Krampfanfall beim Hund – Auslöser und 7 essentielle Fakten

Ursächlich für Krampfanfälle bei Hunden können neben einer Epilepsie viele weitere Erkrankungen wie eine Unterzuckerung oder eine Intoxikation (Vergiftung) sein. Wie du dich bei einem Anfall verhalten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Krampfanfälle bei Hunden auf einen Blick: 7 wichtige Fakten

Nicht jeder Krampfanfall ist ein epileptischer Anfall. Um deinem Vierbeiner helfen zu können und damit bestenfalls zukünftige Anfälle zu vermeiden, ist es wichtig, die Ursache bzw. den Auslöser zu finden.

Leidet dein Hund nicht an einer Epilepsie, kannst du je nach Diagnose deines Tierarztes verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das erneute Auftreten von Anfällen zu reduzieren. Eine Ernährungsumstellung kann ebenfalls ratsam sein.

Sei vorbereitet auf die Anfälle und handle entsprechend, indem du beispielsweise den Raum abdunkelst oder laute Geräusche vermeidest.

Lass deine Fellnase während des Anfalls nicht aus den Augen. Klingen ihre Zuckungen nicht innerhalb weniger Minuten ab, kann dies lebensbedrohend für sie sein.

Gönne deinem Hund nach einem überstandenen Anfall viel Ruhe und vermeide stressige Situationen.

Lass dich nicht von kurzzeitig andauernden Verhaltensänderungen deines Vierbeiners nach einem Anfall überraschen; solche sind üblich und in der Regel kein Grund zur Sorge.

Krampfanfälle bilden meist eines von mehreren Symptomen einer grundlegenden Erkrankung. Dein Fokus sollte also nicht nur darauf liegen.

Was ist ein Krampfanfall?

Hund mit Fieber

Erleiden Hunde einen Krampfanfall, verlieren sie eine kurze Zeit lang die Kontrolle über ihren Körper. Manchmal fallen sie zu Boden, zucken und zittern. Die Anfälle können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Meist entwickelt sich ein Krampfanfall aus einem Ruhezustand heraus. So überraschen die unkontrollierten Zuckungen viele Hunde im Schlaf. In einigen Fällen setzen sie während des Anfalls Urin oder Kot ab. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Krampfanfällen:

Bei tonischen Krämpfen versteift die Muskulatur komplett.

Klonische Krämpfe sind durch rhythmische Zuckungen gekennzeichnet.

Möglich ist auch ein gemischtes Auftreten von tonischen und klonischen Symptomen.

Bei der Diagnosestellung solltest du beachten, dass auch andere Erscheinungen – beispielsweise Muskellähmungen, ein Schwächezustand oder Kollaps – ähnliche Symptome hervorrufen können.

Hund hat einen Krampfanfall: Symptome

Hund krampft: Ursachen/Auslöser

Was kann Krampfanfälle beim Hund auslösen? Unter anderem solltest du über folgende Faktoren informiert sein:

Sauerstoff- oder Nährstoffmangel im Gehirn: Erkrankungen, die einen solchen Mangel hervorrufen, sind beispielsweise Herzerkrankungen, eine Unterzuckerung oder ein Hirninfarkt.

Vitamin-B1-Mangel und akuter Kalziummangel können ursächlich für das Muskelzucken sein.

Auch Funktionsstörungen, die auf eine Schädigung des Gehirns oder Nervensystems (etwa aufgrund von Entzündungen, Tumoren, Infektionen oder Kopfverletzungen) folgen, äußern sich gelegentlich durch Krampfanfälle.

Toxische Einflüsse auf das Nervensystem, wie Umweltgifte, giftige Lebensmittel und falsch eingenommene Medikamente, können die unkontrollierten Zuckungen bei deinem Hund auslösen.

Relativ häufig treten auch durch körpereigene Gifte bedingte, krampfauslösende neurologische Fehlfunktionen in Erscheinung, beispielsweise aufgrund einer Leberstoffwechselstörung.

Epilepsie bei Hunden

Häufig spricht man beim Auftreten von Krampfanfällen zunächst von einer „Epilepsie“ oder stellt jeglichen Anfall mit der Erkrankung gleich. Grund hierfür ist, dass es ganz unterschiedliche Auslöser für Krampfanfälle gibt, diese aber nicht zwingend anhand der Symptome unterschieden werden können. Eine Abklärung durch deinen Tierarzt ist daher insbesondere bei wiederholt auftretendem Anfallsgeschehen ratsam.

Achtung: Einige Hunderassen sind für diese Erkrankung genetisch vorbelastet. So beobachtete man vermehrt epileptische Anfälle bei Collies, Retrievern und Weimaranern.

Hund in der Wohnung zu Silvester

Was tun, wenn der Hund krampft

Kommt es zu einem Krampfanfall bei deinem Hund, solltest du einige Aspekte beachten bzw. gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Krampfanfall beim Hund: Erste Hilfe

  1. Bewahre Ruhe und lass deinen Hund möglichst an dem Ort verweilen, an dem er sich gerade aufhält.
  2. Während dein Hund die unangenehmen Zuckungen hat, solltest du die Umgebung abdunkeln.
  3. Vermeide vor allem laute Geräusche und versuche, von außen kommende Geräusche abzuschwächen.
  4. Sichere die Umgebung, indem du scharfe Kanten mit weichen Stoffen abdeckst und spitze Gegenstände sowie andere gefährliche Objekte aus der Reichweite deines Vierbeiners räumst. Damit stellst du sicher, dass er sich während des Krampfanfalls nicht daran verletzen kann.
  5. Versuche nicht, deine Fellnase festzuhalten. Wenn du deinen krampfenden Hund am Kopfbereich anfasst, kann die Gefahr bestehen, dass er reflexartig um sich beißt und dich dabei verletzt. Da sich auch die Muskulatur im Bereich des Fangs verkrampft, unterliegen solche Reaktionen nicht der Kontrolle deines Hundes.

In der Regel ist das Muskelzucken bereits nach wenigen Minuten vorüber. Entspricht der Anfall deines Hundes diesem Maß und tauchen ansonsten keine weiteren Beschwerden auf, solltest du deinem Hund erst einmal Ruhe gönnen und es genügt eine spätere tiermedizinische Behandlung am selben oder darauffolgenden Tag.

Klingen die Zuckungen dagegen nicht innerhalb weniger Minuten ab oder hegst du den Verdacht auf eine Vergiftung, solltest du unverzüglich deinen Tierarzt aufsuchen. Dasselbe gilt, wenn sich nach dem Krampfanfall weitere Symptome wie Fieber, Erbrechen, Blutungen oder anhaltende neurologische Ausfälle (z. B. Lähmungen) einstellen. Richte vor allem in diesem lebensbedrohlichen Stadium ein wachsames Auge auf deinen Hund.

Verhalten nach einem Krampfanfall

Achte auf diese Aspekte, nachdem du und dein Hund den akuten Anfall überstanden haben:

Gewähre deinem Vierbeiner eine Erholungszeit von mehreren Stunden in einem lichtarmen und ruhigen Raum.

Lass deinen Hund nicht gleich Treppen steigen.

Räume weiterhin alle gefährlichen Gegenstände aus dem Weg, an denen sich deine noch desorientierte Fellnase verletzen könnte.

Desorientierung, neurologische Ausfälle, ein taumelnder Gang sowie starker Hunger und Durst können nach einem Krampfanfall mehrere Minuten bis Stunden andauern.

Bleibe bei deinem Hund und sei für ihn da, bis sich sein Verhalten wieder normalisiert hat.

Bekommt dein Vierbeiner Medikamente, solltest du sie ihm niemals unregelmäßig verabreichen, um weiteren Anfällen vorzubeugen.

Achtung: Einige Hunde reagieren nach einem Anfall mit deutlichen Verhaltensänderungen und eventuell aggressiv.

Hund krampft und zittert: Diagnose

Behandlungsmöglichkeiten für Krampfanfälle bei Hunden hängen eng mit der zugrundeliegenden Erkrankung zusammen. Bevor du eine Therapie in Angriff nehmen kannst, wird dein Tierarzt daher einige diagnostische Schritte einleiten:

Hinweise zu Häufigkeit, Dauer, Auslöser und Ablauf der Krampfanfälle sowie allgemeine klinische Befunde helfen deinem Tierarzt, der zugrundeliegenden Erkrankung auf die Spur zu kommen.

Den Ausgangspunkt bei der Diagnosestellung bilden meist Blut- und neurologische Untersuchungen. Falls diese Befunde noch nicht eindeutig sind oder trotz Behandlung weitere Anfälle aufkommen, sind weitere diagnostische Maßnahmen vonnöten.

Aufschluss geben können dann Ultraschall-, MRT-, CT- oder Röntgenuntersuchungen sowie Rückenmarkspunktionen, EEG-Untersuchungen, Hautuntersuchungen und Leberfunktionstests. Einige dieser Analysen können nur in Tierkliniken oder von spezialisierten Tierärzten realisiert werden.

Erst, wenn die Tierärzte alle anderen infrage kommenden Ursachen ausschließen können, stellen sie mit relativ hoher Sicherheit die Diagnose einer (primären) Epilepsie.

Krampfanfälle

Hund hat Zuckungen: Therapie und Vorbeugung

Eine primäre Epilepsie lässt sich in der Regel nur mit antiepileptischen Arzneimitteln behandeln. Stellt Dein Tierarzt hingegen andere Ursachen für die Krampfanfälle fest, wird er die Therapie entsprechend anpassen, um ein erneutes Auftreten von Anfällen möglichst zu vermeiden. Eine Umstellung der Fütterung kann dabei ebenfalls hilfreich sein.

Krampfanfall bei Hunden: Ausgewogene Ernährung

Mit einer ausgewogenen und auf den individuellen Bedarf deines Vierbeiners abgestimmten Ernährung lassen sich bestimmte Ursachen für Krampfanfälle vermeiden:

Mangelerscheinungen, die du bei deiner Fellnase durch eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium und Magnesium hervorrufst, beugst du vor, indem du auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Stoffen Acht gibst.

Verfüttere keinen rohen Fisch, sondern erhitze ihn zuerst. Denn die Erhitzung inaktiviert bestimmte Enzyme, die die Zerstörung von Vitamin B1 bedingen.

Achte bei der Futterauswahl zudem darauf, dass es keine künstlichen Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe enthält. Diese stehen im Verdacht, Krampfanfälle bei Hunden zu begünstigen.

Krämpfe beim Hund: Lebererkrankungen

Sowohl angeborene als auch erworbene Lebererkrankungen gehören zu den Auslösern von Krampfanfällen, die du durch die Ernährung beeinflussen kannst. Wir empfehlen dir ein spezielles Diätfuttermittel zur Unterstützung der Leberfunktion mit reduziertem Proteingehalt:

Krämpfe bei Hunden: Herzerkrankungen

Im Falle einer Herzerkrankung raten wir dir parallel zur Behandlung mit Medikamenten zu einer Ernährungsumstellung auf ein Diätfuttermittel zur Unterstützung der Herzfunktion:

Was kann futalis für dich tun, wenn dein Hund unter Krampfanfällen leidet?

futalis zeichnet sich durch einen tierärztlichen und wissenschaftlichen Hintergrund aus. Durch die bedarfsgerechten Rationen, die wir für jeden Hund berechnen, können wir die Futterzusammensetzung auf den individuellen Bedarf jedes Hundes anpassen. Dabei können wir auch verschiedene Erkrankungen berücksichtigen.

Wenn dein Hund zu Krampfanfällen neigt, prüfen wir die Zusammensetzung in unserer Fachabteilung und stellen je nach Ursache zum Beispiel eine leberschonende Zusammensetzung ein, um die Leber zu entlasten. Bei primärer Epilepsie erhöhen wir in Anlehnung an neueste Forschungsergebnisse den Fettgehalt und senken den Kohlenhydratanteil im Futter. 

Bei Epilepsie stehen zudem Konservierungsstoffe, Aromen und Farbstoffe in Verdacht, Anfälle zu begünstigen. Diese sind in unserem Futter daher nicht enthalten.

Johanna Klickermann

Autorin Tierärztin Johanna Klickermann

Unsere Autorin Johanna Klickermann ist Tierärztin mit Leib und Seele. futalis profitiert von ihrer langjährigen Erfahrung mit Hundeerkrankungen und Ernährungsfragen aus der Kleintierpraxis sowie ihrem Wissen aus zahlreichen Fortbildungen. Erfahre mehr über unsere Autorin!

„Leidet dein Hund an Krampfanfällen, kannst du je nach Diagnose deines Tierarztes verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das erneute Auftreten von Anfällen zu reduzieren. Eine Ernährungsumstellung kann ebenfalls ratsam sein.“ – Johanna Klickermann –

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