Therapiehund im Altenheim: Golden Retriever Ole

Dass Hunde der Seele gut tun, ist jedem bekannt. Den heutigen Weltknuddeltag nehmen wir zum Anlass, um den Einsatz von Hunden in Altenheimen näher zu betrachten. Denn Hunde sind bewiesenermaßen erfolgreiche Seelentröster.

Ole besucht einmal pro Woche ein Altenheim in Leipzig. Der Golden Retriever ist ein Therapiehund und wird neben der Arbeit im Altenheim bereits seit einigen Jahren in der Ergotherapie mit Kindern eingesetzt. Ergotherapeutin und Besitzerin Anja Tschernick ist von der therapeutischen Wirkung ihres Hundes immer wieder begeistert: „Ich arbeitete seit über einem Jahr mit einer kleinen Gruppe stark dementer Frauen, die sich nie an meinen Namen erinnern können. Als ich Ole mit in meine Arbeit einbezog konnten sie sich zwar auch nicht an seinen Namen erinnern, aber wenn Ole mal nicht mit war, wussten sie genau, dass etwas fehlte - der Hund!“

Therapiehunde werden immer häufiger eingesetzt – sei es zur Motivation von Kindern, Senioren und geistig oder körperlich behinderten Menschen oder als Unterstützung in der Ergotherapie und Logopädie. Insbesondere in Altenheimen haben sich Therapiehunde mehrfach bewährt. Wichtig ist bei dem Einsatz von Hunden, dass der Mensch eine positive Verbindung zu ihnen hat und die Therapie freiwillig geschieht.

Laut verschiedener Studienergebnisse wirkt der Einsatz von Tieren blutdrucksenkend und stressreduzierend. Es gibt ebenfalls Studien, in denen eine verbesserte Feinmotorik und eine gesteigerte Aufmerksamkeit durch den Einsatz des Hundes erzielt wurden. Zudem hilft es vielen Menschen, sich gegenüber dem Therapeuten zu öffnen.

Körperkontakt gegen Depressionen


Therapeutin Tschernick findet neben der Anregung zur Kommunikation auch die körperliche Nähe zwischen Tier und Mensch enorm wichtig: „Der Hund ermöglicht diesen oft einsamen Menschen Körperkontakt und bietet so auch eine Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation.“ Dies wirke Depressionen entgegen, da einer Antriebsschwäche vorgebeugt werde. Der Hund rege laut Tschernick zudem an: Die Sprache, die Gedächtnisleistung, die Bewegung. „Die alten Menschen sehen in den Hunden einen Sozialpartner, dem man etwas anvertrauen kann. Zudem wirken sie wie ein Ventil: Sie bringen Leben in die alten Menschen. Durch den Einsatz von Therapiehunden lassen sich wieder klare Gedanken und Worte fassen und Verkrampfungen lösen“, so die 30-jährige weiter.

Über den Besuch der Hunde hinaus werden die Senioren wieder zu Kommunikation untereinander motiviert, denn ein Hund ist ein tolles Gesprächsthema. Hunde schaffen ein lockeres und entspanntes Klima. Somit tragen sie zum Abbau von Einsamkeit bei und lassen das Selbstwertgefühl wieder steigen. Es stellte sich heraus, dass Patienten mit Kontakt zu Therapiehunden oft weniger Schlaf- und Beruhigungsmittel benötigen als Patienten ohne Hundekontakt.

Hunde nur als Besuch


In vielen Altenheimen müssen sich Senioren vorab von ihren Haustieren trennen. Mittlerweile denken viele Einrichtungen um und erlauben Haustiere. Nicht immer der richtige Weg, sagt Therapeutin Tschernick: „Viele Heime haben Kleintiere, die leicht zu pflegen sind. Man sollte nämlich nicht vergessen, dass ein Hund viel Aufwand bedeutet und dass der Tierschutz und eine artgerechte Haltung gewährt sein muss.“ Mittlerweile gibt es nicht nur private Therapeuten, die sich mit ihren Hunden in die Pflegeeinrichtungen begeben. Auch die Johanniter und dem Arbeiter-Samariter-Bund bieten einen Besuchshundedienst an, mit dem Ziel, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.