Hunde im Laub

Bunt gefärbte Blätter, verschneite Landschaften und strahlender Sonnenschein – so zeigen sich Herbst und Winter von ihren schönen Seiten. Aber leider werden in der Herbst- und Winterzeit auch die Tage kürzer und das Wetter nasser und kälter. Vier erfahrene Hundekenner geben Tipps und Ratschläge, wie Hund und Halter gut und sicher durch die dunkle Jahreszeit kommen.

Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit

Wenn die Tage kürzer werden, muss man mit seinem Hund auch öfter mal in der Dunkelheit spazieren gehen. Um von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig gesehen zu werden, sollten Leuchthalsbänder oder Blinklichter eingesetzt werden. Reflektierende Leinen und Halsbänder erhöhen die Sichtbarkeit zusätzlich. Aber nicht nur der Hund sollte für andere gut sichtbar sein, sondern auch sein Besitzer. Auch hier gilt: Möglichst helle und reflektierende Kleidung tragen und gegebenenfalls Blinklichter einsetzen. „Eine kleine Taschenlampe erweist sich in der Dunkelheit auch oft als hilfreich, um Stolperfallen auf dem Boden rechtzeitig wahrzunehmen und dem Hund helfen zu können, falls er sich beispielsweise ein Steinchen in die Pfote getreten hat“, rät Cornelia Nyhof vom Blog Fiffibene. Sie empfiehlt außerdem, stark befahrene Straßen zur eigenen Sicherheit nur an beleuchteten und gut einsehbaren Stellen zu überqueren.

Silvana Brangenberg vom Kalte Schnauze Blog weist außerdem darauf hin, dass im Herbst die Jagdsaison wieder in vollem Gange ist. „Das Mensch-Hund-Team sollte sich nicht nur auf den Straßen, sondern auch in Wald und Flur durch ausreichende Sichtbarkeit schützen, um von den Jägern rechtzeitig entdeckt zu werden.“ Denken Sie außerdem daran, dass sich unsere Vierbeiner, im Gegensatz zu uns, auch in der Dunkelheit sehr gut orientieren können und Wildtiere bereits weit vor uns wahrnehmen. Bei nicht sicher abrufbaren Hunden empfiehlt sich daher der Einsatz von Schleppleinen.

Herbst – Die Zeit des Fellwechsels

Viele Hunde sind in der Herbstzeit im Fellwechsel. Unterstützen Sie Ihren Hund dabei, indem Sie sein Fell regelmäßig bürsten und somit die abgestorbenen Haare entfernen. Dies ist wichtig für die Wärmeregulation des Hundefells, da die Luft dadurch besser zirkulieren kann. Um die körpereigene Fettschicht der Haut, die zum Schutz vor Kälte und Nässe dient, nicht zu zerstören, sollte außerdem auf ein häufiges Baden des Hundes verzichtet werden. Wenn Sie von einem matschreichen Spaziergang mit Ihrem Hund nach Hause kommen, trocknen Sie sein Fell gründlich ab und befreien Sie es gegebenenfalls von Eisklumpen.

Zecke beim Hund

Achtung vor Parasiten

Herbstzeit ist auch noch Parasitenzeit: Zecken lieben feuchte Wetterbedingungen und milde Temperaturen. Sie sind daher im Herbst besonders aktiv. Verwenden Sie antiparasitäre Mittel wie Antizecken-Halsbänder oder Spot-On-Präparate, um Ihren Hund vor einem Zeckenstich und den dabei übertragbaren Erkrankungen zu schützen. Beim Umhertollen über Wiesen und durch Laubhaufen können sich zudem auch Herbstgrasmilben auf dem Körper Ihres Hundes, vor allem an Bauch, Leiste, Ohren und den Zehenzwischenräumen, festsetzen. Sie sind manchmal als kleine orange-rote Punkte erkennbar und lösen Juckreiz aus. Durch das vermehrte Kratzen des Hundes können Sekundärinfektionen mit Entzündungen und Krusten entstehen. Suchen Sie bei Verdacht auf einen Herbstgrasmilbenbefall einen Tierarzt auf.


Auch die Pfoten wollen gepflegt werden

Rebecca Noéh vom Blog Les Wauz rät, besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Pflege der Hundepfoten zu richten: „Im Herbst und Winter sollte die Länge der Krallen des Hundes regelmäßig überprüft werden. Laub und Schnee verwandeln die Wege oftmals in weiche Untergründe, auf denen sich die Krallen schlechter abschleifen können.“ Kürzen Sie zu lange Krallen mit äußerster Vorsicht oder lassen Sie es bei einem Tierarzt durchführen. Dieser kann Ihnen auch die richtige Technik zum Kürzen der Krallen zeigen. Weiterführende Informationen zum korrekten Schneiden der Hundekrallen finden Sie in der Rubrik Hunderatgeber: Krallenpflege.

Im Winter sind die Straßen und Wege oft mit Streusalz oder Splitt präpariert. Beides greift die empfindlichen Hundepfoten an. Cremen Sie daher die Pfoten Ihres Hundes vor dem Spaziergang mit einer Pfotenpflege, z. B. Paw Wax von Shaws, ein. Das vermeidet das Einreißen der Pfoten und bewahrt den Hund somit vor brennenden Schmerzen, die Salz und Splitt in rissiger Haut verursachen würden. Spülen Sie die Pfoten nach dem Laufen über gestreute Wege mit lauwarmem Wasser ab, um das Salz von den Pfoten zu entfernen.

Verschlechterung von Gelenkbeschwerden

Das nasskalte Wetter im Herbst und Winter kann bei gelenkkranken Hunden zu einer Verschlimmerung der Symptome führen. Die betroffenen Hunde zeigen nun eventuell verstärkt Schmerzen beim Laufen sowie ein schlechteres Gangbild. Achten Sie bei den gemeinsamen Spaziergängen darauf, wie sich Ihr Hund fühlt und ob er gegebenenfalls Beschwerden zeigt. Gestalten Sie in dem Fall den Spaziergang kürzer und halten Sie Ihren Hund ausreichend warm. Auch in der Wohnung kann im kalten Winter ruhig eine Decke mehr in das Hundebett gelegt werden. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Tierarzt auch über eine geeignete Schmerztherapie.

Angepasste Dauer des Spaziergangs

Generell sollten Hunde während eines Winterspaziergangs bei kalten Witterungen immer in Bewegung bleiben, damit sie dabei ausreichend Körperwärme produzieren können. Gehen Sie dazu zügig ohne längere Pausen und vermeiden Sie dabei auch vermehrtes Sitzen oder Liegen. Die Länge des Spaziergangs sollte an die Verfassung des Hundes angepasst werden. Treten Sie den Heimweg spätestens wieder an, wenn Ihr Hund friert oder sich unwohl fühlt. Insbesondere kleinere, ältere, kranke sowie Hunde mit nur spärlicher Behaarung kommen mit eisigen Temperaturen oftmals nicht gut zurecht. Um diese Hunde bei ihrer Wärmeproduktion zu unterstützen und sie vor Erkältungen oder Blasenentzündungen zu schützen, ist es sinnvoll, sie mit passenden funktionalen Mänteln warm zu halten.

Hund im Schnee

Schnee ist nichts für den Magen des Hundes

Schnee hat auf viele Hunde eine magische Wirkung und lädt sie zum wilden Toben und Wälzen ein. Sie sollten dabei allerdings darauf achten, dass Ihr Hund keinen Schnee frisst. Animieren Sie ihn daher möglichst auch nicht dazu, Schneebälle zu jagen und zu fangen. Durch das Fressen von Schnee kann sich die Magenschleimhaut entzünden und eine sogenannte Schnee-Gastritis entstehen. Dabei treten Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Husten und Fieber auf. Befinden sich Streusalze oder sogar Frostschutzmittel im Schnee, ist dies noch gefährlicher. Insbesondere Frostschutzmittel sind für Hunde hochgradig giftig und führen selbst bei der Aufnahme von nur geringen Mengen zu starken Vergiftungserscheinungen.





Bekommen Hunde eine Erkältung?

Auch Hunde können sich erkälten und zeigen dann typische Symptome wie Husten, Niesen, Nasenausfluss oder leichtes Fieber. „Da Erkältungen bei Hunden oftmals schwerwiegender verlaufen als bei uns Menschen, sollte direkt bei den ersten Anzeichen ein Tierarzt aufgesucht und eine Behandlung eingeleitet werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.“, warnt Tierärztin Stefanie Schmidt. Durch regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können Sie das Immunsystem Ihres Hundes stärken und somit Erkältungen vorbeugen. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Hund sowohl außen als auch in der Wohnung nicht friert. Unterstützen Sie ihn auf dem Spaziergang daher gegebenenfalls mit Hilfe eines wärmenden Mantels und trocknen Sie ihn nach jedem Spaziergang gut ab.

Veränderte Ernährungsansprüche im Winter

Im Winter haben viele Hunde besondere Ansprüche an ihre Ernährung. Durch die sinkenden Temperaturen steigt häufig der Energiebedarf des Hundes, da sie bei Minusgraden zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur mehr Kalorien verbrauchen als an einem milden Sommertag. Daher weisen Hunde, die im Freien gehalten werden, einen um bis zu 90 % erhöhten Energiebedarf auf. Zusätzlich zu einer Anpassung der Energiemenge sollte im Winter auch besonders auf eine bedarfsgerechte Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen geachtet werden. Durch eine optimale Nährstoffversorgung bleibt Ihr Hund auch im Winter fit und gesund.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Herbst- und Wintertage

An schönen Herbsttagen lädt ganz besonders das farbenfrohe Laub zu kleinen gemeinsamen Spielen ein. Nicole Goetz vom Hundeblog Moe & Me schlägt vor: „Bauen Sie aus den Blättern einen kleinen Laubhaufen und verstecken Sie darin einen Teil der Futterration Ihres Hundes. Lassen Sie anschließend Ihren Hund danach suchen. Er wird sicherlich mit Begeisterung bei der Arbeit sein. Verwenden Sie dafür aber auf keinen Fall bereits liegende Laubhaufen, denn darin könnte sich bereits ein Igel zum Winterschlaf zurückgezogen haben.“

Wenn draußen Regen und starke Herbststürme wüten, wird es innen dafür umso gemütlicher. Nutzen Sie dies doch und erarbeiten Sie sich mit Ihrem Hund in der Wohnung neue kleine Tricks, wie beispielsweise „Rolle“, „Pfötchen geben“ oder „schäm dich“. Vielleicht wollten Sie ihm auch immer schon mal nützliche Kommandos beibringen, wie den Lichtschalter an- und auszuschalten oder das Telefon zu bringen, wenn es klingelt. Sie können in der Wohnung auch gut kleine Suchspiele durchführen oder seine Intelligenz mit Hilfe der sogenannten Intelligenzspielzeuge fördern.


10 Herbst- und Wintertipps für Hunde - Infografik

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Herbst- und wintertipps für Hunde