Hunde können sich selbst heilen

Aus der modernen Tierhaltung ist die Veterinärmedizin nicht mehr wegzudenken. Wie aber überleben Tiere in der freien Wildbahn ohne das Zutun des Menschen? Forscher der University of California sind dieser Frage nachgegangen und haben analysiert, mit welchen Strategien sich Tiere versuchen selbst zu heilen. Hunde schützen sich beispielsweise instinktiv durch das Fressen von Gräsern und dem Lecken von Wunden vor Infektionen.



Im Laufe der Evolution haben Tiere Strategien entwickelt, um sich vor gesundheitlichen Risiken zu schützen und von Krankheiten zu heilen. Die Wissenschaft unterteilt sie deshalb in prophylaktische sowie therapeutische Maßnahmen. Auch bei Haustieren, wie den Hunden, sind diese lebenswichtigen Instinkte noch zu erkennen. Und das, obwohl Hunde bereits seit 12.000 Jahren vom Menschen gehalten und gepflegt werden.

Gräser, Kräuter und Speichel als Medizin


Die bekanntesten Beispiele stammen von Schimpansen und Hunden. Beide Tierarten bekämpfen Parasiten, wie Fadenwürmer, durch das Fressen von unverdaulichen Pflanzen. Durch den hohen Ballaststoffgehalt verstärkt sich die Bewegung ihrer Darmmuskulatur und säubert somit den Verdauungstrakt von den krankmachenden Schädlingen. Auch bei der Wundversorgung haben Tiere ihre eigene Arznei: Hunde lecken ihre verletzten Körperstellen. Durch die antibakterielle Wirkung ihres Speichels minimieren sie das Risiko einer Infektion. Laut den Wissenschaftlern tötet Hundespeichel Infektionserreger wie die Bakterien Escherichia Coli oder Streptococcus canis ab.

Von Immunisierung bis Quarantäne


Weitere Strategien zur Gesunderhaltung sind der instinktive Ansteckungsschutz von Jungtieren sowie das Vermeiden der Aufnahme von erkrankten Artgenossen in die Gemeinschaft. Um das Immunsystem neugeborener Tiere zu stärken, setzen Mütter ihre Jungen kleinen Dosen krankheitserregender Organismen aus. Dazu bringen sie sie frühzeitig mit anderen Gruppenmitgliedern in Kontakt. Fleischfresser schleifen die Beute für ihre Jungen nach dem Erlegen über die Erde.

An dieser Stelle könnten noch weitere Strategien aufgeführt werden. Die wichtigsten Verhaltensweisen für die Gesunderhaltung sind jedoch laut Forscherteam diejenigen, die vorbeugend wirken. Das Fernhalten und Eliminieren von Krankheitserregern und Schädlingen sowie Immunisierung sichern am besten die Gesundheit und damit das Überleben der Tiere.

Quelle: Hart, Benjamin L.: Behavioural defences in animals against pathogens and parasites: parallels with the pillars of medicine in humans. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B, vol. 1538, 2011, no. 1583, p. 3406-3417.