Die Ernährung von Schlittenhunden

Schlittenhunde sind faszinierend. Sie lieben weite Strecken und ziehen Schlitten problemlos durch den Schnee. Zurzeit kann man diesen tollen Sport wieder bei zahlreichen Schlittenhunderennen beobachten, zum Beispiel dieses Wochenende in Nassau im Erzgebirge, im Harz in Clausthal-Zellerfeld oder bei der Schlittenhunde Europameisterschaft in Haidmühle am 15.-17.Februar. Doch was unterscheidet den Schlittenhund von anderen Rassen und wie sieht seine Ernährung aus?

Die Bewegungs- und Arbeitsleistungen eines Sporthundes sind erheblich. Gerade Schlittenhunde haben einen enormen Energiebedarf – insbesondere bei extremen Temperaturbedingungen. Kein Wunder, sie erbringen höchste körperliche Leistungen. Neben Sprintrennen, die über Strecken von bis zu 60 Kilometern gehen, werden Mittelstreckenrennen mit 150 bis 500 Kilometern Länge veranstaltet und Langstrecken mit ca. 1000 Kilometern Länge. Die Berühmtesten sind das Iditarod in Alaska oder das Alpinrod.

Allein die Fakten lesen sich beeindruckend: Bei solchen Extremstrecken laufen die Hunde eine Geschwindigkeit von 16 Kilometern pro Stunde und das immerhin bei 10 bis 14 Stunden am Tag. Die körperlichen Fähigkeiten erlauben Schlittenhunden mit guter Veranlagung und optimalem Training in 24 Stunden einen Schlitten über 200 Kilometer zu ziehen. Mehr als 8.000 Kilokalorien verbrennt der Hund dabei. Das ist das Vierfache von dem, was ein erwachsener Mensch pro Tag verbraucht. Geeignet für eine solche Anstrengung sind Siberian Huskies, Alaskan Malamutes, Samojeden oder Grönlandhunde. Die unterschiedlichen Stressfaktoren tragen zur besonderen Anforderung an die Ernährung bei. Der Glykogengehalt in der Muskulatur sinkt während des Rennens deutlich ab – dafür steigt der Laktatspiegel an. Die Folge: Der tägliche Energiebedarf steigt bis zum drei- bis vier-Fachen des Erhaltungsbedarfs – bei extremen Wetterbedingungen sogar noch höher.

Unmittelbar vor einem Rennen landet bei Schlittenhunden nichts im Futternapf. Erst zwei bis drei Stunden nachdem das Rennen beendet wurde, dürfen sie etwas zu sich nehmen. Schlittenhunde brauchen viel Fett. Denn immerhin 20 bis 40 Prozent der Energie werden aus diesem Fett letztendlich gewonnen. Dadurch steigert sich ihr Leistungsvermögen, da der Hund wegen der höheren Energiedichte ein geringeres Futtervolumen aufnehmen muss. Damit dies problemlos möglich ist, muss sich der Stoffwechsel des Tieres bereits vorher an ein fettreiches Futter gewöhnt haben. Mit Kohlenhydraten sollte man sparsam umgehen, da diese den Muskelzellen schaden und zudem das Risiko von stressbedingten Verdauungsstörungen steigern. Auch Zucker sollte sparsam eingesetzt werden – je länger die Strecke desto geringer. Ganz im Gegenteil zu Protein: Das Rohprotein muss angehoben werden, um Muskelschäden oder einer Blutarmut vorzubeugen. Und zu guter Letzt braucht der Hund noch viel Wasser.

Hundeschlitten sind die traditionellen Fortbewegungsmittel vieler Völker nördlicher Regionen. Mittlerweile bieten viele Regionen in Deutschland Hundeschlittenfahren für Touristen an. Ein unvergessliches Erlebnis, bei dem man nicht nur jede Menge Spaß hat, sondern auch viel über den Hund, seine Ernährung und sein Verhalten lernt.

Euer Team von futalis