Hundespiele für zu Hause

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Hunde zu Hause zu beschäftigen. Dies kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein. DOGS-Coach Carola Schulze, beantwortet unsere Fragen im Interview und verrät Euch, welche Beschäftigungsmöglichkeiten für zu Hause ideal sind und welche Vorteile sie bringen. Am Ende unseres Blogbeitrages findet Ihr eine Zusammenfassung mit Spielideen. Wir wünschen viel Spaß beim Umsetzen und Ausprobieren!



Warum manchmal ein Indoor-Training nötig ist


Manchmal ist es sinnvoll, seinen Hund in den eigenen vier Wänden zu beschäftigen. Zum Beispiel, wenn es draußen für einen ausgiebigen Spaziergang zu dunkel ist, bei sehr kalten Temperaturen, großer Hitze oder wenn Hunde Verletzungen haben, aufgrund derer sie sich schonen müssen. Alte Hunde, die an Gelenkproblemen oder anderen Krankheiten leiden, müssen auf lange Spaziergänge verzichten. Doch auch sie wollen körperlich und geistig beschäftigt werden. Dafür bieten sich Spiele für Hunde an, die man einfach zu Hause anwenden kann.

Vor dem Indoor Training


Zu Beginn des Indoor-Trainings sind einige Dinge zu beachten. Zunächst ist sicherzugehen, dass sich der Hund beim Spiel in der Wohnung nicht verletzen kann. Außerdem sollte nichts kaputt gehen können. Wurden diese Vorsichtsmaßnahmen getroffen, kann das Training zu Hause losgehen. Doch welche Möglichkeiten gibt es, den Hund indoor zu beschäftigen? Welche Spielzeuge oder Hilfsmittel können hierfür eingesetzt werden?



Futter- und Suchspiele für den Hund


„Eine gute Möglichkeit, den Hund im Haus zu beschäftigen, sind Futterspiele. Das Futter wird dabei über den Boden gerollt und der Hund darf hinterher flitzen. Als Steigerung dieser Übung soll der Hund Sitz oder Platz machen, wenn das Futter rollt“, sagt die Hundetrainerin Carola Schulze, die Hunde als D.O.G.S.-Coach im Netzwerk von Martin Rütter in Köthen trainiert. Das Futter kann zudem in der ganzen Wohnung versteckt werden. Dabei lässt man den Hund in einem Raum sitzen und versteckt die Futterbrocken hinter Schränken oder anderen Hindernissen. Daraufhin soll der Hund sein Futter suchen. Dabei setzt er intensiv seine Nase ein, was ihn körperlich anstrengt.

Hundetrainerin Carola Schulze kennt noch weitere Futterspiele, bei denen sich der Hund zum Teil richtig anstrengen muss: „Weiterhin kann man das Futter unter Joghurtbechern, in einem zusammengeschobenen Tuch oder in einer Pappkiste mit Socken verstecken. Zum Verstecken eignen sich außerdem Papprollen oder Eierbehälter. Es ist zudem möglich, dem Hund beizubringen, dass er das Futter auf der Nase balanciert oder dass man ihm das Futter auf die Pfoten legt, wenn er im Platz liegt.“ Mit diesen Übungen sorgt man beim Hund nicht nur für geistige Auslastung, zusätzlich wird dadurch der Grundgehorsam trainiert.



Kommandos auffrischen und neue Kommandos lernen


Übungen für den Hund zu Hause

Insbesondere, wenn der Hund schon etwas älter ist, werden die Grundkommandos, wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ und „Hier“ oftmals bei Spaziergängen vernachlässigt. Da nicht nur der Hund, sondern auch der Hundehalter in der eigenen Wohnung weniger abgelenkt ist, konzentriert man sich stärker auf die Übungen. Dadurch können dem Hund neue Kommandos beigebracht werden. Auch der Grundgehorsam wird dabei gefestigt. „Hunde mit einem guten Trainingsstand könnte man durch eine ausgelegte Futtergasse hindurch abrufen“, empfiehlt Carola Schulze. „Wenn Mensch und Hund Spaß daran haben, kann man jede Menge Tricks zu Hause einstudieren, wie z. B. Rolle, sich tot stellen, winken, verbeugen, Männchen machen, sich schämen, Pfötchen geben, Laut geben, spanischer Schritt, rückwärts oder seitwärts laufen, kriechen, etwas umrunden, etwas ziehen, ein Touch mit der Nase oder den Pfoten, sich drehen u. v. m.“

Beim Training sollten Halter darauf achten, nicht zu viele Übungen auf einmal zu machen, um den Hund nicht zu überfordern. Daher ist es ratsam, sich vor den Übungen genau zu informieren, wie ein Trick aufgebaut wird, was der Hund genau tun soll und welches Kommando dafür verwendet wird. Eine andere Variante für die Beschäftigung im Haus, ist Agility. Der Hundesport, der üblicherweise draußen mit vielen Hindernissen durchgeführt wird, lässt sich in den eigenen vier Wänden mit wenigen Hilfsmitteln leicht nachbauen. „Man kann eine Hürde bauen aus zwei Stühlen und einem Besenstiel oder einen Tunnel aus zwei Stühlen und einer Decke. Kleine Hunde können auch um die Stuhlbeine einen Slalom machen“, weiß Frau Schulze.



Hunde als nützliche Haushaltshelfer


Neben Futter- und Suchspielen, Gehorsamsübungen und Agility lassen sich Hunde gut durch einfache Aufgaben im Alltag auslasten. Als Übungen schlägt die Hundetrainerin aus Köthen vor: „Türen öffnen und schließen, Lichtschalter an- und ausknipsen, den Einkauf ins Haus tragen, die Zeitung aus dem Briefkasten holen, das Telefon bringen, wenn es klingelt und Schubladen öffnen und schließen“. Mithilfe dieser Übungen werden die Hunde nicht nur beschäftigt, sondern sogar zu kleinen Haushaltshelfern.



Intelligenzspielzeuge und Futterbälle – Hunde erarbeiten ihr Futter


Ballspiele für Hunde

Ebenso eignen sich Intelligenzspielzeuge, Futterbälle und Kongs, um Hunden eine Aufgabe zu geben. Auch hier werden sie geistig ausgelastet und müssen ihr Futter erarbeiten. Dabei lässt sich jedes hohle Spielzeug mit Leckerlis befüllen. Die Hunde müssen es rollen, um an den Schmaus zu gelangen. Das Futter kann weiterhin in einem Kong mit Wasser oder Joghurt befeuchtet werden. Dadurch muss der Hund länger kauen, um an seine Mahlzeit zu gelangen. Im Sommer sorgt ein im Gefrierfach abgekühlter Kong für eine kleine Abkühlung.

Bei solchen Übungen ist ein geeignetes Spielzeug wichtig, welches der Hund nicht zerstören oder gar verschlucken kann. Um keine Risiken einzugehen, ist es ratsam, den Vierbeiner immer im Blick zu haben. Die zugewiesene Tagesration ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Das Futter und die Leckerlis, die beim Indoor-Training verwendet werden, sollten von der Tagesration des Futters abgezogen werden, um Übergewicht vorzubeugen.



Gemeinsames Spiel stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund


„Das Wichtigste ist, dass Mensch und Hund Spaß an diesen Aktivitäten haben und man bedenkt, dass diese Formen der geistigen Auslastung sehr anstrengend für die Hunde sind. Deshalb sollten die Übungen in kleinen Schritten und zu Beginn in kurzen Trainingseinheiten durchgeführt werden“, rät Carola Schulze zum Aufbau des Trainings. Werden diese Hinweise beachtet, steht einem erfolgreichen Indoor-Training nichts im Weg. Dieses lastet den Hund aus und bringt Abwechslung in den Alltag. Darüber hinaus wird durch das gemeinsame Spiel die Bindung zwischen Mensch und Hund gefördert.



Zusammengefasst: Indoor-Beschäftigungsideen


  • Futter- und Suchspiele: Futter über den Boden rollen, in der ganzen Wohnung und auch an schwierigen Stellen verstecken; Futterspiele in Verbindung mit Gehorsamsübungen
  • Kommandos auffrischen und neue lernen: Grundkommandos festigen; neue Kommandos und Tricks beibringen
  • Agility für zu Hause: Slalom, Tunnel und Hürden mit Hilfe von Stühlen und Decken bauen
  • Hunde als Hilfe im Haushalt: z. B. Zeitung tragen, Wäsche in die Waschmaschine legen, Lichtschalter anmachen, Türen schließen
  • Intelligenzspielzeuge und Futterbälle: Futterbälle und Kongs können befüllt werden
  • Zubehör verwenden: Schnüffelteppiche, Plastikbecher, Papprollen und vieles mehr


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Veröffentlicht am 02.02.2017 08:00 in der Kategorie Interessantes von

Beatrice Krist