Hund „Platz“ beibringen – 6 Tipps für ein erfolgreiches „Platz“ bei deinem Hund

Das Kommando „Platz“ ist nicht nur im Training, sondern auch im Alltag sinnvoll, um deinen Hund zur Ruhe zu bringen. Wie du deinem Hund „Platz“ beibringst und auf was du dabei alles achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Wie bringt man einem Hund „Platz“ bei? – 6 Tipps

Fange erst damit an, mit deinem Hund das Kommando „Platz“ zu üben, nachdem du ihm sicher das Kommando „Sitz“ beigebracht hast.

Gehe von Beginn an vorsichtig mit deinem Hund um und zwinge ihn niemals in eine bestimmte Position. Nur so kannst du eine vertrauensvolle Basis zwischen dir und deinem Hund aufbauen.

Belohne deinen Welpen nach einer erfolgreich umgesetzten Übung, um ihm das Lernen einfacher zu gestalten.

Verbinde ein Handzeichen in Form einer ausgestreckten flachen Hand, die in Richtung Boden zeigt, mit dem Ausruf des Kommandos „Platz“. Damit signalisierst du deinem Vierbeiner, dass er sich hinlegen soll.

Gib deinem Hund ein Auflösesignal, um ihm mitzuteilen, dass er das „Platz“ verlassen darf.

Sei geduldig sowie nachsichtig mit deinem vierbeinigen Begleiter, schimpfe nicht mit ihm, wenn einmal eine Übung scheitert und übertreibe es nicht mit dem Training. Denn für einen guten Lernprozess sind Erholungsphasen essentiell.

Was bedeutet „Platz“

Das Kommando „Platz“ gehört zu den grundlegenden Kommandos im Hundetraining und bildet einen wichtigen Baustein in einer konsequenten Hundeerziehung. Auf dein Signal hin soll sich dein Hund auf der Stelle hinlegen bis du ihm durch ein Auflösesignal anzeigst, wieder aufstehen zu dürfen.

Wie bringe ich meinem Welpen „Platz“ bei: Das Kommando aufbauen

Bevor du mit deinem Hund „Platz“ übst, sollte er das Kommando „Sitz“ problemlos beherrschen. Sorge vor den Trainingseinheiten stets dafür, dass ihr euch in einer entspannten und ablenkungsfreien Übungsatmosphäre befindet. Stelle zudem sicher, dass du einige Futterbelohnungen oder Belohnungen in Form von Spielzeug parat hast. Ohne diese wirst du keinen schnellen Lernprozess bei deiner Fellnase erzeugen können.

Dem Hund „Platz“ beibringen: Variante 1

  1. Bringe deinen Vierbeiner zunächst ins „Sitz“, da es für ihn in der Regel einfacher ist, sich vom „Sitz“ ins „Platz“ zu legen, als von einer stehenden Position.
  2. Sobald dein Hund sitzt, solltest du seine Konzentration auf das Futter lenken. Dazu führst du es nah an seinem Körper langsam in Richtung Boden.
  3. Deine Fellnase wird dem Futter folgen und sich hinlegen.
  4. In diesem Moment folgt dein Kommando „Platz“, gegebenenfalls ein Handzeichen  und die Belohnung für deinen Hund.
  5. Willst du, dass er ein Handzeichen mit dem „Platz“ verbindet, solltest du die sich nach unten bewegende Hand mit dem Futter nach mehreren erfolgreichen Übungen langsam zu einem Handzeichen umfunktionieren. Zeige darüber hinaus am Ende jeder Übung deine flache, ausgestreckte Hand in Richtung Boden.

„Platz“ üben: Variante 2

Welpen "Platz" beibringen

Steht dein Welpe immer wieder in dem Moment auf, wenn du die Belohnung zu Boden führst, solltest du eine zweite Variante des Trainingsaufbaus verfolgen:

  1. Setze dich hin und strecke ein Bein aus, sodass dein Ober- und Unterschenkel ein Tor bilden, durch das du deinen Welpen mit einem Leckerli hindurch locken kannst.
  2. Du solltest dein Bein so weit ausstrecken, dass sich dein Welpe hinlegen muss, um an sein Welpenfutter zu kommen.
  3. Wie in der ersten Variante, folgt in diesem Moment das Kommando „Platz“, dein Handzeichen und die Futterbelohnung.

Wichtig: Deine Hilfestellung durch dein ausgestrecktes Bein soll nur dazu dienen, dass sich dein Hund von selbst hinlegt, um das Leckerli zu erreichen. Drücke ihn auf keinen Fall nach unten! Denke immer daran, das „Platz“ positiv aufzubauen, damit es dein Hund später auch mit Freude zeigt.

Hund macht kein „Platz“: Häufige Fehler vermeiden

Wir empfehlen mit Nachdruck, dass du bereits am Anfang eures gemeinsamen Trainings darauf achtest, die üblichen Fehler zu vermeiden. Nur so kannst du garantieren, dass dein Hund das Kommando „Platz“ zukünftig zuverlässig ausführt:

Sorge dafür, dass deine Fellnase das neue Kommando spielerisch erlernt. Es ist keinesfalls sinnvoll, ihr die Vorderbeine wegzureißen und ihr anschließend das Kommando zu geben. So lernt sie nur, dass es unangenehm ist, sich vor dir hinzulegen. Später wird sie aufgrund dieser negativen Emotionen womöglich auch nur widerwillig in den „Platz“ gehen.

Motiviere dich und deinen Vierbeiner, gestalte kurze Trainingseinheiten und bringe bestenfalls viel Geduld für seinen Lernprozess mit. Du wirst sehen, sobald die Atmosphäre stimmt, wird dein Welpe das Kommando „Platz“ ganz schnell lernen.

Achtung: Beachte bei jedem Training, das du mit Futterbelohnungen unterstützt, die eingesetzte Futtermenge in die tägliche Ration mit einzuberechnen. Nutze daher zur Belohnung am besten Futterbröckchen aus dem normalen Futter. So kommt es zu keinen Nährstoffimbalancen, die das Wachstum deines Welpen schädigen können.

Damit dein Hund, sobald du mit ihm schwerere Übungen absolvierst, nicht eine Erwartungshaltung entwickelt, sofort aufzuspringen, wenn er dich sieht, solltest du immer wieder zu ihm zurückgehen und das „Platz“ auflösen. Rufe ihn bloß nicht aus dem „Platz“ heraus, solange er die Übung noch nicht reibungslos ausführen kann.

„Platz“ trainieren: Den Schwierigkeitsgrad steigern

Hund macht Platz

Vermittelt dir deine Fellnase den Eindruck, dass sie verstanden hat, was „Platz“ bedeutet und hört sie sicher auf deine Hand- und Hörzeichen, kannst du die Übung langsam schwieriger gestalten. Hier ein paar Vorschläge, wie du dabei vorgehen kannst:

Achtung: Erweitere den Schwierigkeitsgrad der Übungen in langsamen Etappen. Zugleich die Dauer und die Distanz zu steigern und dann auch noch außer Sicht zu gehen, wird deinen Hund überfordern und nicht zum gewünschten Lernerfolg führen.

Kommando „Platz“ richtig auflösen

Hund Platz beibringen

Wie bei allen Lerneinheiten solltest idealerweise du die Übung beenden sowie deine Signale auflösen und nicht dein Hund. Das heißt konkret:

Damit dein Hund nicht sofort wieder aus dem „Platz“ aufspringt, hältst du ihn am besten mit mehreren Leckerlis in der Hand bei Laune. Gib ihm zwei bis drei davon und beende die Übung mit deinem Auflösesignal.

Tipp: Ein Auflösesignal kann ein Wortsignal, wie „Lauf“, „Fertig“, „Ende“ oder „Okay“, eine Handbewegung oder beides kombiniert sein.

Ist dein Vierbeiner vorab unruhig gewesen und schon wieder aufgestanden, solltest du ihn noch einmal ansprechen (aber nicht mit ihm schimpfen!) und für ein erneutes Training motivieren. Zumindest ein erfolgreicher Abschluss einer Übung sollte dir gelingen, solange ihr noch ausreichend Energie zur Verfügung habt.

Haben du und dein Vierbeiner erhebliche Schwierigkeiten mit den Übungen, solltest du darüber nachdenken, woran dies liegen könnte. Übt ihr vielleicht schon zu lange? Haben zu viele Wiederholungen deine Fellnase müde gemacht? Ist die Ablenkung oder der Schwierigkeitsgrad zu hoch oder kann sich dein Hund gerade einfach nicht konzentrieren? Es ist stets wichtig, bei häufiger in Erscheinung tretenden Reibungen im Übungsablauf deinen Trainingsstil anzupassen oder neue Varianten auszuprobieren.

Welpe Platz beibringen
Beatrice Krist

Expertin für Hundezucht und Hundetraining Beatrice Krist

Beatrice Krist arbeitet als Hundetrainerin und ist Golden Retriever Züchterin. Für futalis schreibt sie regelmäßig über die Hundezucht, Hundeerziehung und Welpenbeschäftigung. Erfahre mehr über unsere Autorin!

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