Hund hat plötzlich ständig Hunger – Gründe für die Futtergier, 4 Fakten und 5 Tipps

Ist dein Hund permanent auf der Suche nach Futter? Bettelt er dich ständig an oder nimmt er sich sogar das Futter vom gedeckten Tisch? Ob dein Hund aufgrund dieses Verhaltens tatsächlich hungrig ist, solltest du herausfinden. Den Unterschied zwischen Hunger und Appetit liest du in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Warum haben Hunde immer Hunger: 4 Fakten

Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen Hunger und Appetit.

Hunde haben ein Sättigungsgefühl.

Zu viel Futter gefährdet die Gesundheit deiner Fellnase.

Unterschiedliche Krankheiten oder Störungen im Magen-Darm-Trakt, etwa durch Parasiten oder Würmer, können ein Auslöser für das übermäßige Fressen deines Vierbeiners sein.

Hund frisst plötzlich viel mehr: Der Unterschied zwischen Hunger und Appetit

Hund hat immer Hunger

Tritt bei deinem Hund ein Energie- oder Nährstoffmangel in Erscheinung, verspürt er Hunger. Infolgedessen nimmt er Nahrung auf, um mangelbedingte Gefährdungen des Körpers abzuwenden. 

Appetit ist dagegen eine Folge von psychischen Mechanismen und keineswegs durch eine Mangelerscheinung bedingt. Da dein Vierbeiner bei der Nahrungsaufnahme ein positives Körpergefühl bekommt, speichert sein Gehirn diese Information und fordert es in bestimmten Situationen ein. In diesem Fall hat deine Fellnase Appetit.

Haben Hunde ein Sättigungsgefühl?

Können Hunde satt werden? Es kursieren unterschiedliche Mythen zum Sättigungsgefühl von Hunden im Netz. Die Vierbeiner werden darin meist zu Unrecht als gefräßige Nimmersatte bezeichnet. Sie können jedoch sehr wohl spüren, wenn sie satt sind. Auslöser für das Signal eines Sättigungsgefühls ist die Ausschüttung verschiedener Botenstoffe im Zwischenhirn.

Alter Hund hat ständig Hunger

Mit zunehmendem Alter kann sich das Verhalten deines Hundes ändern und ihn können diverse körperliche Probleme plagen. Eine deutliche Steigerung seines Appetits kann Bestandteil dieser Veränderungen sein.

Hund bettelt ständig nach Futter

Bettelgesten äußern sich bei deinem Hund, indem er dich oder bestimmte Gegenstände (z. B. den Napf) mit seiner Nase anstubst, seine Pfoten hochhebt, wimmert oder bellt. Bei einigen Hunden beobachtet man darüber hinaus ein stilles Betteln unter dem Tisch.

Hund will immer fressen: Ursachen für das Betteln

Bettelt dein Hund, kann dies aus unterschiedlichen Gründen erfolgen:

Häufig trainieren Hundehalter ihren Vierbeinern das Betteln unbewusst an. Sobald du dem bettlerischen Verhalten deines Hundes regelmäßig nachgibst, indem du ihm Leckerbissen zusteckst, förderst du es. Er merkt sich nämlich, dass du ihn aufgrund dieser Verhaltensweisen belohnst. Kommt er also stets zum Erfolg, wird er kontinuierlich mit dem Betteln weitermachen oder dich sogar noch intensiver bearbeiten, um an das erwartete Futter zu gelangen.

Teilst du die Tagesration deines Vierbeiners in mehrere Portionen ein, sollte bei ihm im Normalfall kein echter Hunger auftreten. Weist er hingegen einen großen Appetit auf, wird dein Vielfraß, egal, wie viel Futter du ihm gibst, stets nach mehr verlangen. Vor allem kastrierte Hunde zeigen häufig ein Bettelverhalten, da die hormonellen Veränderungen zu verstärktem Appetit führen können.

Futtergier beim Hund: Betteln von Anfang an unterbinden

Hund frisst aus Napf

Hunde lernen sehr schnell, wo, wann und von wem sie gefüttert werden. Deshalb solltest du deinem vierbeinigen Liebling bereits im Welpenalter klare Futtergewohnheiten und Regeln beibringen:

  1. Gib deinem Welpen sein Futter nur zu den von dir festgesetzten Mahlzeiten und zwischendurch lediglich für absolvierte Trainingseinheiten. So gewöhnt er sich nach und nach an feste Tageszeiten, in denen er sein Futter bekommt.
  2. Ignoriere von Anfang an jegliche Versuche deines Hundes, nach Futter zu betteln. Das mag vielleicht zur ein oder anderen herzzerreißenden Situation führen, aber sei dir deshalb umso mehr bewusst, dass eine konsequente Erziehung in deinem Verantwortungsbereich liegt. Dazu gehört auch, dass du deine potentiell gönnerhaften Nachbarn und Freunde mit ins Boot holst.
  3. Es ist jedoch keinesfalls notwendig, dass du deinem Vierbeiner das Fressen „vergrämst“. Sei daher nicht zu streng, weil er sich sonst zu einem schlechten Fresser entwickeln könnte.

Tipp: Die schlichte, aber dennoch goldene Regel lautet: Stecke deinem Hund nicht bei jeder Gelegenheit Futter oder Leckerlis zu.

Hund ist verfressen: Das Betteln wieder abgewöhnen

Hat sich das Betteln bei deinem Hund einmal als Gewohnheit etabliert, lässt es sich nur schwer wieder abtrainieren. Um seinen Futtertrieb zu bändigen, eignet sich entweder ein gezieltes Verhaltenstraining oder, dass du ein paar Tricks ausprobierst:

Lass deine Fellnase einen Teil ihres Futters spielerisch erarbeiten. Statt energiereicher Leckerlis kannst du somit ihr übliches Hundefutter verwenden, um sie für verschiedene Aufgaben beim Spaziergang zu belohnen. Damit förderst du nicht nur ihre Aktivität und folglich ihren Energieverbrauch, sondern stärkst deine Bindung zu ihr.

Hundetrainier empfehlen, den Hund während des Essens auf seinen Platz zu schicken. Du kannst deinen Hund auch am oder unter dem Tisch verweilen lassen. Sprich ihn aber nicht an; Aussagen wie „Nein, du bekommst nichts“, sind aus Sicht deines Hundes nur weitere Bestätigungen für sein Betteln.

Wie lange es letztlich braucht, um deinem Vierbeiner sein bettlerisches Verhalten abzugewöhnen, hängt davon ab, wie oft du ihn am Tisch fütterst. Hast du ihn über mehrere Jahre hinweg regelmäßig am Tisch gefüttert, wird erst einmal einige Zeit verstreichen müssen, bevor dein Hund akzeptiert hat, dass es nichts mehr gibt. 

Auf jeden Fall kommt es bei der Entwöhnung darauf an, dass du konsequent bleibst, das Betteln ignorierst und selbst in schwierigen Situationen nicht nachgibst. Denn dein Hund wird lernen, dass sein Betteln erfolglos bleibt und es somit nach und nach einschränken.

Hundefutter

Hund ist überfressen: Zu viel Futter schadet der Gesundheit

Belohnst du deinen Hund zwischen den Fütterungszeiten übermäßig mit Leckerlis und Snacks, kann dies zu einer Energieüberversorgung führen:

Berücksichtige, dass auch Kauartikel Energielieferanten sind. Gibst du deiner Fellnase zu viele davon, kann das ihre Gesundheit schädigen.

Führst du deinem Hund mehr Energie in Form von zu viel Futter oder Snacks zu als er benötigt, ist Übergewicht die Folge. Adipositas kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Sie erhöht das Risiko für die Entstehung anderer Erkrankungen wie Arthrose, Hautprobleme und Herz-Kreislauf-Störungen. Außerdem hat Übergewicht eine negative Auswirkung auf die Lebenserwartung deines Hundes.

Die Fütterung von Leckerlis oder Lebensmittelresten kann auch eine Fehlversorgung mit bestimmten Nährstoffen verursachen. Knochen beinhalten bekanntlich einen hohen Anteil an Kalzium. Übersteigt die zugeführte Kalzium-Menge den Bedarf deines Hundes, tritt eine Überversorgung mit möglichen gesundheitlichen Folgen in Erscheinung.

Beachte, dass einige Lebensmittel wie beispielsweise Schokolade, Weintrauben, Knoblauch oder Zwiebeln eine toxische Wirkung auf deinen Vierbeiner haben. Wir klären dich in einem anderen Artikel darüber auf, welche Lebensmittel du niemals an ihn verfüttern solltest.

Hund hat immer Hunger: Krankheit

Hunde haben immer Hunger

Die Ursache von übermäßigem Appetit bei Hunden kann in Einzelfällen auch eine Erkrankung sein:

Stoffwechselerkrankungen wie Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Morbus Cushing (Überfunktion der Nebennierenrinde) führen durch die Störung des hormonellen Gleichgewichts zu gesteigertem Appetit und Gewichtszunahme.

Störungen im Magen-Darm-Trakt (z. B. aufgrund einer Krebserkrankung) oder Parasiten– oder Wurmbefall im Darm können zu erhöhtem Appetit führen.

Eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse kann ebenso die Futtergier deines Hundes begünstigen.

In Fällen, die den Magen-Darm-Trakt betreffen, nehmen Hunde häufig trotz des gesteigerten Appetits ab.

Muss deine Fellnase bestimmte Arzneimittel wie kortisonartige Präparate oder Medikamente gegen Epilepsie einnehmen, hat sie oftmals einen intensiveren Futtertrieb. Gerade in diesen Fällen ist es besonders wichtig, dass du ihrem Futterbetteln nicht nachgibst, weil ihr dadurch entwickeltes Übergewicht andere Erkrankungen erschweren kann. Stattdessen raten wir zu einer bedarfsangepassten Futterzusammensetzung mit reduziertem Energieanteil.

Ist dein Hund plötzlich dauernd hungrig und es dir unmöglich, ihm seine Fresssucht wieder abzugewöhnen oder kommen gar weitere Symptome hinzu, solltest du deinen Tierarzt konsultieren.

Was tun gegen die Fresssucht? – 5 Tipps

Teile die Tagesration deines Hundes in mehrere Portionen ein und füttere ihn über den Tag verteilt, gleichmäßig und zu festen Tageszeiten.

Sei streng und ignoriere jegliches Betteln deines Vierbeiners. Das mag gerade am Anfang für dich und deinen Hund emotional belastend sein, aber auf lange Sicht wird er lernen, dass seine bettlerischen Gesten zu keinem Erfolg führen.

Verfüttere deiner Fellnase nicht zu viele Leckerlis und Snacks. Dies solltest du, wenn überhaupt, lediglich zu speziellen Anlässen tun, z. B. bei Trainingseinheiten.

Versuche, deinen Hund bereits ab dem Welpenalter an ein gesundes Fressverhalten ohne übermäßiges Schlingen zu gewöhnen.

Nutze Hundefutter, das aus hochwertigen Rohstoffen hergestellt und an die Bedürfnisse deines Vierbeiners angepasst ist. Wird er nicht ausreichend mit essentiellen Nährstoffen versorgt, treten Mangelerscheinungen auf, die sich auch in Form einer vermehrten Fresslust äußern können.

Hund will ständig fressen: Das richtige Futter

Durch die Fütterung eines geeigneten Futtermittels kannst du der Entstehung von übermäßigem Hunger und damit Betteln sowie Übergewicht vorbeugen. Wichtig ist, dass das Futter hinsichtlich des Energie- und Nährstoffgehalts an den Bedarf deines Hundes angepasst ist und seine individuellen Eigenschaften berücksichtigt. Mit der futalis Rationsberechnung erhält dein Vierbeiner genau die Menge an Futter, die er braucht.

Berechne zusätzliche Fütterungen mit Leckerlis oder Kauknochen möglichst in die Tagesration mit ein. Überschreiten Hunde ihr Idealgewicht, ist eine Anpassung des Futters erforderlich.

Achtung: Du solltest die Energieversorgung nicht über die Futtermenge regulieren. Vielmehr musst du die Futterzusammensetzung anpassen und die Energiedichte im Futter senken, um den Vitamin- und Mineralstoffbedarf deiner Fellnase weiterhin zu decken.

Für diese Anpassungen eignen sich spezielle Diätfuttermittel mit verringertem Energiegehalt, die einen reduzierten Fettanteil bei erhöhtem Rohfasergehalt aufweisen. Fütterst du deinen Hund mit energiereduziertem Futter, verbessert sich sein Sättigungsgefühl, obwohl die Energiezufuhr verringert wird.

Dich interessieren Futterthemen? Dann stöbere doch mal in diesen Artikeln: