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Krampfanfall beim Hund

Krampfanfälle bei Hunden und die geeignete Fütterung

Ursächlich für Krampfanfälle bei Hunden können neben einer Epilepsie viele weitere Erkrankungen wie eine Unterzuckerung oder eine Intoxikation sein. Für eine effektive Therapie und eine auf den Einzelfall abgestimmte Ernährung ist deshalb zunächst eine genaue Diagnose erforderlich.


Inhaltsverzeichnis

Merkmale von Krampfanfällen

Krampfanfall Ursachen

Verhalten bei Krampfanfällen

Diagnosestellung

Therapie und Vorbeugung

Merkmale von Krampfanfällen

  • Bewusstlosigkeit
  • Hund zuckt und krampft
  • Überstrecken des Kopfes
  • Verkrampfte Kaumuskulatur und kauende Bewegungen
  • Starkes Speicheln und Schaumbildung am Fang
  • Verlust über die Kontrolle von Blase und Darm
  • Ungerichtete Lautäußerungen

Bewusstlosigkeit und unkontrollierte Muskelzuckungen am gesamten Körper des Hundes zählen zu den häufigsten Symptomen von Krampfanfällen. Man unterscheidet zwischen tonischen Krämpfen, bei denen die Muskulatur komplett versteift und klonischen Krämpfen, die durch rhythmische Zuckungen gekennzeichnet sind. Auch ein gemischtes Auftreten von tonischen und klonischen Symptomen ist möglich. In einigen Fällen setzen Hunde während eines Krampfanfalls Urin oder Kot ab.

Bei der Diagnosestellung ist zu beachten, dass auch andere Erscheinungen – beispielsweise Muskellähmungen, ein Schwächezustand oder Kollaps – ähnliche Symptome hervorrufen können.

Krampfanfall Ursachen

Krampfanfälle können unter anderem durch einen Sauerstoff- oder Nährstoffmangel im Gehirn ausgelöst werden. Erkrankungen, die einen solchen Mangel hervorrufen, sind beispielsweise Herzerkrankungen, eine Unterzuckerung oder ein Gehirninfarkt. Ebenso können Vitamin-B1-Mangel und akuter Kalziummangel ursächlich für die Anfälle sein. Auch Funktionsstörungen, die aufgrund einer Schädigung des Gehirns oder Nervensystems (z. B. verursacht durch Entzündungen, Infektionen oder Kopfverletzungen) auftreten, äußern sich gelegentlich durch Krampfanfälle. In diesem Zusammenhang sind auch toxische Einflüsse auf das Nervensystem wie Umweltgifte und falsch eingenommene Medikamente zu nennen. Relativ häufig treten auch durch körpereigene Gifte bedingte, krampfauslösende neurologische Fehlfunktionen auf, beispielsweise aufgrund einer Leberstoffwechselstörung.

Häufig wird beim Auftreten von Krampfanfällen von „Epilepsie“ gesprochen. Jedoch ist diese spezielle Erkrankung nur zu diagnostizieren, wenn keine organische Ursache als Auslöser für den Krampfanfall identifiziert werden kann. Einige Hunderassen sind dafür genetisch vorbelastet. Vermehrt wurde das Auftreten bei Collies, Retrievern und Weimaranern beobachtet.

Verhalten bei Krampfanfällen

Verhalten während eines Krampfanfalls – Erste Hilfe Maßnahmen

  • Ruhe bewahren
  • Die Umgebung abdunkeln
  • Die Umgebung sichern: Gegenstände wegräumen, an denen sich der Hund verletzen kann
  • Laute Geräusche vermeiden
  • Den Hund nicht festhalten

Kommt es zu einem Krampfanfall, sollten Hundehalter unbedingt Ruhe bewahren und den Hund möglichst dort verweilen lassen, wo er sich gerade aufhält. Während des Anfalls sollte die Umgebung abgedunkelt werden sowie Geräusche in Grenzen gehalten werden. Scharfe Kanten und spitze Gegenstände stellen ein Verletzungsrisiko für den krampfenden Hund dar. Entfernen Sie gefährliche Objekte deshalb aus seiner Reichweite. In der Regel ist der Anfall bereits nach wenigen Minuten vorüber. Treten die Krampfanfälle häufiger auf, empfehlen sich rektal anwendbare Medikamente – zur Unterbrechung eines akuten Anfalls (Antikonvulsiva).

Schützen Sie nicht nur Ihren Hund vor Verletzungen, auch Sie sollten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Vermeiden Sie es, Ihren Hund im Bereich des Kopfes anzufassen. Da die Muskulatur auch im Bereich des Fanges verkrampft, besteht die Gefahr, dass Ihr Hund um sich beißt. Versuchen Sie nicht Ihren Hund festzuhalten.

Klingt der Anfall nicht innerhalb weniger Minuten ab oder besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, ist ein unverzüglicher Tierarztbesuch dringend anzuraten. Auch wenn sich weitere Symptome wie Fieber, Erbrechen, Blutungen oder anhaltende neurologische Ausfälle (z. B. Lähmungen) einstellen, sollten Hundehalter schnell gemeinsam mit ihrem Hund den Tierarzt aufsuchen. Dauert der Krampfanfall nur kurz an und tauchen ansonsten keine weiteren Beschwerden auf, genügt eine tiermedizinische Behandlung später am Tag oder am darauffolgenden Tag.

Verhalten nach einem Krampfanfall

  • Zeit zur Erholung geben in einem ruhigen Raum
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht gleich Treppen steigen
  • Beim Hund bleiben und für den Hund da sein, bis sich sein Verhalten normalisiert

Gewähren Sie dem Hund anschließend eine Erholungszeit von mehreren Stunden in einem lichtarmen und ruhigen Raum. Weiterhin sollten alle Gegenstände, an denen sich der Hund verletzen kann, aus dem Weg geräumt sein. Achtung: Einige Hunde reagieren nach einem Anfall mit deutlichen Verhaltensänderungen und zum Teil aggressiv. Auch Desorientierung, neurologische Ausfälle, ein taumelnder Gang sowie starker Hunger und Durst können nach einem Krampfanfall mehrere Minuten bis Stunden andauern. Lassen Sie Ihren Hund nicht allein, bis er sich wieder normalisiert hat.

Sollte Ihr Hund Medikamente bekommen, sollte die Gabe unbedingt regelmäßig erfolgen, um weiteren Anfällen vorzubeugen.

Untersuchungen für eine Diagnosestellung

Behandlungsmöglichkeiten für Krampfanfälle bei Hunden hängen eng mit der zugrundeliegenden Erkrankung zusammen. Bevor eine Therapie in Angriff genommen wird, müssen daher spezielle diagnostische Schritte eingeleitet werden.

Hinweise zu Auftretenshäufigkeit und -dauer, Auslöser und Ablauf des Krampfanfalls und allgemeine klinische Befunde helfen dem Tierarzt bei der Eingrenzung. Den Ausgangspunkt bei der Diagnosestellung bilden meist Blut- und neurologische Untersuchungen. Falls die Befunde noch nicht eindeutig sind oder trotz Behandlung weitere Anfälle auftreten, sind weitere diagnostische Maßnahmen vonnöten. Aufschluss geben können dann Ultraschall-, MRT-, CT- oder Röntgenuntersuchungen sowie Rückenmarkspunktionen, EEG-Untersuchungen, Hautuntersuchungen und Leberfunktionstests. Einige dieser Analysen können nur in Tierkliniken oder von spezialisierten Tierärzten realisiert werden.

Erst, wenn alle anderen infrage kommenden Ursachen ausgeschlossen werden konnten, kann mit Sicherheit die Diagnose einer (primären) Epilepsie gestellt werden. Entsprechend der Diagnose wird Ihr Tierarzt eine Therapie einleiten.

Hund nach Krampfanfall

Therapie und Vorbeugung

Eine primäre Epilepsie lässt sich in der Regel nur mit antiepileptischen Arzneimitteln behandeln. Wurden jedoch organische Ursachen für die Krampfanfälle festgestellt, ist es möglich, positive Ergebnisse durch eine Ernährungsumstellung zu erreichen.

Mit einer ausgewogenen, auf den individuellen Bedarf des Hundes abgestimmten Ernährung lassen sich bestimmte Ursachen für Krampfanfälle vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Mangelerscheinungen, die durch eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium und Magnesium hervorgerufen werden. Fisch sollte nicht roh verfüttert werden. Durch Erhitzung werden hingegen die Enzyme inaktiviert, die für die Zerstörung des Vitamins B1 zuständig sind. Bei der Futterauswahl sollten Hundehalter zudem darauf achten, dass keine künstlichen Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe enthalten sind. Diese stehen im Verdacht, Krampfanfälle bei Hunden zu begünstigen.

Sowohl angeborene als auch erworbene Lebererkrankungen gehören zu den Auslösern von Krampfanfällen, die durch die Ernährung beeinflusst werden können. Empfehlenswert ist deshalb ein spezielles Diätfuttermittel zur Unterstützung der Leberfunktion mit reduziertem Proteingehalt. Ideal sind hochwertige Proteine mit einem hohen Anteil an essenziellen Aminosäuren. Zur Verfütterung eignen sich Fleisch, Quark und Sojaprotein, da sie hochverdauliche Proteine enthalten. Bestimmte Faserstoffe im Futter tragen – in moderater Menge zugeführt – zu einer positiven Beeinflussung der Darmflora bei. Vitamin E und Zink wirken als Antioxidantien und sollten deshalb in erhöhter Menge im Hundefutter enthalten sein. Streng bedarfsgerecht, also keinesfalls in erhöhter Menge, sollte ein Hund mit Leberproblemen Kupfer und Vitamin A zu sich nehmen. Diese können bei erhöhter Zufuhr das Lebergewebe schädigen.

Im Falle einer Herzerkrankung ist parallel zur Behandlung mit Medikamenten eine Ernährungsumstellung auf ein Diätfuttermittel zur Unterstützung der Herzfunktion ratsam. Hier spielt eine Verringerung des Natriumgehalts eine entscheidende Rolle. So werden Herz und Blutkreislauf entlastet, erhöhtem Blutdruck wird vorgebeugt. Übergewichtige Hunde sollten eine Reduktionsdiät erhalten, da das überschüssige Gewicht das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet. Je nach Ernährungszustand kann zur Verhinderung einer Abmagerung auch sehr energie- und fettreiches Futter notwendig sein.

Eine an die betreffende Ursache angepasste Therapie kann helfen, das Auftreten von Krampfanfällen deutlich zu reduzieren oder sogar zu verhindern.


Treten auch bei Ihrem Hund Krampfanfälle auf?

führt eine Rationsberechnung für Ihren Hund durch und ermitteln dabei die genauen Bedarfswerte Ihres Hundes. Darauf wird ein maßgeschneidertes Hundefutter hergestellt. Eine auf Ihren Hund abgestimmte Ernährung kann helfen, die Anfälle zu reduzieren. Bitte beachten Sie, dass Epilepsie als Erkrankung im Futterassistenten nicht auswählbar ist. Eine manuelle Berechnung der Ration von unseren Tierärzten ist jedoch möglich. Unsere Ernährungsberater helfen Ihnen gerne weiter. Für weitere Informationen steht Ihnen unsere Kundenbetreuung per E-Mail unter info@futalis.de zur Verfügung.


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