dem Hund auch über größere Distanzen Kommandos geben zu können. Die Markierstäbe dienen der Orientierung.

„Profis haben in ihrer Dummytasche meist noch Pulver oder Seifenblasen, um die Windrichtung zu bestimmen. Des Weiteren kann dann im fortgeschrittenen Training auch mit Dummy Launchern und Pistolen gearbeitet werden, denn bei Prüfungen werden die Dummies beschossen“ , sagt Andreas Stünkel.

Disziplinen des Dummy Trainings: Markierung, Einweisen, Suche

Dummy Training Hund einweisen

„Markieren: Hier wird das Dummy sichtig geworfen. Der Hund soll sich die Fallstelle möglichst genau merken und zielsicher apportieren.

Einweisen: Hier wird der Hund auf ein Dummy (Blind) eingewiesen. Er soll zunächst in gerader Linie vom Hundeführer in die von ihm gewiesene Richtung laufen. Gegebenenfalls wird der Hund dann noch auf Distanz durch Pfiffe und Handzeichen genauer eingewiesen.

(Freiverlorenen-) Suche: Hierbei wissen weder Hundeführer noch Hund wo sich die Dummies genau befinden. Der Hund sucht hier ein definiertes Gebiet (ca. 200 qm-500 qm – je nach Gelände und Witterung) seinem Instinkt folgend eigenständig ab. In der Regel wird nur vom Hundeführer eingegriffen, wenn der Hund das Suchgebiet verlässt.“

Fazit: Dummy Training für Anfänger und Profis

Egal ob Dummy-Anfänger oder Profi: Hund und Halter sollten Spaß an der gemeinsamen Arbeit haben. Dabei lassen sich auch Rassen, die ursprünglich nicht für die Jagd gezüchtet wurden, von der Dummy Arbeit begeistern. Durch die Vielfalt an Übungen wird der Grundgehorsam der Hunde trainiert, sie werden beschäftigt sowie körperlich und geistig gefordert. Je nachdem, wie professionell man das Dummy Training betreiben möchte, ist ein gewisses Equipment nötig. Wichtigster Trainingsgegenstand sind die Dummies, die heutzutage fast überall erhältlich sind. In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß beim Training mit Ihrem Hund.