Leishmaniose beim Hund: Symptome, Lebenserwartung und Verlauf

Reist du gerne mit deinem Hund in wärmere Regionen oder interessierst dich für Hunde aus dem Mittelmeerraum? Dann solltest du über die Leishmaniose Bescheid wissen. Wir klären dich in diesem Artikel über die Erkrankung auf.

Inhaltsverzeichnis

Leishmaniose bei Hunden: 7 Fakten im Überblick

Was ist Leishmaniose?

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die Erreger der Spezies Leishmania auslösen:

Ist die Krankheit ansteckend?

Ursächlich für Leishmaniose ist eine Leishmanien-Infektion. Der Erreger benötigt für seinen Entwicklungszyklus einen Aufenthalt in einer Schmetterlings- bzw. Sandmücke. Da die Sandmücken warme Gebiete zum Leben bevorzugen, tritt die Leishmaniose natürlicherweise nur in diesen sogenannten endemischen Gebieten auf (Südeuropa, Mittel- und Südamerika sowie Naher Osten).

In einigen Gebieten Deutschlands sichtete man jedoch bereits vereinzelt Sandmücken. Es ist daher denkbar, dass sich die Mücken, auch angesichts des Klimawandels, vermehrt in Deutschland ausbreiten werden.

Übertragung auf andere Tiere

Die Übertragung der Leishmanien von einem infizierten auf ein gesundes Tier erfolgt vorwiegend nicht über den direkten Kontakt zwischen den Tieren, sondern indirekt, indem eine infizierte Sandmücke ein gesundes Tier sticht. 

Es kann aber auch vorkommen, dass sich dein Hund bei direktem Kontakt zu einem infizierten Tier mit einer Leishmaniose ansteckt. Zum Beispiel ist eine Übertragung der Erreger beim Deckakt, von der Mutter auf die Welpen während der Trächtigkeit oder über offene Wunden möglich.

Übertragung auf den Menschen

Kranker-Hund-in-Decke-eingewickelt

Auch Menschen können sich mit einer Leishmaniose infizieren, wenn eine Mücke sie sticht. Die Erkrankung zählt somit zu den Zoonosen. In Deutschland sind vor allem Hunde infiziert, die sich in der Vergangenheit in einem wärmeren Gebiet, häufig im Mittelmeerraum, aufgehalten haben oder aus wärmeren Regionen importiert worden sind. 

Insbesondere immungeschwächte Personen oder Kleinkinder können sensibel reagieren. Schwere Verläufe haben Organschäden oder eine Anämie (Blutarmut) zur Folge.

Symptome

Die Symptome einer Leishmaniose sind sehr variabel und können abhängig vom jeweiligen betroffenen Hund unterschiedlich schwerwiegend in Erscheinung treten. Eine Erkrankung beginnt oft mit unspezifischen Anzeichen wie

Wichtig: Von der Infektion mit dem Erreger bis zum Auftreten der ersten Symptome können Monate bis Jahre vergehen. Es wird dir deshalb womöglich schwerfallen, einen Zusammenhang zwischen einer ausgebrochenen Leishmaniose und einem Auslandsaufenthalt herzustellen. Es besteht zudem die Möglichkeit einer symptomlosen Erkrankung und die damit einhergehende Gefahr, dass sich die Krankheit unbemerkt verbreitet.

Im weiteren Verlauf der Leishmaniose kann es zu zusätzlichen Symptomen kommen:

Wie lange kann ein Hund mit Leishmaniose leben?

Simulierte-Leishmanien

Erkrankt dein Hund an Leishmaniose hat er eine Lebenserwartung von 1–3 Jahren, sofern du ihn nicht behandeln lässt. Selbst mit einer Behandlung ist der zukünftige Gesundheitszustand deines Vierbeiners schwer einzuschätzen, da die Erreger nicht vollständig eliminiert werden können.

3 Tipps zum Thema Leishmaniose

Falls du dich trotz der bestehenden Infektionsgefahr für einen Urlaub mit deinem Hund in den entsprechenden Regionen entscheidest, kannst du durch vorbeugende Maßnahmen (z. B. spezielle Halsbänder oder eine Impfung) das Risiko einer Infektion verringern.

Da die Leishmaniose eine chronische Erkrankung ist, die schubweise zu Beschwerden bei deinem Hund führen kann, solltest du ihn regelmäßig untersuchen lassen.

Je nach Therapie kann eine purinarme Ernährung eine sinnvolle Unterstützung für deinen Hund sein.

Diagnose

Hegt dein Tierarzt den Verdacht, dass sich dein Vierbeiner mit Leishmanien infiziert hat, wird er ihm Blut abnehmen und ihn untersuchen. Stellt er  dabei die typischen Veränderungen seiner Blutkörperchen fest, liegt die Vermutung nahe, dass sich dein Hund angesteckt hat.

Im Labor lassen sich die Leishmanien bzw. die Antikörper, die deine Fellnase gegen sie produziert, auch direkt feststellen.

Wichtig: Regelmäßig ausgeführte Kontrolluntersuchungen sind für deinen Hund lebensnotwendig. Nur so können du und dein Tierarzt bei einem erneuten Ausbruch der Leishmaniose rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten.

Therapie

Die Behandlung der Infektion erfolgt über eine medikamentöse Therapie, die sich gegen die Leishmanien richtet. Je nach Krankheitsbild kann dein Tierarzt die Zugabe weiterer Medikamente bzw. Behandlungsschritte verordnen.

Achtung: Die Kosten für eine Behandlung können sehr hoch ausfallen, je nachdem, wie schnell sich dein Hund von den Symptomen der Leishmaniose erholt.

Behandlung mit Allopurinol

Der in der Kleintiermedizin bei weitem am häufigsten eingesetzte Wirkstoff gegen Leishmaniose ist Allopurinol:

Vorsicht: Aufgrund der erhöhten Ausscheidung der Xanthine über den Harn können Harnsteine entstehen. Um das Risiko dieser Harnwegserkrankungen zu minimieren, solltest du die Ernährung deiner Fellnase anpassen.

Was füttern bei Leishmaniose? – Purinarme Ernährung

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Leidet dein Hund unter Leishmanien und erhält Allopurinol, raten dir unsere Tierärzte zu einer purinarmen Ernährung:

Alles, was du zur purinarmen Ernährung bei deinem Hund wissen solltest, findest du in einem weiteren Artikel. Ergreife vor allem die folgenden Maßnahmen, um die durch die Leishmaniose bedingten Beschwerden zu lindern:

Vorbeugung

Willst du mit deinem vierbeinigen Begleiter auf einen Mittelmeerurlaub gehen, kannst du die Gefahr einer Leishmanioseinfektion mittels verschiedenerlei Maßnahmen reduzieren:

Was kann futalis bei einer Leishmaniose deines Hundes für dich tun?

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Durch die bedarfsangepassten Rationen haben wir die Möglichkeit, die Fütterung deines Hundes ganz individuell auf ihn und seinen Nährstoffbedarf abzustimmen. 

Beim Befall mit Leishmanien achten wir auf eine purinarme Zusammensetzung, um der Entstehung von Harnsteinen vorzubeugen.

Johanna Klickermann

Autorin Tierärztin Johanna Klickermann

Unsere Autorin Johanna Klickermann ist Tierärztin mit Leib und Seele. futalis profitiert von ihrer langjährigen Erfahrung mit Hundeerkrankungen und Ernährungsfragen aus der Kleintierpraxis sowie ihrem Wissen aus zahlreichen Fortbildungen. Erfahre mehr über unsere Autorin!

„Setze bei einem Befall mit Leishmanien und einer Behandlung mit Allopurinol hochwertige purinarme Proteinquellen ein, z. B. ein gekochtes Ei, das du deinem Hund ein- bis zweimal pro Woche geben kannst.“ – Johanna Klickermann –

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