Hunde motivieren

Die wichtigste Voraussetzung für die Arbeit mit dem Hund ist Motivation. Das Tier muss einen Anreiz bekommen, sein Verhalten den Wünschen des Menschen anzupassen. Aber wie motiviere ich meinen Hund?

Um Motivation über positive Anreize beim Hund erzeugen zu können, müssen drei wichtige Punkte beachtet werden:
  • Es sollten Belohnungen eingesetzt werden, die für den Hund erstrebenswert sind.
  • Der Hund darf mit der Aufgabe nicht überfordert sein.
  • Er muss sich in der Situation, in der das Training stattfinden soll, wohlfühlen.

Futter als Belohnung


Zu den Belohnungen, die für den Hund erstrebenswert sind, können Futter, Streicheleinheiten, Lob über Körpersprache, verbales Lob, Spielen und Schweigen gehören. Die Motivation über das Futter ist meist am effektivsten. Die Hundetrainerin aus dem Leipziger Hundezentrum Bettina Krist empfiehlt in der Lernphase den Einsatz von Futter, das sich der Hund erarbeitet. „Dies schafft eine vertrauensvolle Bindung zum Hundeführer und zeigt dem Hund, dass wir für die Ressourcenverteilung zuständig sind“, sagt Bettina Krist.

Regeln bei der Futterbelohnung


Wird der Hund mit dem Futter belohnt, sollten Hundehalter allerdings ein paar Dinge beachten:
Es ist nicht entscheidend, ob ein Leckerli oder Futter gewählt wird, das der Hund besonders gerne mag. Vielmehr kommt es auf die Stimme und die Körpersprache des Hundehalters an, die den Hund zu einer Aktion motivieren. „Voraussetzung hierfür sind jedoch eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und Hund sowie für den Hund ein gut einschätzbarer und berechenbarer Hundeführer“, sagt Bettina Krist.

Die Hundetrainerin weist weiterhin darauf hin, dass auch das richtige Timing beim Belohnen mit Futter eine wichtige Rolle spielt: „Belohnen Besitzer ihr Tier zu spät, kann es der Hund nicht mit der Handlung verknüpfen.“ Wenn der Vierbeiner das Leckerli wiederum zu früh bekommt, lernt er nicht, das Kommando richtig auszuführen. Bei dem Befehl „Sitz!“ beispielsweise sollte der Hund nur dann belohnt werden, wenn er das Kommando richtig ausführt beziehungsweise richtig sitzt. Durch das Weglassen des Leckerlis soll der Hund lernen, dass das andeutende Sitzen nicht ausreicht, um belohnt zu werden.

Um die Gesundheit Ihres Hundes nicht zu gefährden, muss beim Einsatz von Futter als Belohnung bedacht werden, dass das Tier dabei zusätzliche Energie aufnimmt. Üblicherweise deckt schon die tägliche Ration im Napf den Energiebedarf. Zusätzliche Belohnungen sollten daher bei der Tagesration berücksichtigt werden, um Überversorgungen mit Nährstoffen zu vermeiden. Damit wird gewährleistet, dass der Hund nicht zu viel Energie aufnimmt, die mit der Zeit in Fettpolstern gespeichert wird.

Verbales Lob, Körpersprache, Streicheln und Spielen als Belohnung


Um ein Kommando zu erlernen, kann der Hund neben Futter auch durch Loben, die Körpersprache des Hundeführers, Streicheln und Spielen motiviert werden. Nach der Erfahrung von Bettina Krist ist das Arbeiten auf diese Weise für Hund und Hundeführer allerdings wesentlich schwieriger. Gründe dafür sind, dass diese Belohnungen oft keine Besonderheit für den Hund darstellen. Viele Vierbeiner bekommen jeden Tag liebevolle Streicheleinheiten und das Spielzeug ist immer frei verfügbar.

Auch verbales Lob erzeugt nicht bei allen Hunden die Motivation, etwas für den Menschen zu tun – spricht doch der Halter regelmäßig mit seinem Tier. Dennoch können diese Motivationsarten zu Trainingserfolgen führen. Sehr sinnvoll ist es, die verschiedenen Arten der Belohnung beim Hundetraining zu kombinieren und auf die individuelle Reaktion des Hundes zu achten. Wenn der Hund auf das Lob nicht reagiert und mit erwartungsvollem Blick auf eine andere Belohnung wartet, muss diese eingesetzt werden, um den Hund für weitere Aufgaben zu motivieren.