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futalis Ernährungskonzept

Osteochondrosis dissecans - OCD beim Hund

Osteochondrosis dissecans (OCD) ist eine Entwicklungsstörung des Skeletts von Hunden. Diese betrifft vor allem große und schwere Hunderassen. OCD hat je nach Schwere und Zeitpunkt der Diagnose möglicherweise bereits irreversible Folgen und stellt so eine signifikante Einschränkung für den Hund und somit auch den Hundehalter dar. Bei der Entstehung einer OCD können mehrere Faktoren beteiligt sein. Wichtig sind Überbelastung aber auch Ernährung.


Was ist OCD beim Hund?

Die OCD ist eine degenerative Störung der Knorpelbildung und der Verknöcherung des Knorpels, der sogenannten enchondralen Ossifikation, in den Gelenken von Hunden. Der Gelenkknorpel wächst aus unterschiedlichen Gründen bis zu einer Stärke heran, dass der Knorpel nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden kann. Die Versorgung des Gelenkknorpels mit Nährstoffen findet über die Gelenkflüssigkeit (Synovia) statt. Die Nährstoffe werden über Diffusion im Knorpel verteilt. Erreicht der Knorpel eine bestimmte Dicke, funktioniert dieser Mechanismus nur noch unzureichend oder überhaupt nicht mehr. Die Knorpelzellen sterben ab. Durch starke mechanische Einwirkungen können sie sich vom Knochen lösen. Gleichzeitig ist die Verknöcherung des Knorpels gestört, das Längenwachstum des Knochens ist verzögert, er ist „zu kurz“. Lösen sich vom Knorpel noch Fragmente ab, bezeichnet man diesen Zustand als OCD.

Die Fragmente können teilweise mit dem Knorpel verbunden bleiben oder können auch frei beweglich im Gelenk sein. Die Fragmente werden als Dissekat bezeichnet. Das Phänomen kennt man in der Alltagssprache auch unter der Bezeichnung "Gelenkmaus". Die Dissekate können im Gelenk mineralisieren und auch verknöchern. Gleichzeitig führt der Kontakt der Synovia mit dem Knochen zu einer Entzündung, diese greift den Knochen an, welcher an der Ablösestelle des Dissekats bloßliegt. Das Dissekat und die Entzündung schränken die Beweglichkeit des Gelenks ein und führen zu Schmerzen bei der Bewegung.

Besonders große Hunde sind von der OCD betroffen

Die OCD kommt vor allem in den Schultergelenken, den Ellenbogen und den Knie- und Sprunggelenken vor. Mit Abstand am häufigsten, ca. 74 %, tritt sie im Schultergelenk auf. Meist sind die Gelenkköpfe betroffen, welche in den Gelenkpfannen liegen. Die Krankheit tritt durchschnittlich im Alter von 4-7 Monaten auf. Die Diagnose erfolgt meist erst später, im 6.-8. Lebensmonat.


Warum entsteht OCD? Die Ursachen

Die Ursachen der OCD sind nicht vollständig geklärt. Klar ist aber, dass es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt.


Rassezugehörigkeit

Ein wichtiger Faktor ist die Rassezugehörigkeit eines Hundes. Bei einigen Rassen tritt die Krankheit gehäuft auf, weswegen eine genetische Disposition, also erbliche Vorbelastung, angenommen wird. Zu den betroffenen Rassen zählen: Deutsche Dogge, Deutscher Schäferhund, Belgischer Schäferhund, Neufundländer, Rottweiler, Deutscher Boxer, Labrador Retriever sowie Golden Retriever. Aber auch Hunde anderer und auch kleinerer Rassen können eine OCD entwickeln.


Verletzungen und Biomechanik

Als ein weiterer und wichtiger Faktor werden Traumata und biomechanische Faktoren betrachtet. Da die OCD vor allem in stark beanspruchten Gelenken entsteht, wird hier ein Zusammenhang angenommen. Die betroffenen Gelenke müssen während der normalen Bewegung bereits enorme Kräfte aufnehmen. Werden die Gelenke zusätzlich überbelastet, durch langes und wildes Spielen mit abrupten Richtungswechseln und schnellem Beschleunigen beispielsweise, so werden diese Kräfte und ihre Wirkung auf die entsprechenden Gelenke vervielfacht.


Ernährung

Als weiterer Faktor gilt eine falsche Ernährung des Hundes. Eine Überversorgung mit Energie fördert die OCD. Der Hund wächst hierdurch zu schnell, und legt somit mehr Gewicht zu, als für das Skelett im momentanen Entwicklungsstand gut ist. Das Resultat ist eine Überbelastung der Gelenke.

Auch ein falsches Verhältnis von Kalzium, Phosphor und Vitamin D fördert eine OCD. Durch ein falsches Verhältnis dieser Stoffe und vor allem einen zu hohen Anteil von Kalzium, resultiert ein zu hoher Anteil von Calcitonin im Blut. Dieses reguliert den Kalziumhaushalt im Körper des Hundes. Ein Nebeneffekt dieses Hormons ist, dass die Reifung der Knorpelzellen verzögert wird. Somit wird der Knorpel, insbesondere an den Gelenken, dicker. Diese Verdickung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Teile des Knorpels nicht mehr versorgt werden können und absterben.


Hormonelle Unausgeglichenheit und Blutunterversorgung

Als weitere Faktoren bei der Entstehung der OCD werden hormonelle Imbalancen und Durchblutungsstörungen vermutet. Ein bestimmtes Hormon erhöht die Teilungsrate der Knorpelzellen. Wenn dieses im Überschuss vorhanden ist, wächst der Knorpel schneller, was wiederum dessen Dicke erhöht. Eine Durchblutungsstörung, als Folge einer Fehlentwicklung in einem frühen Entwicklungsstadium des Hundes, führt zu einer Unterversorgung des Knorpels. Dies wiederum stört die Verknöcherung im normalen Zuge des Wachstums.


Symptome einer OCD und die Diagnose

Das wichtigste Symptom ist die Lahmheit des Hundes. Wenn der Gang des Hundes unsauber ist, er weniger Lust auf Bewegung hat oder gar bestimmte Bewegungen ganz meidet und die Gelenke angeschwollen sind, kann dies ein Anzeichen für OCD sein. OCD ist aber nur eine mögliche Erkrankung der Gelenke. Es ist daher unerlässlich, eine genaue Diagnose beim Tierarzt zu erstellen.

Der Tierarzt diagnostiziert eine OCD indem er zuerst die Gelenke bewegt und so feststellt, ob der Hund hierbei Schmerzen hat. Im Anschluss wird über bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Magnetresonanztomographie (MRT) eine Diagnose gestellt. Alternativ kann auch über eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) eine Diagnose erfolgen. Hierbei wird ein Endoskop über einen kleinen Schnitt in das Gelenk geführt, der Tierarzt kann so einen Eindruck des Gelenkzustands erlangen.


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→ OCD beim Hund - Behandlung & Vorbeugung