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Knochen für Hunde: Nutzen und Risiko der Fütterung

Die Knochenfütterung für Hunde wird sehr kontrovers diskutiert. Hier erfahren Sie, was Sie bei der Fütterung von Knochen beachten müssen.


Risiken bei der Knochenfütterung

Knochen bestehen größtenteils aus Bindegewebe, enthalten darüber hinaus aber auch große Mengen an Mineralstoffen - insbesondere Kalzium in sehr großen Mengen, aber auch Phosphor, Magnesium und Zink. Markknochen und fleischige Knochen tragen außerdem zur Energieversorgung bei. Knochen werden häufig eingesetzt, um mineralstoffarme Futterrationen zu ergänzen, aber auch zur Zahnpflege oder Beschäftigung des Hundes. Dabei ist zu beachten, dass man nicht genau abschätzen kann, in welchem Umfang Mineralstoffe tatsächlich aus dem Knochen herausgelöst und in den Stoffwechsel aufgenommen werden können. Die genaue Versorgung mit beispielsweise Kalzium ist also ungewiss.

Knochen für Hunde

Werden zu große Knochenmengen verzehrt, besteht ein erhöhtes Risiko für Überversorgungen mit Mineralstoffen sowie für Verstopfungen durch den sogenannten „Knochenkot“. Harte oder splitternde Knochen erhöhen außerdem das Risiko für Zahnfrakturen und Verletzungen in der Maulhöhle und in den inneren Verdauungsorganen. Wie viel Knochen ein Hund verträgt, hängt im Wesentlichen von seiner Größe und seinem Alter ab, von der Art des Knochens, aber auch von der Zusammensetzung des übrigen Futters, das er bekommt.


Mit Knochenfütterung den Kalziumbedarf decken?

Wenn man davon ausgeht, dass die verfütterte Knochenmenge eine mineralstoffarme Ration – beispielsweise eine Frischration aus Fleisch und Gemüse – für einen ausgewachsenen Hund ergänzen soll, wird täglich eine Menge von 0,5 bis 1 g Knochen je kg Körpergewicht des Hundes empfohlen, um den Kalziumbedarf zu decken. Ausgehend von einer vollständigen Verwertung und Resorption im Darm, genügen für einen großen Hund mit 45 kg Körpergewicht beispielsweise täglich 35 g Kalbsknochen, ein kleinerer Hund mit 10 kg Körpergewicht wäre bereits mit 8 g Kalbsknochen pro Tag ausreichend mit Kalzium versorgt. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass ein Kalbsknochen von etwa 30 cm Länge mehr als 1 kg wiegt.

Fleischige Knochen oder frische Hühnerhälse enthalten weniger Mineralstoffe und werden deshalb in größerer Menge zur Deckung des Kalziumbedarfs benötigt – je nach Knochen- und Fleischanteil. Da der Hundedarm nur begrenzte Mengen an Kalzium auf einmal aufnehmen kann, sollte die benötigte Menge jeden Tag zur Verfügung gestellt werden, anstatt beispielsweise einmal pro Woche ein größeres Stück Knochen zu verfüttern, das den gesamten Wochenbedarf decken soll. Dadurch wäre die tatsächlich aufgenommene Menge an Mineralstoffen kaum abschätzbar, und außerdem würde ein erhöhtes Risiko für Verstopfungen bestehen, wenn die nicht aufgenommenen Mineralstoffe als „Knochenkot“ wieder ausgeschieden werden.


Gefahr einer Überversorgung mit Kalzium

Wird der individuelle Bedarf nicht berücksichtigt und zu viel Kalzium zur Verfügung gestellt, können Überversorgungen die Folge sein – beim ausgewachsenen Hund sind hier insbesondere Harnsteine zu nennen, die durch eine erhöhte Ausscheidung überschüssiger Mineralstoffe über die Nieren und die Blase entstehen, aber auch Störungen im Knochenstoffwechsel können auftreten. Insbesondere, wenn der Hund bereits mit dem übrigen Futter Kalzium erhält, beispielsweise durch einen Rest-Knochenanteil im verfütterten Fleisch, Eierschalen oder Mineralstoffpulver, ist die Menge an zusätzlichen Knochen dementsprechend zu reduzieren. Gerade bei Verabreichung von Fertigfutter (Alleinfuttermittel für Hunde) ist eine zusätzliche Zufuhr von Kalzium nicht notwendig und nicht empfehlenswert.

Soll der Hund nur ab und an längere Zeit mit Kauen beschäftigt sein, kann die Verwendung von sehr großen, harten, nicht splitternden Knochen eine Lösung sein, wenn sie vom Hund nur wenig benagt und nicht aufgefressen werden. Aber auch hier besteht immer das Risiko von Zahnfrakturen, das zu berücksichtigen ist.


Welche Menge an Knochen kann gefüttert werden?

Im Vergleich zum ausgewachsenen Hund ist der Bedarf an Kalzium bei Welpen und Junghunden im Wachstum sowie bei trächtigen oder säugenden Hündinnen deutlich höher. Der Bedarf hängt bei diesen von vielen Faktoren ab, insbesondere dem Alter und der Hundegröße (Rasse), bei Zuchthündinnen auch von der Welpenzahl und Laktationswoche. Eine pauschale Aussage darüber, wie viel Knochen ein wachsender Hund oder eine Zuchthündin pro Tag zu sich nehmen kann, ohne Unter- oder Überversorgungen zu verursachen, ist deshalb nicht möglich.

Bei Junghunden wird Kalzium auch in größeren Mengen im Darm resorbiert als bei ausgewachsenen Hunden und sie sind dadurch weniger vor Überversorgungen geschützt. Außerdem hat eine Fehlversorgung mit Kalzium im Wachstum oder in der Trächtigkeit bzw. Laktation weitaus schwerwiegendere Folgen für den Knochenaufbau und die Skelettreifung der Welpen als beim ausgewachsenen Hund. Auch die Verletzungsgefahr durch Knochen ist bei Welpen deutlich erhöht. Deshalb sollte auf eine Knochenfütterung bei Welpen und Junghunden nach Möglichkeit verzichtet werden und die Mineralstoffversorgung bedarfsgerecht durch ein ausbalanciertes Mineralpulver oder durch bedarfsangepasstes Fertigfutter gesichert werden. Eine detaillierte Rationsberechnung mit Berücksichtigung aller Hundeeigenschaften ist deshalb bei Welpen dringend anzuraten.



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