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Verstopfung beim Hund

Verstopfung beim Hund & die Rolle der Ernährung

Verstopfungen werden in der Medizin als Obstipationen bezeichnet. Obstipationen gehen mit dem Absetzen eines harten Kotes einher und können eine Reihe von Ursachen haben. Einige Tiere neigen zu immer wiederkehrenden Problemen und müssen eventuell lebenslänglich Spezialdiäten erhalten.


Wie erkenne ich eine Verstopfung bei meinem Hund?

  • vergebliche Versuche Kot abzusetzen
  • sehr harter, trockener Kot
  • es kann nur sehr wenig Kot abgesetzt werden, der auch blutig oder schleimig sein kann
  • Schmerzhaftigkeit beim Kotabsatz und beim Berühren des Bauches

Ursachen von Verstopfung beim Hund

Als Ursache kommen zunächst eine Reihe von Erkrankungen in Frage, aber auch fütterungsseitig gibt es einige Risikofaktoren.

Falsche Fütterung, Medikamente oder Bewegungsmangel

  • Fütterung von Knochen: Vor allem die Gabe größerer Mengen mineralstoffreicher Einzelfuttermittel wie Knochen stellt einen Risikofaktor dar. Als Richtwert sollten 20 g Frischknochen/kg Körpermasse/Tag nicht überschritten werden, wobei einige Hunde empfindlicher auf die Gabe von Knochen reagieren als andere. Neben dem sogenannten sehr trockenen Knochenkot, kann es dabei im schlimmsten Fall zum völligen Verschluss des Darmrohres kommen.
  • Flüssigkeitsmangel: Ein Mangel an Flüssigkeit kann mit einem Eintrocknen des Darminhaltes und so mit einer Verstopfung einhergehen.
  • Bewegungsmangel: Vor allem ältere Hunde besitzen ein erhöhtes Risiko unter Verstopfungen zu leiden, da es bei ihnen neben Stoffwechselveränderungen auch häufig zu einer reduzierten Bewegungsaktivität kommt.
  • Medikamente: Weiterhin können einige Medikamente als Ursache für Verstopfung gelten.
  • Stress: Auch starker Stress (beispielsweise durch veränderte Lebensumstände, zu harte Erziehung oder andere Stressoren) kann zu Verstopfung führen.

Erkrankungen

  • Erkrankungen des Nervensystems können dazu führen, dass in Teilen des Darmes gar keine oder keine ausreichende Peristaltik entsteht. Dadurch steht der Darminhalt an dieser Stelle still und kann nicht weiter transportiert werden, es kommt zur Verstopfung.
  • Auch verschiedene Tumore sowie eine Prostatavergrößerung können mit Verstopfungen einhergehen. Außerdem können komplexe Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenfehlfunktionen zu der Entstehung einer Obstipation beitragen.

Fremdkörper

  • Aufnahme von Papier, Holz, Haaren, Spielzeug- oder Plastikteilen
  • Infolge von Fremdkörpern oder vorangegangenen Darmoperationen kann es zu Engstellen oder Verwachsungen im Darm kommen, an denen sich der Darminhalt anstaut.
Hund leidet unter Verstopfung

Symptome von Verstopfung

Eine Obstipation äußert sich in erster Linie durch den Absatz eines sehr harten Kotes. Eventuell werden nur kleine Mengen stark segmentierten Kots abgesetzt und es zeigt sich beim Kotabsatz selbst eine deutliche Schmerzhaftigkeit. Im schlimmsten Fall fehlt der Kotabsatz vollständig, da es zu einem vollständigen Verschluss des Darmrohres gekommen ist.

Außerdem kann das Tier ganz allgemein Zeichen von Unwohlsein zeigen und reagiert womöglich schmerzhaft beim Berühren des Bauches. In einigen Fällen kann der Bauch aufgebläht aussehen. Je länger der Hund keinen Kot abgesetzt hat, desto schmerzhafter wird dies für den Hund, da dem Kot zunehmend Wasser entzogen wird.

Ernährung bei Verstopfung: Verdauung anregen

  • Verzicht auf die Gabe von Knochen
  • Gabe von Milchzucker oder milden und natürlichen Abführmitteln wie Flohsamenschalen oder Leinsamen
  • Fütterung von Lebensmitteln mit hohem Rohfasergehalt wie Möhren
  • Zurückgreifen auf Hundefutter mit hoher Verdaulichkeit
  • Zufütterung mit hochwertigem Nassfutter
  • Sorge tragen, dass der Hund ausreichend trinkt und immer frisches Wasser zur Verfügung hat

Ziel der Fütterungsmaßnahmen bei vorliegender Obstipation ist ein möglichst weicher Kot, um so den Kotabsatz zu erleichtern. Futtermittel, die Obstipationen auslösen können, wie etwa Knochen, sollten bei einem Hund, der bereits einmal mit einer Verstopfung zu tun hatte, möglichst vermieden werden. Höhere Mengen Milchzucker können vom Hund nicht verdaut werden, deshalb gelangt der Milchzucker in den Dickdarm. Im Dickdarm wird er von den Mikroorganismen gespalten und führt dadurch zu einem Anstieg des Wassergehaltes im Darminhalt. Ein Schluck Milch kann der Verstopfung also entgegenwirken. Jedoch sollte die Gabe und die Menge vorab mit einem Tierarzt abgesprochen werden, da die enthaltene Laktose auch zu Verdauungsproblemen führen kann. In unserer Lebensmittelliste lesen Sie, welche Menge an Milch nicht überschritten werden sollte.

Neben dem Milchzucker kann aber auch die Gabe bestimmter Faserstoffe, der Pektine (z. B. Möhren), helfen den Kot weicher zu machen. Pektine wirken präbiotisch [1,2], da sie im Dickdarm von nützlichen Mikroorganismen verstoffwechselt werden. Dadurch wird der Kot weicher und als positiver Nebeneffekt entstehen unter anderem Stoffwechselprodukte, die eine ernährende Funktion für die Schleimhaut des Darms haben und so die Darmgesundheit fördern. In Fällen, in denen eine Erkrankung die Ursache ist, sollte diese von einem Tierarzt behandelt werden.

Außerdem ist dann im besonderen Maße auf eine möglichst hohe Verdaulichkeit der Futterration zu achten. Es können auch noch weitere Anpassungen der Futterration nötig sein, je nachdem, welche Grunderkrankung vorliegt. Zudem sollte immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Lässt sich der Hund nicht zum Trinken anregen, kann man gegebenenfalls auf eine Zufütterung von Nassfutter umstellen, damit der Hund einen Teil seines täglichen Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung decken kann. Kommt es dennoch zu einer vollständigen Verlegung des Darmrohres, kann eine medikamentöse Therapie mit Abführmitteln oder Klistiers versucht werden. Kann damit keine Besserung erzielt werden, lässt sich eine Operation in der Regel nicht vermeiden.

Weitere Therapie Maßnahmen bei Verstopfung

  • Ausreichend Bewegung
  • Vermeidung von Stress
  • Dem Hund Ruhe und Zeit lassen beim Geschäft verrichten

Bewegung regt die Peristaltik des Magen-Darm-Traktes an, weshalb ein aktives Bewegungsprogramm helfen kann, die Symptome zu mindern. Außerdem sollte Stress vermieden und dem Hund ausreichend Ruhe beim Verrichten seines Geschäftes gelassen werden.

» Vorbeugende Maßnahmen gegen Verstopfung sind ausreichend Bewegung, ein hochwertiges Hundefutter und die Vermeidung von der Gabe zu vieler Knochen. Sollte Ihr Hund dennoch weiter unter Obstipationen leiden, sollten Sie einen Tierarzt konsultieren.

Wann mit Verstopfung zum Tierarzt gehen?

Setzt der Hund länger als zwei Tage keinen Kot ab und helfen die genannten Maßnahmen zur Anregung der Darmtätigkeit nicht, sollten Sie Ihren Hund einem Tierarzt vorstellen.

Bei dem Verdacht auf einen Fremdkörper als Ursache der Verstopfung, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen. Dies gilt ebenfalls, wenn das Allgemeinbefinden des Hundes schlecht ist.

Wird die Verstopfung nicht behandelt, besteht die Gefahr eines Darmverschlusses, welcher unbehandelt zum Tod des Hundes führen kann. Ebenso kann eine Überdehnung des Darms, ein sogenanntes Megakolon, entstehen. Hierbei wird die Muskulatur des Darms irreversibel geschädigt. Deshalb sollten Verstopfungen ernst genommen und den Ursachen auf den Grund gegangen werden.


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Wissenschaftliche Studien

[1] Hussein et al. (1999): Petfood applications of inulin and oligofructose. J Nutr. 129(7 Suppl): 1454S-6S.
[2] Kolida et al. (2002): Prebiotic effects of inulin and oligofructose. Br J Nutr. 87 Suppl 2: S193-7.