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futalis Ernährungskonzept

Faserstoffe im Futter als nützliche Nährstoffe

Ballaststoffe oder Faserstoffe erfüllen in der Hundeernährung sehr nützliche Funktionen, obwohl sie unverdaulich sind und deshalb nahezu unverändert wieder ausgeschieden werden. Faserreiche Futtermittel wie Reiskleie oder Rübenschnitzel haben viele positive Eigenschaften. Erfahren Sie hier, warum Faserstoffe im Futter zu finden sind und welchen Nutzen sie für die Verdauung bringen.


Rohfasergehalt und Faserstoffe im Futter

Faserstoffe im Hundefutter

Der Rohfasergehalt im Futter gibt die Menge an löslichen und unlöslichen Faserstoffen an. Faserstoffe sind langkettige Kohlenhydratverbindungen, die vom Hund nicht verdaut werden können, aber dennoch eine physiologische Wirkung im Darm entfalten können. Zu den unlöslichen Faserstoffen gehören beispielsweise die Zellulose oder das Lignin, während Pektin oder Inulin die wichtigsten löslichen Fasern darstellen. Faserstoffe sind in Pflanzenteilen enthalten und wurden von den Urahnen der Hunde hauptsächlich über den Mageninhalt von Beutetieren aufgenommen.

Unlösliche Faserstoffe für die Darmmotorik

Unlösliche Faserstoffe werden im Hundedarm nicht verdaut und verlassen diesen auch wieder in unveränderter Form. Jedoch besitzen sie die positive Eigenschaft, Wasser zu binden, und tragen somit zu einer physiologischen Kotkonsistenz bei. Es wird gleichzeitig einer zu weichen Konsistenz (mit einem hohen Anteil an ungebundenem Wasser) als auch einer zu harten Konsistenz des Hundekots vorgebeugt. Faserstoffe wirken auch Kotabsatzbeschwerden und Verstopfungen entgegen [1], da die physiologischen Darmbewegungen angeregt werden und der Kotabsatz erleichtert wird. Im futalis Hundefutter dienen beispielsweise Rübenschnitzel als geeignete Quelle für Faserstoffe.


Lösliche Faserstoffe als Präbiotika

Lösliche Faserstoffe können zwar von den körpereigenen Darmenzymen des Hundes nicht aufgespalten werden, jedoch dienen sie als Nahrung für die nützlichen Darmbakterien, die zu einer gesunden Darmflora gehören. Somit tragen sie indirekt zu einem optimalen Darmmilieu bei und können helfen, schädliche Darmbakterien zu verdrängen. Lösliche Faserstoffe finden sich vor allem in Möhren (in Form von Pektinen) oder in der Chicoréewurzel (als Inulin).


Faserstoffe gegen Übergewicht und andere Erkrankungen

Neben der Beschaffenheit des Darminhaltes beeinflussen Faserstoffe natürlich auch die Futterbeschaffenheit selbst. Eine erhöhte Menge an Fasern im Futter (Rohfasergehalt über 5 % bei Trockenfutter bzw. über 1 % bei Feuchtfutter) erhöht die Futtermenge, ohne den Energiegehalt zu steigern, und trägt damit zu einem besseren Sättigungsgefühl bei. Dies kann gerade bei übergewichtigen Hunden eine Diät zur Gewichtsreduktion erleichtern, aber auch bei stets hungrigen Hunden eine verbesserte Sättigung herbeiführen und so dem Übergewicht indirekt vorbeugen. Neben Rübenschnitzeln kann hier sogar reine Zellulose zum Einsatz kommen. Als Nebeneffekt einer erhöhten Futtermenge ist jedoch auch mit einer erhöhten Kotmenge zu rechnen, da ein Teil des Futters unverdaut wieder ausgeschieden werden muss – dies ist in solchen Fällen durchaus gewollt. Bei verschiedenen Durchfallerkrankungen haben sich Faserstoffe ebenfalls bewährt [1], um eine Verbesserung der Symptome zu bewirken. Sogar bei Leber- und Nierenerkrankungen können Faserstoffe nützlich sein, denn sie führen zu einer Absenkung des pH-Wertes im Darm und vermindern so die Freisetzung von Ammoniak, was wiederum den Stoffwechsel entlastet [2]. .


Geringer Faseranteil bei erhöhtem Energiebedarf

Nicht jeder Hund benötigt einen hohen Rohfasergehalt in seinem Futter. Die Versorgungsempfehlungen richten sich nach den verschiedenen Eigenschaften eines Hundes und sind insbesondere vom individuellen Energiebedarf und der Darmgesundheit abhängig. Im Normalfall ist ein mittlerer Rohfasergehalt von 2-4 % im Trockenfutter bzw. 0,5-1 % im Feuchtfutter bei jedem Hund empfehlenswert, um eine gesunde Verdauung zu gewährleisten. Besteht aber ein erhöhter Energiebedarf, sollte auf ein energiereicheres Futter mit hohem Fettgehalt und niedrigem Fasergehalt zurückgegriffen werden, um eine adäquate Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Ein zu hoher Anteil an Rohfaser würde hier die Futtermenge zu stark erhöhen und möglicherweise die Aufnahmekapazität überschreiten, und darüber hinaus wird die Verdaulichkeit anderer Nährstoffe herabgesetzt, für die ohnehin ein erhöhter Bedarf besteht.

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Wissenschaftliche Studien

[1] Dietary fiber in small animal therapeutics. Dimski DS, Buffington CA. J Am Vet Med Assoc. 1991 Nov 1;199(9):1142-6.
[2] Brown et al. (1998): Interventional nutrition for renal disease. Clin Tech Small Anim Pract. 13(4):217-23.