Gesundheitsrisiken für bettelnde Hunde

Flehende Blicke, Stupsen mit der Schnauze und Jaulen – bettelnde Hunde zeigen ausdauernde Verhaltensweisen, um bei Mahlzeiten ihren Anteil abzubekommen. Dabei hat Betteln am Essenstisch nichts zu suchen. Denn was dem Menschen schmeckt, kann kurz- oder langfristig der Gesundheit Ihres Hundes schaden.



Betteln ist bei Hunden ein weit verbreitetes Verhalten. Der Drang Essbares zu finden und zu erjagen ist den Hunden angeboren. Potentielles Futter, ob in der Küche auf dem Herd oder bei Tisch, weckt ihre Aufmerksamkeit. Sie lernen schnell wo, wann und von wem sie gefüttert werden. Deshalb ist es wichtig, dem Tier bereits im Welpenalter klare Futtergewohnheiten und Regeln beizubringen.

Das ist jedoch nicht immer so einfach: Reagieren Hundebesitzer auf den verlangenden Blick des Tieres, beginnt das Tier, sich regelmäßig Essen einzufordern. Leckerbissen und Essensreste, die dem Hund aus Zuneigung gegeben werden, wirken sich jedoch langfristig negativ auf die Gesundheit des Tieres aus.



Übergewicht und Nährstoffmangel als Folge


Zum einen können regelmäßige Extrabissen, die zusätzlich neben der Tagesration gefüttert werden, zu Übergewicht führen. Erhält der Hund beispielsweise stets den Fettrand von Herrchens Fleisch, nimmt er mehr Energie auf als er an einem Tag verbrauchen kann. Das Zuviel an Nahrungsenergie wird in Fettpolstern gespeichert.

Zum anderen können Fehlversorgungen mit Nährstoffen die Folge sein. Hunde benötigen zur Deckung ihrer Bedarfswerte eine deutlich anders zusammengesetzte Nahrung als der Mensch. Z. B. ist ihr Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen erheblich höher. Wird die tägliche Ration also mit Lebensmitteln vom Tisch ergänzt, ist eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr nicht mehr gewährleistet.

Gefährliche Lebensmittel für den Hund


Neben diesen langfristigen Auswirkungen können bestimmte Nahrungsmittel ernste Verdauungs- und Magen-Darm-Beschwerden sowie Vergiftungen nach sich ziehen. Letztere können für den Hund auch tödlich enden.

Avocadofleisch - Avocadofleisch beispielsweise enthält den Giftstoff Persin. Bei Hunden löst dieser Atemnot, Husten, Unruhe und Verdauungsstörungen aus und führt zu allgemeiner Schwäche. Ein hoher Verzehr kann tödliche Herzmuskelschäden nach sich ziehen.

Knochen - Knochen, wie etwa von einer Hähnchenkeule, können durch Absplitterungen beim Fressen den Verdauungstrakt verletzen sowie Verstopfungen hervorrufen.

Milch - Milch(-produkte) wie Sahne, können auf Grund des Milchzuckers Laktose Blähungen und Durchfall hervorrufen.

Zwiebeln & Knoblauch - In Zwiebeln, Knoblauch und Lauch kommen Schwefelverbindungen vor, welche die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören. Eine lebensbedrohliche Blutarmut ist die Folge.

Schokolade - Schokolade enthält das Purin-Alkaloid Theobromin. Bei Hunden verursacht dieses einen erhöhten Blutdruck und Puls, verengt die Gefäße und kann Krämpfe, heftiges Zittern und Atemstillstand hervorrufen. Im schlimmsten Fall kann das Tier an der Vergiftung sterben.

Richtiges Füttern


Für eine gesunde Ernährung sollten Besitzer ein auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmtes Futter anbieten. Hierbei sollten Kriterien wie Alter, Rasse und Gewicht aber auch Aktivität und Allergien berücksichtigt werden. Damit der Hund nicht nur die richtige Futterzusammensetzung, sondern auch die richtige Menge erhält, ist es empfehlenswert, das Futter in Tagesrationen einzuteilen. Hundehalter füttern diese am besten in ein bis zwei Mahlzeiten am Tag – und zu festen Uhrzeiten.

Abgewöhnen von Betteln


Um sicherzugehen, dass das Tier nichts Falsches frisst, sollten Hundebesitzer ihm das Betteln abgewöhnen. Der Radebeuler Hundetrainer Pierre Müller empfiehlt dazu, den Vierbeiner während des Essens auf seinen Platz zu schicken. Eine andere Möglichkeit ist, den Hund am oder unter dem Tisch verweilen zu lassen. Hierbei kommt es jedoch darauf an, ihn nicht anzusprechen. „Nein, du bekommst nichts“, wäre nur eine weitere Bestätigung für sein Betteln, so der Hundetrainer. Der Zeitraum der Entwöhnung hängt, so Pierre Müller, von der Regelmäßigkeit des Fütterns am Tisch ab. „Hunde, welche regelmäßig am Tisch gefüttert wurden, sind leichter daran zu gewöhnen, dass es nichts mehr gibt“, sagt der Hundeexperte. Auf jeden Fall kommt es bei der Entwöhnung aber auf die Konsequenz der Besitzer an.

Darüber hinaus bemerken viele Hundehalter gar nicht, dass sie ihrem Tier mit den Extrabissen keinen Gefallen tun, sagt der Trainer. „Betteln bedeutet für den Hund Stress. Denn während der erzogene Hund vor der Küche liegt und schläft, muss der andere hektisch von einem zum anderen hetzen und sehen, dass er etwas bekommt“, gibt Pierre Müller zu bedenken.

Wenn Sie Fragen zu der richtigen Ernährung Ihres Hundes haben, berät Sie das futalis Team gern. Wir geben Ihnen Auskunft über die richtige Auswahl der Inhaltsstoffe und die ausreichende tägliche Futtermenge. Durch das passende Hundefutter können Sie die Gesundheit Ihres Hundes langfristig fördern.