Weltgesundheitstag bei futalis unter dem Motto Bluthochdruck

Im Rahmen des Weltgesundheitstages, wollen wir euch ans Herz legen, wie wichtig die Gesundheit von Mensch und Tier ist. Das Motto in diesem Jahr ist Bluthochdruck. Bei Hunden mit Herzinsuffizienz ist Bluthochdruck eine häufige Begleiterscheinung.

Von einer Herzinsuffizienz spricht man, wenn das Herz zu schwach ist, um genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Der Körper wird dadurch nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, es kommt zu einer Verengung der Blutgefäße und Bluthochdruck entsteht. Es gibt unterschiedliche zugrundeliegende Ursachen: angeborene Herzerkrankungen, erweiterte Herzkammern, Herzklappenerkrankungen oder Kardiomyopathien, also Erkrankungen des Herzmuskels selbst.

Häufige Symptome sind vermehrtes Husten, Leistungsschwäche, Atemstörungen oder Ödeme (Wassereinlagerungen im Körper). In manchen Fällen kann es zu plötzlichen Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen.

Sollte man Anzeichen einer Herzinsuffizienz bei seinem Hund erkennen, ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich. Als Prophylaxe empfehlen sich regelmäßige Untersuchungen, sowie eine gesunde, bedarfsangepasste Ernährung.

Durch die gestörte Funktion des Herzmuskels kann es zu einer Minderdurchblutung von Organen und Gewebe kommen. In den Nieren kann dies zu einer Störung der Natrium- und somit der Wasserausscheidung führen. Folge ist eine Wasseransammlung im Körper und den Organen. Wesentlicher Faktor bei der diätetischen Behandlung betroffener Hunde ist daher eine Reduktion der Natriumzufuhr mit dem Futter [1]. Handelsübliche Standardfuttermittel haben häufig einen erhöhten Natriumgehalt, und insbesondere kleine Hunde sind somit deutlich überversorgt. Bei Hunden mit Herzproblemen stellt dies ein erhöhtes Risiko dar. Ein spezielles Diätfuttermittel zur Unterstützung der Herzfunktion sollte daher optimal auf den Natriumbedarf angepasst werden, um den Körper zu entlasten. Viele Snackartikel oder Wurst weisen einen hohen Gehalt an Natrium auf und sollten bei Herzpatienten unbedingt gemieden werden. Bei konsequenter natriumarmer Ernährung können einige Symptome gemindert und somit das Wohlbefinden betroffener Tiere gesteigert werden.

Je nach Ernährungszustand des Tieres sollte die Energiezufuhr angepasst werden. Übergewicht begünstigt Herzerkrankungen und belastet Körper und Kreislauf. In dem Fall sollte durch eine Reduktionsdiät das Idealgewicht angestrebt werden. Herzerkrankungen können zudem jedoch eine katabole Stoffwechsellage begünstigen, das bedeutet einen Abbau von Körpersubstanz und einen erhöhten Energiebedarf. Die Zufuhr sollte daher individuell auf den Hund angepasst werden.

Nährstoffe, die bei herzkranken Hunden ergänzt werden sollten, sind Antioxidantien wie Vitamin E und Selen. Die vermehrte oxidative Belastung mit Sauerstoffradikalen kann durch eine solche Zugabe vermindert werden, der Herzmuskel wird somit geschützt [3].

Bei speziellen Fällen einer Herzerkrankung, kann ein Carnitinmangel im Herzmuskel festgestellt werden. Da Carnitin bei dem Energiestoffwechsel eine wichtige Rolle spielt, sollte dies bei erkrankten Hunden im Futter ergänzt werden. [3]

Einige Hunderassen, wie zum Beispiel Neufundländer, Cocker Spaniel und Golden Retriever können einen Mangel an Taurin aufweisen. Dies kann im Zusammenhang mit einer dilatativen Kardiomyopathie stehen [5]. Bei betroffenen Rassen sollte daher präventiv eine Zulage zum Futter erfolgen.

Es ist daher ratsam, den individuellen Nährstoffbedarf des Hundes mithilfe einer Rationsberechnung zu ermitteln und die Ernährung auf diesen Bedarf anzupassen. Mit einer solchen maßgeschneiderten Ernährung bieten Sie Ihrem Hund die optimale Unterstützung.





Wissenschaftliche Studien

[1] BARGER et al. (1995): Relationship between exchangeable sodium and rate of sodium excretion in dogs with experimental valvular lesions of the heart. Am J Physiol. 180(2):387-91.
[2] Freeman et al. (2003): Evaluation of dietary patterns in dogs with cardiac disease. J Am Vet Med Assoc. 223(9):1301-5.
[3] Freeman et al. (2005): Antioxidant status and biomarkers of oxidative stress in dogs with congestive heart failure. J Vet Intern Med. 19(4):537-41.
[4] Keene et al. (1991): Myocardial L-carnitine deficiency in a family of dogs with dilated cardiomyopathy. J Am Vet Med Assoc. 198(4):647-50.
[5] Fascetti et al. (2003): Taurine deficiency in dogs with dilated cardiomyopathy: 12 cases (1997-2001). J Am Vet Med Assoc. 223(8): 1137-41.