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Sozialisierungsphase beim Hund: Was Ihr Welpe jetzt kennenlernen sollte

Welpen werden in der Regel nach der achten Lebenswoche vom Züchter abgegeben. In dieser Zeit beginnt die Sozialisierungsphase, die ungefähr bis zur 12. Woche andauert und in der der Hund besonders schnell lernt. Was Ihr Welpe in dieser Zeit kennenlernt, wird ihn maßgeblich prägen. Welche Erfahrungen er in dieser Zeit machen sollte und was dabei zu beachten ist, lesen Sie hier.


Den Alltag kennenlernen

In der Sozialisierungsphase sollten Welpen behutsam alles kennenlernen, was ihnen auch später im Alltag begegnen wird. Das fängt bereits im Haushalt an: Staubsauger, Fernseher, Mixer und andere Küchengeräte sollte der Welpe wahrnehmen können, damit er später keine Angst bekommt. Neben Dingen im Haus oder in der Wohnung gibt es auch draußen viel zu entdecken. Autos, Straßenbahnen, Busse und belebte Kreuzungen sollte der Welpe in Ruhe beobachten dürfen.

Auch das Autofahren sollte in dieser wichtigen Phase mehrmals erfolgen. Einigen Welpen fällt das Autofahren nicht leicht oder ihnen wird sogar übel. Dann hilft es, nur ganz kurze Strecken zu fahren oder sich auch mal ins Auto zu setzen ohne loszufahren. Auch eine Station mit Bus und Bahn zu fahren, hilft dem Welpen, sich als erwachsener Hund in dieser Situation nicht allzu unwohl zu fühlen.

Sozialisierungsphase beim Hund

Ebenso sollten Welpen Menschen jeden Alters sowie andere Tiere kennenlernen. Um später sicher durchs Leben gehen zu können, ist es hilfreich, wenn der Welpe die Erfahrung macht, dass von Kindern, älteren Menschen, Pferden, Ziegen oder anderen Tieren keine Gefahr ausgeht.

Wie viel und wie oft sollte man Welpen Neues zeigen?

Wichtig ist es, den Welpen nicht zu überfordern. Hier muss jeder Hundehalter das richtige Maß für seinen Welpen finden. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass ein Welpe nicht täglich mit Kindern in verschiedenen Altersstufen spielen muss, um ihn auf Kinder zu sozialisieren. Ein fünfzehnminütiger Besuch in einem Park, bei dem der Welpe Menschen und Tiere beobachten kann, reicht aus. Ebenso müssen Hundehalter nicht eine Stunde mit der Straßenbahn fahren, um den Hund an den Verkehr zu gewöhnen – ein bis zwei Haltestellen reichen aus.

Je nach Wohnumgebung muss der Welpe mit neuen Situationen konfrontiert werden. Wohnt man eher ländlich, ist es sinnvoll, mindestens einmal in der Woche für 15 Minuten in eine etwas belebtere Umgebung zu fahren. Dabei sollten Hundebesitzer immer auf die Signale ihres Welpen achten. Ist der Welpe gestresst, sollte die Übung verkürzt werden.

Andere Hunde und das Spiel mit Artgenossen

Natürlich sollte der Hund in der Sozialisierungsphase auch viele positive Kontakte mit Hunden verschiedenen Alters sammeln können. Mit einem Welpen jedoch täglich auf die Hundewiese zu gehen, ist nicht nötig und kann sogar schädlich sein. Lieber lässt man einen Welpen nur kontrolliert spielen, entweder mit ungefähr gleichaltrigen und gleichgroßen Hunden (am besten in einer guten Welpengruppe) oder mit etwas ruhigeren erwachsenen Hunden. Dringend sollte man Welpen davor schützen, auf Hundewiesen von großen Hunden überrannt zu werden, da das den Gelenken schaden kann und der Hund so schlechte Erfahrungen sammelt, die ihn negativ prägen können.

Was tun, wenn der Welpe Angst hat?

Gerade Welpen reagieren vorsichtig, wenn sie etwas Neues sehen. Hängt zum Beispiel eine Tüte in einem Baum, die da zuvor nicht war oder stehen plötzlich Mülltonnen vor der Tür, kann das einen Welpen irritieren. Wichtig ist es, als Mensch souverän zu reagieren und den Hund langsam an die Gegenstände heranzuführen, die ihn ängstigen. Was man nicht tun sollte, ist es, den Hund übertrieben zu streicheln, zu tätscheln oder ihm gut zureden zu wollen. Das kann ihn in seiner Angst bestätigen. Besser ist es, sich völlig normal zu verhalten und den Welpen immer wieder positiv, in einem Tempo, das der Hund zulässt, an die Dinge heranzuführen.


Überblick: Das sollten Welpen in der Sozialisierungsphase u.a. kennenlernen:

    Im Haushalt:
  • Staubsauger
  • Fernseher
  • Diverse Küchengeräte
  • Klappern von Schüsseln/Schlüssel etc.

  • Draußen:
  • Autos, Straßenverkehr
  • Bus, Straßenbahn, Züge
  • Mülltonnen
  • Springbrunnen
  • Einkaufswagen etc.

  • Menschen und Tiere:
  • Menschen verschiedenen Alters
  • Menschen mit Koffern, Hüten, Brillen etc.
  • Hunde verschiedener Rassen und verschiedenen Alters
  • Andere Tiere wie Pferde, Ziegen oder andere Haustiere

  • Akustische Reize:
  • Gewitter
  • Feuerwerk
  • Straßenlärm etc.



Bettina Krist

Bettina Krist - Unsere Expertin für Hundezucht und Hundetraining

Bettina Krist arbeitet als Hundetrainerin und ist Golden Retriever Züchterin. Für futalis schreibt sie regelmäßig über die Hundezucht, Hundeerziehung und Welpenbeschäftigung.

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