Fellpflege bei Hunden - Expertentipps

Hunde sind unsere ständigen Begleiter. Egal ob beim Einkauf oder im Restaurant – meistens sind unsere Vierbeiner mit dabei. Deshalb sollen sie gut gepflegt sein. Auf die Pflege von Hunden haben sich Hundefriseure, die auch Groomer genannt werden, spezialisiert. futalis hat zwei Groomer nach ihrem Arbeitsalltag und Tipps für die Fellpflege befragt.

Ein Experte für die Fellpflege bei Hunden ist Jörg Fischer, Inhaber von „By Aramis Dog&Cat – Pflegesalon für Hunde + Katzen“ aus Apolda in Thüringen. Auch Ulrike Schubert ist Hundefriseurin. In ihrem Salon „Dogs an der Kö“ in Leipzig, sorgt sie nicht nur für gepflegte Hunde, sondern bildet sogar selbst Groomer aus. Da Fellpflege bei Hunden heutzutage so wichtig ist, beantworten diese Experten Fragen über den unterschiedlichen Pflegebedarf von Hunden, erzählen uns von ihrer Arbeit und geben hilfreiche Tipps für die Fellpflege in den eigenen vier Wänden.

Verschiedene Hunderassen – unterschiedlicher Pflegebedarf


Die Beschaffenheit und die Struktur des Fells sind bei jeder Hunderasse verschieden. Dabei unterscheidet man vier Grundhaartypen: Kurzhaar (z. B. Rottweiler, Beagle), Langhaar (z. B. Setter, Afghanischer Windhund), Rauhaar (z. B. Rauhaar-Teckel, Airedale Terrier) und Stockhaar (z. B. Deutscher Schäferhund, Spitz). Je nach Haartyp variiert der Pflegebedarf bei Hunden. „Die häufigsten Probleme bereiten den Hundehaltern Hunderassen mit mittellangem und langem Fell. Oftmals wird, bedingt durch ungeeignete Kämme und Bürsten bzw. die falschen Kämmtechniken, das Fell nur oberflächlich von Staub, Schmutz, abgestorbener Unterwolle/Haar befreit“, weiß Jörg Fischer.

Hundesalon: Fellpflege für Hunde Wird ein Hund nicht oft genug und nicht richtig gekämmt, können Verfilzungen entstehen, die nur noch schwer und mit speziellen Groomerwerkzeugen zu entfernen sind. Vor allem Hunde mit langem Fell müssen „regelmäßig gebürstet und gekämmt werden. Hunde mit wolliger Haarstruktur müssen auch öfter gebadet werden, da bei starker Verschmutzung ein Kämmen schwierig wird“, sagt Groomer Ulrike Schubert. Doch auch Hunde mit kurzem Fell brauchen unbedingt Pflege. Mit einer Bürste werden lose Haare entfernt und die Haut durchblutet. Wieder andere Rassen, vor allem rau- und drahthaarige wie der Airedale Terrier, müssen getrimmt werden, um abgestorbenes Deckhaar zu entfernen.

So arbeiten Hundefriseure


Der Inhaber des Pflegesalons „By Aramis Dog&Cat“ gibt einen Einblick in seinen Arbeitstag und beschreibt die Schritte bis zu einem „fertig frisierten Hund“ wie folgt:

1. „Anamnese“, d.h. der Besitzer wird nach Erkrankungen, Medikamenten und besonderen Verhaltensweisen des Hundes befragt.
2. Kontaktaufnahme mit dem Hund.
3. Inaugenscheinnahme von Fellbeschaffenheit und Hautzustand des Hundes.
4. Staub und Schmutzpartikel werden durch Kämmen und Bürsten entfernt, evtl. Trimmen je nach Hunderasse bzw. Fellstruktur.
5. Danach Waschen mit Pflegeshampoo sowie Pflegespülung.
6. Anschließend vollständige Trocknung des Fells mit Blower bzw. Handfön.
7. Danach der Schnitt bzw. Schur nach Rassestandard bzw. Kundenwunsch.
8. Krallen-, Augen- und Ohrenpflege.
9. Fell-Finish mit Ölen, welche Haut und Fell mit pflegenden Substanzen versorgen bzw. beruhigen.

Fellpflege zu Hause – Das gehört zur Grundausstattung


„Es wäre günstig, wenn man sich beim Erwerb eines Hundes intensiv mit der Fellpflege auseinandersetzt“, empfiehlt Ulrike Schubert, Inhaberin der Hundeboutique „Dogs an der Kö“. Sie erzählt weiter: „gute Ratschläge erhält man vom Züchter oder von einem ansässigen Hundefriseur. Beim Kauf der Grundausstattung rate ich meinen Kunden, den Hund mit ins Geschäft zu bringen, um Kamm oder Bürste auszuprobieren“.

Groomer Jörg Fischer weist ebenfalls darauf hin, dass Kamm und Hundebürste in keinem Haushalt fehlen sollten. „Ihr Hund profitiert in doppelter Hinsicht, denn durch die sanfte Massage beim Kämmen und Bürsten wird der Stoffwechsel zusätzlich angeregt.“ Wenn ein Hund gebadet wird, sollte dies „nur mit Hundeshampoos und Conditioner erfolgen, die auf die Bedürfnisse der Fellbeschaffenheit des Hundes abgestimmt sind. Um abgestorbene Unterwolle zu entfernen, ist das gebräuchlichste Werkzeug ein sogenannter Messerkamm (z. B. Furmaster, Furminator, Carding Striegel)“ , weiß der Inhaber des Pflegesalons „By Aramis Dog&Cat“.

Was bei der Fellpflege bei Hunden zu beachten ist


Fellpflege: Hund kämmen Bereits vor der Anschaffung eines Hundes, sollten sich Hundehalter mit dem Thema Fellpflege auseinandersetzen. Denn einige Hunderassen, wie Tibet Terrier, Bobtail und Bolonka Zwetna, benötigen mehr Pflege als andere. Damit es dann gar nicht erst zu Verfilzungen kommt, sollten Hunde regelmäßig gekämmt und gebürstet werden. Das dient nicht nur dazu, abgestorbene Haare zu entfernen, sondern fördert auch die Durchblutung. Aus diesem Grund sollten Hunde jeden Haartyps gepflegt werden.

Dazu gehört auch die Ohren-, Krallen- und Zahnpflege des Hundes. Damit sie sich die Fellpflege auch gefallen lassen, ist es ratsam die Tiere bereits frühzeitig an die Prozedur zu gewöhnen. Kennt sich der Hundehalter mit den rassespezifischen Felleigenschaften des Hundes aus, hat er die richtige Grundausstattung im Haus und gewöhnt seinen Hund langsam an das Kämmen und die Pflegemaßnahmen, steht einem gepflegten Hund nichts mehr im Weg.