Grannen beim Hund: Unterschätzte Gefahr

Grannen stellen eine potenzielle Gefahr für den Hund dar, die man als Hundehalter kennen sollte. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Grannen sind, wie Sie Ihren Hund schützen können und wie Sie erkennen, dass Ihr Hund betroffen ist.

Johanna Klickermann

Autorin Tierärztin Johanna Klickermann

Unsere Autorin Johanna Klickermann ist Tierärztin mit Leib und Seele. futalis profitiert von ihrer langjährigen Erfahrung mit Hundeerkrankungen und Ernährungsfragen aus der Kleintierpraxis sowie ihrem Wissen aus zahlreichen Fortbildungen. Erfahren Sie mehr über unsere Autorin!

“Die Gefahr, die von Grannen ausgeht, sollte nicht unterschätzt werden. Je besser die Hundehalter die Symptome einer Verletzung durch Grannen kennen, desto schneller kann dem Hund geholfen werden, um ernsthafte Folgen zu vermeiden.” – Johanna Klickermann –

Was sind Grannen?

Grannen umschließen die Samenkörner vieler Getreidesorten und Gräser. Sie laufen spitz zu, haben eine raue Oberfläche und sind mit kleinen Widerhaken besetzt. Durch diese Widerhaken bleiben die Grannen am Fell von Tieren oder auch an der Kleidung haften. Der Nutzen für die Pflanzen: Sie werden an andere Orte gebracht und können sich so in ihrer Umgebung verbreiten.

Grannen sind nicht nur auf Feldern, sondern auch auf Wiesen und an Wegrändern zu finden. Gerste hat besonders lange Grannen, Roggen hat mittellange Grannen, Weizen hat dagegen keine.

Besonders im späten Frühjahr und im Sommer, wenn die Ährenspitzen vertrocknet sind, fallen sie leicht herab, werden vom Wind verbreitet oder heften sich bei Berührung an. In dieser Zeit werden besonders viele Hunde, aber auch Katzen, in Tierarztpraxen mit Verletzungen durch Grannen vorgestellt. Doch warum können Grannen so gefährlich sein?

Grasgrannen beim Hund

Warum können Grannen zur Gefahr für Hunde werden?

Die Gefahr, dass sich ein Hund eine Granne zuzieht, ist an vielen Orten gegeben: An Wiesen, auf Feldern- oder Feldwegen und auf Wegrändern. Dabei können die Grannen bei Berührung der Ähren ins Fell gelangen, aber auch am Boden liegende Grannen können sich an die Pfoten heften. Sind die Grannen einmal im Fell, wird der Hund sie schwer wieder los. Durch die kleinen Widerhaken bewegen sich die Grannen nur in eine Richtung und können sich in die Haut des Hundes bohren. Durch Schütteln und andere Bewegungen des Hundes kann die Granne noch weiter ins Fell oder die Haut gelangen. Das macht Grannen so gefährlich.

Besonders betroffene Stellen am Körper des Hundes sind:

Haben sich die Grannen einmal in die Haut gebohrt, können sie für den Hund zur ernsten Gefahr werden. Grannen im Ohr können bis zum Trommelfell gelangen und dieses zerstören. Grannen in den Atemwegen können bis zur Lunge wandern, was bis zur Perforation der Lunge führen kann. Auch an anderen Stellen können Grannen Schmerzen, Abszesse und Infektionen verursachen. Zwar sind diese Extremfälle selten, dennoch sollten sich Hundehalter dieser Gefahr bewusst sein. Umso wichtiger ist es, die Symptome von zugezogenen Grannen zu kennen und seinen Hund in der „Grannenzeit“ bestmöglich zu schützen.

Symptome, die auftreten können, wenn Hunde von Grannen betroffen sind

Da Grannen Fremdkörper sind, will der Hund sie in der Regel wieder loswerden und zeigt dies in seinem Verhalten. Treten nach einem Spaziergang bei Ihrem Hund eines oder mehrere der folgenden Symptome auf, könnte eine Granne die Ursache sein:

Grannen entfernen

Stellen Sie eines der genannten Symptome bei Ihrem Hund fest, sollten Sie Ihren Hund erst einmal in Ruhe gründlich untersuchen.

Grannen im Fell des Hundes lassen sich recht einfach mit der Hand, einer Pinzette oder durch Bürsten entfernen. Sollten Sie jedoch feststellen, dass die Granne bereits festsitzt oder sich die betroffene Stelle entzündet hat, sollten Sie lieber einen Tierarzt aufsuchen. Vor allem bei Grannen im Ohr besteht die Gefahr, dass diese tiefer eindringen und das Trommelfell verletzen.

In einigen Fällen müssen Grannen endoskopisch oder operativ entfernt werden, daher sollten Hundehalter besser auf die Expertise ihrer Tierklinik bzw. ihres Tierarztes vertrauen.

Grannen beim Hund vorbeugen

Leider kann man trotz Vorsichtsmaßnahmen nie ausschließen, dass ein Hund von Grannen betroffen sein wird. Dennoch sollten Sie folgende Maßnahmen beherzigen, um das Risiko zu reduzieren:

Hund am hohen Gras: Grannengefahr

Zusammenfassung: Grannen beim Hund

Die Haut des Hundes ist sein größtes Organ und hat eine wichtige Schutzfunktion. Neben der regelmäßigen Fellpflege und der Kontrolle auf Grannen und Parasiten, sollte auch auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Mit einem bedarfsangepassten Hundefutter können Sie die Gesundheit Ihres Hundes unterstützen.

 

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