Angst vor Feuerwerk

Bei Menschen heißt sie Ballistophobie, die Angst vor Feuerwerkskörpern oder Schusswaffenpatronen. Wesentlich verbreiteter ist diese Geräuschphobie allerdings unter Hunden. Für viele Vierbeiner ist der 31. Dezember der schlimmste Tag im Jahr. Zunächst sollte man sich bewusst machen, dass Angst nichts Unnatürliches ist. Sie ist angeboren und biologisch äußerst sinnvoll. Denn sie sichert das Überleben des Individuums, indem sie in Gefahrensituationen einen Fluchtinstinkt auslöst. Andererseits stehen schreckhafte und geräuschempfindliche Hunde an Silvester häufig unter großem Stress.

Dass die Ernährung einen positiven Einfluss auf Stresssituationen nehmen kann, ist nur wenigen bekannt. Als sogenannter Glücksbotenstoff unterstützt der Neurotransmitter Serotonin die Nervenzellen im Gehirn. Ein Mangel kann zur Entstehung von Aggression, Impulsivität, unsozialem Verhalten, Hyperaktivität, Angst und Lernschwierigkeiten beitragen.

Damit Serotonin im Körper gebildet werden kann, wird die Aminosäure Tryptophan benötigt, die über die Nahrung aufgenommen wird. Es konnte in unterschiedlichen Studien gezeigt werden, dass die diätetische Zufuhr von Tryptophan die Serotoninaktivität im Gehirn steigert.

Bei Fischen führt eine erhöhte Tryptophanzufuhr mit dem Futter zu weniger aggressivem Verhalten und neuroendokrinen Stressreaktionen. Studien mit Säugetieren zeigen eine ähnliche Wirkung. So konnten bei Schweinen und Pferden durch eine angepasste Ernährung die Stressreaktionen im Körper gesenkt und Verhaltensänderungen festgestellt werden. Auch auf Menschen wirken Tryptophan-Präparate beruhigend. Und Hunde, die mit der angemessenen Menge Tryptophan ernährt wurden, verhielten sich weniger aggressiv.

Ein eindeutiger Nachweis zur positiven Beeinflussung von Angst und Stress bleibt zurzeit noch aus. Die ergänzende Aufnahme von Tryptophan wird jedoch von einigen Experten empfohlen, um Stresssituationen vorzubeugen. Daher sollte man bei ängstlichen Hunden die Futterration auf eine bedarfsdeckende Zufuhr mit der essentiellen Aminosäure Tryptophan überprüfen. Denn durch minderwertige Proteinquellen kann es zu Fehlversorgungen kommen.

Natürlich können neben einer angepassten Ernährung noch weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Rutsch ins neue Jahr etwas angenehmer zu gestalten. Wir haben nachfolgend noch einige Tipps für euch zusammengestellt:

Spazierengehen zu ruhigen Zeiten und an der Leine

Kurz vor oder nach Mitternacht sollte kein Vierbeiner das Haus verlassen, nicht einmal wenn er völlig angstfrei ist. Vielerorts beginnt das Knallen und Krachen jedoch schon Stunden bis Tage vor der eigentlichen Silvesternacht. Deshalb ist es ratsam, mit dem Hund in den frühen Morgenstunden spazieren zu gehen, wenn erfahrungsgemäß noch nicht so viel Trubel herrscht. Bei einer plötzlichen Explosion könnten ängstliche Hunde vor Schreck panisch flüchten. Um Unfälle zu vermeiden, sollten Hunde an der Leine bleiben – eine lange Schleppleine beispielsweise ermöglicht Sicherheit und Bewegungsfreiheit zugleich.



Für den Hund da sein und Ruhe vermitteln

Keinesfalls sollte ein ängstlicher Hund an Silvester in fremde Hände gegeben oder alleine gelassen werden. Der Hund sollte die Silvesternacht unbedingt mit seiner Familie oder Bezugsperson verbringen dürfen. Man sollte sich möglichst normal verhalten und dem Hund vermitteln, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt.




Lärm von außen abschirmen und von innen übertönen

Fenster und Türen sollten geschlossen gehalten werden, um die Geräuschkulisse an Silvester zu verringern. Durch heruntergelassene Jalousien oder zugezogene Vorhänge kann man den Hund vor grellen Blitzen und funkelndem Leuchten bewahren. Radio oder Fernseher auf Zimmerlautstärke können helfen, die Außengeräusche zu übertönen.




Stressabbau durch körperliche und geistige Auslastung

Hilfreich ist es, den Hund vor der Silvesternacht in den eigenen vier Wänden geistig und körperlich auszulasten. Dafür eignen sich besonders Suchspiele, aber auch Zerr- und Ballspiele sowie das Ausführen von einfachen Kommandos und Tricks. Durch sinnvolle Beschäftigung baut der Hund Stress ab und verkraftet das nahende Feuerwerk besser.



Verhaltenstherapie

Da Geräuschempfindlichkeit kein Problem ist, das sich an einem Tag lösen lässt, sind für sehr verängstigte Hunde verhaltenstherapeutische Maßnahmen sinnvoll. Dazu zählen Entspannungstechniken und Massageübungen, Liegeplatztraining, Gegenkonditionierung u.v.m. Tierärzte, die sich auf den Bereich der Verhaltenstherapie spezialisiert haben, findet ihr hier.