das Fressverhalten bei Hunden ist unterschiedlich

Viele Hundebesitzer kennen die Situation: Der Hund verschlingt sein Futter und binnen kürzester Zeit ist der Napf leer. Oder das Gegenteil: Er ist wählerisch und verschmäht seine Mahlzeit. Abgesehen von körperlichen Beschwerden, prägen Instinkt, Erziehung und Erfahrungen das Fressverhalten von Hunden.





Um die Beziehung zwischen Hunden und ihrem Futter zu verstehen, ist ein Blick auf ihre wilden Artgenossen hilfreich. In der Natur ist die nächste Mahlzeit ungewiss. Es muss das gefressen werden, was gerade zur Verfügung steht. Im Laufe der Evolution hat sich der Verdauungstrakt an die Aufnahme von großen Mengen in sehr kurzer Zeit angepasst. Grundlegend ist Schlingen bei Haushunden ein angeborenes Verhalten.

Anerzogenes Schlingen


Schon im frühsten Welpenalter entwickeln Hunde ihre Fressgewohnheiten. So kann Schlingen in Konkurrenzsituationen beim Säugen oder Gruppenfütterungen begründet sein. Hat der Welpe Zeit zum Trinken, oder muss er sich durchsetzen und beeilen, um satt zu werden. Wenn Hunde ununterbrochen nach Futter verlangen und ungewöhnliche Dinge wie Steine fressen, kann sich eine Erkrankung hinter dem Verhalten verbergen. Ein Besuch beim Tierarzt ist hier angeraten.

Gründe für Appetitlosigkeit


Die häufigste Ursache für Appetitlosigkeit liegt in dem falschen Umgang mit dem Tier. Nicht selten wird ein mäkeliges Verhalten antrainiert: Jede geringe Ablehnung des Futters wird besorgt beobachtet. Aus falsch verstandener Liebe bekommt der Hund zum Ausgleich ein neues Futter oder Leckerlies. Für den Hund bedeutet das: Ich verschmähe, was in meinem Napf ist und bekomme als Belohnung noch etwas Besseres. Aber auch körperliche Beschwerden führen zur Verweigerung der Nahrung. Zum einen können akute Schmerzen beim Fressen stören. Zum anderen können verschiedene Grunderkrankungen Übelkeit hervorrufen. Um eine krankheitsbedingte Appetitlosigkeit zu erkennen, ist eine Untersuchung durch den Tierarzt erforderlich.

Wie kann Schlingen abgewöhnt werden?


Bei schlingenden Hunden rät der Hundetrainer Matthias Pannewitz, dem Tier ein ruhiges Fressverhalten anzugewöhnen. Als eine sehr wirkungsvolle Gegenmaßnahme empfiehlt er einen sogenannten Schlingfresser-Napf. Dieser hat im Inneren mehrere Ringe oder Blöcke, wodurch der Hund gezwungen ist, langsamer zu fressen. Er schlägt vor, die Fütterung an einem ruhigen Ort durchzuführen. „Stellen Sie den Futternapf erst hin und geben Sie ihn frei, wenn sich Ihr Hund beruhigt hat. Auch mehrere, kleinere Portionen über den Tag verteilt sind sinnvoll“, sagt Pannewitz.

Spannende Fütterung bei Mäkel-Hunden


Hingegen haben Hunde, die regelmäßig ihr Futter stehen lassen, schlichtweg keinen Hunger oder sie sind gesundheitlich angeschlagen. Folgenden Tipp hat der Hundetrainer für Besitzer: „Lässt Ihr Hund das Futter stehen, nehmen Sie es ihm nach ein oder zwei Minuten einfach wieder weg und bieten ihm zur nächsten, regulären Fütterung seine normale Portionsgröße wieder an. Lässt er es erneut stehen, nehmen Sie es ihm wieder weg. Das Ganze kann durchaus vier oder fünf Tage lang dauern. Zudem können Hundebesitzer die Fütterung spannender gestalten. „Eine Möglichkeit wäre, mit der Futterportion auf eine Wiese zu gehen, jeweils ein paar Stückchen im hohen Bogen in die Luft zu werfen und den Hund danach suchen zu lassen. Auch Futterbälle sind interessant, da Hunde sie bewegen müssen, um an ihr Futter zu kommen. Das macht dem Hund nicht nur Spaß, sondern fördert auch noch ganz nebenbei die Bindung zu seinem Menschen“, sagt Pannewitz abschließend.