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futalis Ernährungskonzept

Zahnstein beim Hund, Parodontitis und weitere Zahnerkrankungen

Gesunde und gepflegte Zähne sind nicht nur bei uns Menschen von großer Bedeutung für Gesundheit und Wohlergehen. Auch bei Hunden sollte auf eine ausreichende Maulhygiene geachtet werden, damit sie bis ins hohe Alter weiterhin kräftig kauen können. Besonderes Augenmerk sollte man daher dem auf den ersten Blick eher harmlos wirkenden Zahnbelag schenken. Denn aus diesem kann sich schnell hartnäckiger Zahnstein bilden, der viele weitere Erkrankungen mit sich bringt. Lesen Sie in diesem Text, welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um das Gebiss Ihres Hundes möglichst lange funktionstüchtig zu erhalten.


Das Gebiss des Hundes

Welpen kommen zunächst zahnlos auf die Welt, ihr Milchzahngebiss beginnt in der 3. oder 4. Lebenswoche durchzubrechen und ist mit ca. 6 Wochen vollständig ausgebildet. Dieses erste Gebiss verbleibt allerdings nicht lange im Maul des Hundes. Abhängig von der Hundegröße findet zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat der Zahnwechsel statt. Dabei werden die Milchzähne von den bleibenden Zähnen verdrängt.

Erwachsene Hunde besitzen ca. 42 Zähne, die sich in Schneide-, Reiß- und Backenzähne aufgliedern. Die Zähne des Ober- und Unterkiefers sind dabei so angeordnet, dass sie beim Schließen des Mauls ineinandergreifen. Hunde verfügen demnach über ein Scherengebiss, das ein kräftiges Zubeißen und Zertrennen der Nahrung ermöglicht. Durch diese besonderen Zahneigenschaften ist es Hunden nicht möglich, ihr Futter, wie wir Menschen, zu zermahlen, vielmehr zerreißen sie es in kleinere Stücke.


Ursachen für Zahnstein

Karies spielt beim Hund, anders als bei uns Menschen, nur eine untergeordnete Rolle. Hingegen sind vor allem Parodontalerkrankungen, also Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates, besonders häufig vertreten. Sehr viele Hunde sind im Laufe ihres Lebens in unterschiedlich starker Form davon betroffen. Einer Studie zu Folge leiden sogar mehr als 80 % der über 6-jährigen Hunde an Parodontitis. Dabei handelt es sich um eine fortgeschrittene bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, die in einem späteren Stadium auch den Kieferknochen, in dem die Zähne verankert sind, zerstören kann. Die Folge sind eine schrittweise Lockerung und sogar der Verlust der Zähne. Besonders kleinere Hunderassen leiden an dieser Erkrankung.

Zahnstein bei Hunden Die Ursache einer Parodontitis sowie weiterer Zahnerkrankungen ist Plaque. Dabei handelt es sich um bakteriellen Zahnbelag, der sich durch das Zusammenwirken von Nahrungsresten, Speichel und den darin enthaltenen Bakterien bildet und sich auf den Zahnoberflächen ansammelt. Besonders an schwer zugänglichen Stellen des Gebisses, zum Beispiel durch Schiefstellungen hervorgerufene verengte Zahnzwischenräume, bleibt er haften. Wird der Plaque durch entsprechende Maul- und Zahnpflegemaßnahmen nicht beseitigt, verhärtet er sich durch das im Speichel enthaltene Kalzium zu Zahnstein. Dieser zeigt sich durch braun-gelbliche Verfärbungen besonders an den Außenflächen der Zähne. Bereits wenige Wochen nach Beginn der Plaquebildung kann Zahnstein sichtbar werden.

An der rauen Oberfläche des Zahnsteins bleiben weitere Zahnbeläge und Bakterien besonders leicht haften. Dieser Bakterienherd wandert kontinuierlich auch unter den Rand des Zahnfleisches und verursacht dort eine entzündliche Reaktion (Gingivitis). Die Entzündung kann das Zahnfleisch immer weiter zerstören und auf den Zahnhalteapparat übergreifen (Parodontitis). Darüber hinaus können die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und somit auch Organe des Körpers schädigen.

Sie sehen, Zahnbelag und dadurch entstehender Zahnstein können weitreichende Folgen haben. Daher sollten Sie das Gebiss Ihres Hundes regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen und vorhandenen Zahnstein entfernen lassen.


Zahnstein vorbeugen

Um schwerwiegenden Zahnerkrankungen, wie beispielsweise einer Parodontitis, vorzubeugen, sollten gewisse Maul- und Zahnpflegemaßnahmen durchgeführt werden. Damit Zahnstein erst gar nicht entsteht, sollte der Zahn möglichst frei von Plaque gehalten werden. Dabei ist das Zähneputzen auch beim Hund das Mittel der Wahl, da dabei der täglich entstehende Zahnbelag am wirksamsten entfernt werden kann. Um damit einen positiven Effekt zu erzielen, sollten Sie allerdings jeden Tag oder mindestens 3x in der Woche die Zähne Ihres Hundes putzen. Zahncremes für den Humanbereich sollten Sie dabei nicht benutzen, da diese eventuell zu scharf oder zuckerhaltig sind oder für den Hund giftige Stoffe beinhalten können. Stattdessen gibt es auf dem Markt geeignete Tierzahnpasta, aber auch ein Putzen gänzlich ohne Zahncreme zeigt bereits eine positive Wirkung. Es ist außerdem empfehlenswert, Fingerlinge oder spezielle Tierzahnbürsten zu verwenden, da diese an die Form der Hundezähne optimal angepasst sind.

Zähneputzen beim Hund Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund behutsam an das Zähneputzen gewöhnen und er es nicht mit Schmerzen oder Unwohlsein verknüpft. Verteilen Sie daher das tägliche Training über mehrere Tage und putzen Sie schrittweise immer ein paar Zähne mehr. Beginnen Sie dabei an den Außenseiten der Zähne, da dies von den Hunden in der Regel leichter geduldet wird. Wenn Ihr Hund sich an die neue Prozedur gewöhnt hat, können Sie dazu übergehen, auch die Innenseite der Zähne zu putzen. Sie können zudem auch auf dem Markt erhältliche Doppelkopfzahnbürsten verwenden, bei denen sowohl die Innen- als auch Außenseiten gleichzeitig geputzt werden können. Besonders vorsichtig sollten Sie im Bereich der Schneidezähne arbeiten, da viele Hunde an dieser Stelle sehr empfindlich sind. Es ist empfehlenswert, den Hund bereits im Welpenalter mit dem Zähneputzen vertraut zu machen und ihn somit auf spielerische Weise an diese notwendige tägliche Prozedur zu gewöhnen.

Leidet Ihr Hund hingegen schon an Zahnstein und Entzündungen des Zahnfleisches, kann nur eine tierärztliche Behandlung ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Dabei wird der Zahnstein unter Narkose mittels Ultraschall entfernt und der Zahn anschließend poliert, damit zukünftiger Zahnbelag schlechter haften kann. Starke Zahnfleischentzündungen müssen manchmal sogar mit Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist, dass im Anschluss an eine professionelle Zahnreinigung auch zuhause die Zähne ausreichend gepflegt werden und bakterieller Zahnbelag regelmäßig durch Zähneputzen entfernt wird. Zusätzlich zum Putzen können auch spezielle zahnpflegende Spielzeuge verwendet werden, bei denen die Zähne durch die spezielle Struktur sanft gereinigt werden.


Die richtige Ernährung als Prophylaxe

Auch die richtige Ernährung spielt für die Zahngesundheit eine bedeutende Rolle. Frisst der Hund hauptsächlich weiches oder fein zerkleinertes Futter, werden die Zähne durch die verringerte Kautätigkeit nur unzureichend gereinigt. Die Nahrungsreste bleiben dabei sehr leicht an den Zähnen hängen und es bildet sich vermehrt Zahnbelag. Um die Zähne bereits bei der Nahrungsaufnahme sanft zu reinigen und das Entstehen von Zahnbelag zu verhindern, sollte das Futter daher eher hart oder zäh und faserreich sein, um dadurch die Kautätigkeit anzuregen. Trockenfutter hat beispielsweise viel bessere zahnreinigende Eigenschaften als Dosenfutter, sofern die Kroketten der Rasse entsprechend ausreichend groß sind, sodass der Hund sie beim Fressen zerbeißen muss [1].

Darüber hinaus leistet auch eine spezielle Zusammensetzung des Futters einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Zahngesundheit. So konnte in Studien festgestellt werden, dass Plaque durch eine Ernährung mit zahnpflegenden Inhaltsstoffen stark reduziert werden kann [2-6]. Die Zusatzstoffe Polyphosphat oder Zinksalze können beispielsweise in die Außenhüllen der Kroketten eingearbeitet werden und sind in der Lage, das in der Maulhöhle befindliche Kalzium zu binden. Dadurch wird eine Verkalkung der Zahnbeläge vorgebeugt und Zahnstein verhindert [2-4]. Auch Eukalyptusöl unterstützt die Zahngesundheit, indem es eine antibakterielle Wirkung entfaltet und zusätzlich einen frischen Atem verleiht [5, 6].



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Wissenschaftliche Studien

[1] Jensen et al. (1995): Reduction in accumulation of plaque, stain, and calculus in dogs by dietary means. J Vet Dent. 12(4):161-3.
[2] Slowinski et al. (1998): Clinical comparison of two tartar control dentifrices: a twelfe week study. J Clin Dent. 9(4): 101-104.
[3] Hennet et al. (2007): Effect of pellet food size and polyphosphates in preventing calculus accumulation in dogs. J Vet Dent. 24(4): 236-9.
[4] Hu et al. (2010): The effects of a zinc citrate dentrifice on bacteria found on oral surfaces. Oral Health Prev Dent. 8(1): 47-53.
[5] Takarada et al. (2004): a comparison of the antibacterial efficacies of essential oils against oral pathogens. Oral Microbiol Immunol. 19(1): 61-4.
[6] Rasooli et al. (2009): The effect of Mentha spicata and Eucalyptus camaldulensis essential oils on dental biofilm. Int J Dent Hyg. 7(3): 196-203.