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Hund apportiert

Apportieren lernen

Wie bringe ich meinem Hund das Apportieren bei? Diese Frage stellen sich viele Hundehalter. In diesem Artikel lesen Sie, welche Hilfsmittel beim Apportieren benötigt werden, wie Sie Ihrem Hund das Apportieren Schritt für Schritt beibringen und was Sie tun können, wenn der Hund nicht apportieren möchte.


Was bedeutet Apportieren?

Apportieren ist ursprünglich ein Begriff aus der Jagd und bezeichnet das Herbeischaffen von erlegtem Wild zum Jäger. Heute versteht man unter Apportieren generell das Heranbringen von Gegenständen wie Dummys, Bällen oder Spielzeug durch den Hund. Die Fähigkeit zum Apportieren ist in den meisten Fällen antrainiert, einige Hunde apportieren aber auch in Eigeninitiative.

Hilfsmittel beim Apportieren

Das Apportieren lässt sich ohne großen Aufwand trainieren. Als Zubehör wird lediglich ein Wurfgegenstand oder Dummy benötigt. Außerdem sind Leckerlis hilfreich, mit denen der Hund nach einer korrekten Ausführung belohnt wird, um seine Motivation zu steigern.

Als Wurfgegenstand oder Dummy dient jedes Hundespielzeug ebenso wie ein Ball oder ein handelsübliches Apportierholz. Der Gegenstand sollte jedoch keine spitzen Kanten aufweisen und so groß sein, dass er nicht vom Hund verschluckt werden kann.

Außerdem ist es ratsam, keinen Gegenstand zu verwenden, welchen der Hund als frei verfügbares Spielzeug kennt. Auf diese Weise ist er besser in der Lage, den Unterschied zwischen Spiel und Übung zu begreifen. Verwenden Sie also einen eigenen Gegenstand für das Apportiertraining, der nach der Übung aus der Reichweite des Hundes gelegt wird.

»Tipp: Die Arbeit mit einem Futterdummy kann das Apportiertraining erleichtern. Hier erfahren Sie mehr über das Training mit dem Futterdummy.

Ablauf des Apportierens

Das Apportieren ist für den Hund ein komplexer Ablauf von Handlungen, wovon zunächst jede einzelne für sich erlernt werden muss. Dazu wird der Gesamtablauf in drei Schritte eingeteilt:

  • das Aufnehmen des Dummys,
  • das Zurückbringen
  • und als letzter Schritt die Übergabe an den Besitzer

Für jede Handlung wird dabei ein eigenes Kommando verwendet, zum Beispiel "Apport" für das Herbeiholen und "Aus" für die Übergabe des Dummys. Auch für eine falsche Handlung kann der Hund ein Kommando lernen, damit er den Unterschied zwischen richtig und falsch von Beginn an lernt.

Dabei ist es bei jedem der Trainingsschritte entscheidend, den Hund bei richtigen Handlungen zu loben und mit Leckerlis zu belohnen, ihn bei unerwünschten Reaktionen jedoch nicht zu bestrafen. Nur so bleibt der Hund auf spielerische Weise motiviert. Die verwendeten Belohnungen sollten hochwertig und an den Bedarf des Hundes angepasst sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Apportieren

Schritt 1: Als Voraussetzung für das Dummytraining sollte Ihr Hund das Signal "Aus" beherrschen und Gegenstände, die im Fang getragen werden, wieder hergeben. Hier lesen Sie, wie Sie Ihrem Hund "Aus" beibringen.

Schritt 2: Sichern Sie Ihren Hund zu Beginn des Trainings am besten mit einer Schleppleine. So hat Ihr Hund gar nicht die Chance mit dem Dummy wegzurennen. Wählen Sie außerdem eine ablenkungsarme Umgebung für den Trainingsbeginn.

Schritt 3: Ihr Hund muss zunächst das Vertrauen zu Ihnen gewinnen, dass Sie ihm die Beute nicht gleich wegnehmen und eine Belohnung auf das Tragen des Gegenstandes zu Ihnen folgt. Verwenden Sie am besten zwei Dummys oder Futterbeutel.

Schritt 4: Machen Sie den Hund auf das Dummy aufmerksam und werfen Sie das Dummy anschließend.

Schritt 5: Hat der Hund den Futterbeutel oder das Dummy aufgenommen, loben Sie ihn kräftig und locken ihn mit freundlicher Stimme zu sich.

Schritt 6: Ist der Hund mit dem Gegenstand im Fang auf dem Weg zu Ihnen, werfen Sie gleich das zweite Dummy in die andere Richtung oder lassen Sie den Hund aus einem Futterdummy fressen. So lernt Ihr Hund, dass er die geworfene Beute nicht in Sicherheit bringen muss und es sich immer lohnt damit zu Ihnen zu kommen. Das Festhalten und Vorsitzen mit dem Dummy kann später separat geübt werden, wenn das Apportieren klappt.

Schritt 7: Beenden Sie die Trainingseinheit immer damit, dass der Hund aus dem Futterbeutel fressen darf oder etwas Futter von Ihnen bekommt. So senkt sich das Erregungslevel wieder und Sie können den Apportiergegenstand in Ruhe wegpacken. Signalisieren Sie dem Hund, dass die Übung nun beendet ist.

Schritt 8: Mit der Zeit vergrößert der Besitzer die Entfernung zwischen sich und seinem Hund, sodass der Gegenstand nun aktiv auf das Kommando "Apport" herbeigebracht werden muss. Beherrscht der Hund das Apportieren, kann das Dummytraining vielfältig variiert werden.

Wenn Sie im Training nicht weiterkommen sollten oder Anregungen für weitere Übungen brauchen, gehen Sie auf einen vertrauenswürdigen Hundetrainer zu. Viele Hundeschulen und Hundesportvereine bieten Dummytraining an. Achten Sie bei der Auswahl einer Dummygruppe darauf, dass das Apportieren positiv aufgebaut wird.

Tipps für das Apportiertraining

  • Sichern Sie Ihren Hund mit einer Schleppleine, damit er nicht die Chance hat mit dem Gegenstand wegzurennen.
  • Freuen Sie sich, wenn Ihr Hund Gegenstände trägt. Rennen Sie Ihrem Hund nicht hinterher - der Hund soll mit der Beute zu Ihnen kommen und nicht umgekehrt.
  • Vermitteln Sie Ihrem Hund, dass es sich lohnt mit der Beute zu Ihnen zu kommen. Werfen Sie dafür gleich einen zweiten Gegenstand, belohnen Sie Ihren Hund sofort mit Futter oder streicheln Sie ihn erst mal, während er die Beute noch im Fang hat.
  • Reißen Sie Ihrem Hund Gegenstände nie einfach aus dem Maul, sondern machen Sie Tauschgeschäfte mit dem Hund.
  • Neigt Ihr Hund beim Apportieren dazu sehr aufgeregt zu sein, bringen Sie Ruhe und Pausen in die Übungen.
  • Hunde sollten nicht lernen, dass jeder fliegende Gegenstand für sie bestimmt ist. Werfen Sie den Gegenstand deshalb ab und zu, lassen Sie Ihren Hund warten und holen Sie den Gegenstand selbst. Statt das Dummy zu werfen, können Sie das Dummy für Ihren Hund hinlegen.
  • Beenden Sie die Apportierübung, wenn das Training gerade gut klappt und der Hund noch motiviert ist. Den Gegenstand zwei bis drei Mal erfolgreich bringen zu lassen, ist vor allem für junge Hunde völlig ausreichend.
Hund beim Apportieren

Stöckchen holen

Immer noch lassen viele Besitzer ihren Hund Stöckchen holen. Allerdings ist das Verletzungsrisiko dabei relativ hoch. Immer wieder müssen Hunde beim Tierarzt behandelt werden, da sie sich mit einem Stock den Maul- oder Rachenbereich verletzt haben. Im schlimmsten Fall bleibt ein Stock im Boden stecken und der Hund spießt sich die Zunge oder den Rachen auf. Vor allem, wenn mehrere Hunde anwesend sind und dadurch die Aufregung bei den Tieren höher ist, steigt das Verletzungsrisiko. Greifen Sie daher besser auf geeignete Apportiergegenstände wie Dummys, Futterbeutel oder Hundespielzeuge zurück.

»Tipp: Bringen Sie Ihrem Hund aufgrund des Verletzungsrisikos gar nicht erst bei, Stöckchen zu tragen. Verwenden Sie ausschließlich Gegenstände zum Apportieren, die für Ihren Hund geeignet sind.

Ab welchem Alter apportieren lassen?

Prinzipiell ist das Apportieren für jedes Alter und für jede Rasse geeignet. Es ist sogar sehr sinnvoll, Welpen frühzeitig das Ausgeben von Gegenständen beizubringen. Jedoch sollte darauf geachtet werden, bei Welpen und Junghunden die Übungseinheiten möglichst kurz zu gestalten und die Gelenke nicht zu sehr zu belasten. Auf wildes Ballspielen sollte verzichtet werden bis der Hund ausgewachsen ist. Bis dahin reicht es aus, den Apportiergegenstand wenige Meter zu werfen oder zu legen und den Hund zwei bis drei Mal bringen zu lassen. Bedenken Sie außerdem, dass junge Hunde in den Zahnwechsel kommen. Diese Phase ist ggf. mit Schmerzen im Maulbereich verbunden, sodass in dieser Zeit das Apportiertraining pausiert werden muss. Auch ältere Hunde können noch lernen zu apportieren. Gehen Sie hier genauso vor wie oben beschrieben.

Was tun, wenn der Hund nicht apportieren will?

Einige Hunde erkennen zwar sehr genau, was von ihnen verlangt wird, zeigen jedoch kein Interesse am Apportieren. Oftmals liegt der Grund in einer mangelnden Motivation des Hundes, dem auf spielerische Weise entgegengewirkt werden kann. Dazu dient zum Beispiel ein Fangspiel, bei dem der Besitzer das Dummy bewusst zeigt und präsentiert, um den Hund zu locken, jedoch ohne es ihm zu überlassen. Dabei zieht man den Gegenstand über dem Boden vom Hund weg - nicht auf ihn zu. Bei diesen Tricks ahmt der Besitzer das natürliche Verhalten des Hundes nach, um auf spielerische Weise sein Interesse zu wecken. Ist Ihr Hund noch kein begeisterter Apportierer, gilt: Weniger ist mehr. Lassen Sie Ihren Hund nur einmal den Gegenstand bringen und packen Sie den Dummy dann wieder weg. So bleibt die Motivation für das Apportieren in der Regel höher, als wenn man das Bringspiel zu oft abverlangt.

Sollten diese Tipps keine Wirkung zeigen und apportiert der Hund weiter nicht, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Habe ich das Apportieren vielleicht falsch oder mit zu viel Druck aufgebaut?
  • Habe ich bisher im Training die falsche Belohnung für meinen Hund gewählt?
  • Ist mein Hund gerade im Zahnwechsel oder hat er andere Beschwerden, weshalb er nicht apportieren will?
  • Ist der Apportiergegenstand für meinen Hund geeignet?
  • Vielleicht liegt meinem Hund eine andere Beschäftigungsform eher?

Achten Sie darauf, die Belohnungen von der Tagesration des Futters abzuziehen, um Übergewicht zu vermeiden. futalis steht Ihnen gern beratend für das optimale Futter Ihres Hundes zur Seite.


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