Zahnpflege beim Hund

Viele Hunde leiden unter Zahnproblemen. Zwei Experten geben Auskunft über die häufigsten Erkrankungen, deren Entstehung und wie man vorbeugen kann. Frau Saskia Hintze der Tierarztpraxis Schneidersgarten in Magdeburg mit dem Schwerpunkt Zahnheilkunde und Dr. Jörg Rottmayer der tierärztlichen Praxis für Haus- und Heimtiere in Leipzig berichten von ihren Erfahrungen und geben praktische Tipps, wie Sie die Zahngesundheit Ihres Hundes fördern können.

Häufige Zahnprobleme bei Hunden


Unter welchen Zahnproblemen Hunde leiden, ist unter anderem abhängig von der Rasse und dem Alter der Tiere. Dr. Jörg Rottmayer, zu dessen Fachgebiet die Tierzahnheilkunde zählt, weiß aus seinem Praxisalltag, dass Zahnstein, Zahnfrakturen und Gebissfehlstellungen bei Junghunden sowie Probleme beim Zahnwechsel die häufigsten Zahnprobleme bei Hunden sind.

Zahnprobleme bei Hunden Frau Saskia Hintze beschreibt näher: „Junge Hunde haben häufig Zahnfehlstellungen, persistierende Milchzähne (nicht ausgefallene Milchzähne), Zahnschmelzmissbildungen und am häufigsten Zahnfrakturen, da der Zahn noch nicht so stabil ist wie bei älteren Hunden“. Ursache für diese Zahnfrakturen sind unter anderem Zusammenstöße mit Gegenständen oder das Kauen auf Steinen. Auch die Gabe von Knochen, wie Markknochen, kann zu Zahnfrakturen führen, da diese zu hart für die Zahnsubstanz sind und deshalb zu solchen Schäden führen können.

„Kleine Rassen neigen stark zu Parodontalerkrankungen. Durch Plaque, und später auch Zahnstein, kommt es zur Schädigung des Zahnhalteapparates. Diese Schädigung ist irreversibel und schreitet unbehandelt immer weiter fort, bis zum Zahnverlust. Der Weg dahin ist von Entzündung, und damit einer Belastung für den ganzen Organismus, und Schmerzen geprägt. Daher ist eine gute Zahnhygiene und ein regelmäßiger Check bei einem zahnerfahrenen Tierarzt unabdingbar“, sagt Saskia Hintze der Tierarztpraxis Schneidersgarten. Doch welche Hunderassen sind am häufigsten von solchen Zahnproblemen betroffen?

Einige Hunderassen neigen verstärkt zu Zahnproblemen


Frau Hintze weiß aus ihren Erfahrungen in der Tierzahnheilkunde, welche Hunderassen zu welchen Zahnproblemen neigen: „Zahnfrakturen sieht man vor allem bei großen Rassen. Häufig sind es Schäferhunde, Labrador Retriever etc. Sie sind im Junghundealter agiler und haben vor allem mehr Beißkraft als Hunde kleinerer Rassen“.

Ein anderes Problem sind die sogenannten Retentionszysten. Hierbei führt ein Platzmangel im Kiefer dazu, dass nicht alle Zähne durchbrechen können. „Die im Kiefer liegenden Zähne bilden Flüssigkeit und es kann, bei Nichtentdecken der Zysten, zu Kieferfrakturen im Unterkiefer oder sogar zur Verlegung der Atemwege (Nasenhöhle) im Oberkiefer kommen. Von dieser Erkrankung sind vor allem bzw. fast ausschließlich sogenannte brachyzephale Hunderassen (kurzköpfige Rassen) betroffen. Am meisten der Mops, gefolgt von Boxern und dann Französischen und Englischen Bulldoggen“, sagt Tierärztin Saskia Hintze.

Zahnfehlstellungen, zu viele oder zu wenige Zähne sind weitere Probleme. Haben die Zähne des Hundes zu wenig Platz oder stehen sie nicht in normaler Ausrichtung, stört dies die Selbstreinigung. Plaque wird durch die normale Kaubewegung nicht abgerieben und es kommt zur Bildung von Zahnstein. Auch hier sind die brachyzephalen Rassen, wie der Mops, aber auch andere kleine Hunderassen besonders betroffen. „Man kann sich aber hier nicht direkt auf eine Rasse festlegen, denn häufig liegt eine erbliche Ursache vor. Vererbt werden die Zusammensetzung des Speichels und die Stellung der Zähne“, sagt Dr. Jörg Rottmayer. Doch was ist Zahnstein und wie entsteht er?

Zahnstein bei Hunden – Ursache und Vorbeugung


Zahnstein bei Hunden vorbeugen

Durch die tägliche Aufnahme von Futter entstehen auf der Zahnoberfläche des Hundes Zahnbeläge, diese werden Plaque genannt. Durch die Einlagerung von Mineralien entwickelt sich mit der Zeit, aus den übermäßigen Belägen, harter Zahnstein. Bakterien verursachen dann üblen Mundgeruch beim Hund, greifen das Zahnfleisch an und führen zu Zahnfleischentzündungen.

Frau Hintze der Tierarztpraxis Schneidersgarten rät: „Die Bildung von Plaque sollte verhindert werden. Plaque bildet sich innerhalb von 24 Stunden neu, daher muss der Besitzer hier am Ball bleiben. Bei großen Rassen mit einer guten Selbstreinigungsfunktion der Zähne reicht es häufig, die Kauaktion des Hundes zu fördern. Trockenfutter oder auch Kauartikel helfen die Plaque zu beseitigen. Auch spezielles Spielzeug regt das Kauen an. Das Beste ist aber immer noch, vor allem bei kleineren Rassen, das tägliche Zähneputzen“.



Zähneputzen beim Hund


Zähneputzen beim Hund

„Ab dem Welpenalter sollte man Zähneputzen. So kann sich der Hund an die tägliche Prozedur gewöhnen. Ist ein Hund schon älter, wird es schwierig ihn daran zu gewöhnen. Mit einem Welpen kann man das spielerisch trainieren“, weiß Dr. Rottmayer. Zu empfehlen ist eine Doppelkopfzahnbürste für Hunde, die die Reinigung der Zähne leichter und effektiver macht.

„Als Zahnpaste sollte man immer spezielle Hundezahnpasta nutzen. Die enzymatischen Pasten mit Fleischgeschmack mögen Hunde meist sehr gerne. Sie haben durch die enthaltenen Enzyme einen plaquereduzierenden Effekt. Wichtig ist, nicht nur vorne zu putzen, sondern auch die großen hinteren Backenzähne zu erreichen“, sagt Frau Saskia Hintze.

Regelmäßige Kontrollen durch den Hundehalter, tierärztliche Untersuchungen und vorbeugende Maßnahmen, wie das tägliche Zähneputzen, fördern die Zahngesundheit von Hunden, sodass Zahnproblemen und deren unangenehmen Folgen vorgebeugt wird.

Auch mit dem richtigen Futter können Sie Zahnstein beim Hund vorbeugen. futalis setzt funktionale Inhaltsstoffe wie Eukalyptusöl und Zinksulfate ein, die antibakterielle Eigenschaften aufweisen und Zahnbeläge reduzieren können [1, 2].



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Wissenschaftliche Studien

[1] Hu et al. (2010): The effects of a zinc citrate dentrifice on bacteria found on oral surfaces. Oral Health Prev Dent. 8(1): 47-53.
[2] Takarada et al. (2004): a comparison of the antibacterial efficacies of essential oils against oral pathogens. Oral Microbiol Immunol. 19(1): 61-4.