Was dürfen Hunde nicht fressen? – 30 Lebensmittel, die du nicht anrühren solltest

Welche Lebensmittel vertragen Hunde nicht? Ab welcher Dosis können bestimmte Lebensmittel für Hunde lebensbedrohend sein? Was darf der Hund nicht essen? Wie verhalte ich mich in einem Notfall? Alles, was du darüber wissen solltest, erklären wir dir in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Was dürfen Hunde nicht essen? – 30 Lebensmittel

Giftige Lebensmittel für Hunde – wichtige Vorabinformationen

Nicht alle Lebensmittel, die für den Menschen geeignet sind, sind auch für deinen Hund gesund. Da sich unser Stoffwechsel wesentlich von dem deines Hundes unterscheidet, können einige Lebensmittel, die für uns schmackhaft sind, bei Hunden zu ernsthaften Vergiftungserscheinungen führen.

Bietest du deiner Fellnase ungeeignete Lebensmittel an oder frisst dein Hund solche, wenn du nicht anwesend bist, gilt: „Die Dosis macht das Gift“. Während kleine Mengen ungefährlich oder sogar gesund sein können, kann eine höhere Menge zu schweren Problemen führen oder sogar tödlich sein.

Was ist giftig für Hunde? – Süßes für deinen Hund

Willst du deinem Vierbeiner den leckeren Genuss von zucker- oder süßstoffhaltigen Lebensmitteln gönnen, sind vor allem Schokolade und die Süßstoffe Xylit und Birkenzucker tabu.

Hunde und Schokolade

Schokolade wird bekanntlich mit Kakao hergestellt, der Theobromin enthält. Das Alkaloid wirkt auf den Menschen ähnlich wie Koffein. Hunde können es allerdings nicht aufspalten und verwerten. Nimmt dein Vierbeiner kakaohaltige Nahrungsmittel auf, sind Kreislaufbeschwerden, Verdauungsprobleme und Zittern die Folge.

Eine tödliche Dosis Theobromin liegt zwischen 100 und 300 mg/kg Körpergewicht. Wie viel des giftigen Wirkstoffes in einer Tafel Schokolade enthalten ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da der Theobromingehalt von der Schokoladensorte abhängt. Als Faustregel lässt sich aber sagen: Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin ist enthalten und desto gefährlicher ist der Konsum für deinen Hund:

Schokolade-giftig-für-Hunde

Durch den Verzehr einer 100 g-Tafel Bitterschokolade wären kleinere Hunderassen, Welpen und Junghunde aller Rassen lebensbedrohlich gefährdet. Bei einem Chihuahua reicht bereits die Hälfte der Tafel.

Xylit (Birkenzucker) und Hunde

Nachdem wir Menschen zuckerhaltige Nahrungsmittel zu uns genommen haben, kommt es nach und nach aufgrund der Insulinausschüttung zu einem Abfall des Zuckerspiegels. Auch bei Tieren regelt das Insulin den Blutzuckerspiegel. Hinsichtlich des Verzehrs des Süßstoffes Xylit oder Birkenzucker unterscheiden wir uns jedoch von unseren vierbeinigen Begleitern.    

Die Einnahme von Xylit führt bei uns Menschen zu keinen größeren Stoffwechselvorgängen. Bei deinem Hund führt die Einnahme jedoch zu einer übermäßigen Produktion von Insulin. Dieses Zuviel an Insulin kann deine Fellnase innerhalb kürzester Zeit vergiften:

Dürfen Hunde Nüsse essen?

Bevor du deinem Hund mal schnell einen gesunden Snack in Form von ein paar Nüssen gibst, solltest du zuerst prüfen, ob dein Hund auf eine bestimmte Nusssorte allergisch reagiert oder du gerade im Begriff bist, deinem vierbeinigen Liebling eine giftige Mischung zu verabreichen.

Erdnüsse, Walnüsse & Co.: Essbare Nusssorten

Sofern du keine allergischen Reaktionen beobachtest, dein Hund gesund ist und die Nüsse nicht von Schimmelpilzen befallen sind, bieten sich folgende Nusssorten für deine Fellnase an:

Macadamia-Nüsse, Fruchtkerne & Co.: Giftige Nusssorten

Nicht jede Nuss eignet sich für deinen Hund. Die folgenden Sorten können sogar zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen:

Macadamia-Nüsse-für-Hunde-giftig

Koffein und Hunde

Kaffee, grüner/schwarzer Tee, Cola, Mate und andere koffeinhaltige Getränke sind für deinen Hund hochgradig giftig. Da Koffein oder Tein von Hunden nicht verstoffwechselt werden kann, bleibt der Giftstoff lange Zeit im Blut deines Vierbeiners und verursacht:

Nikotin

Nikotin ist pures Gift für deinen Hund. Schon 5 bis 25 g getrockneten Tabaks (je nach Körpergewicht) können für deine Fellnase tödliche Auswirkungen haben. Eine einzige Zigarette enthält bereits 1 g des toxischen Stoffes. Besonders Welpen und Jungtiere sind gefährdet. In diesem Alter sind Hunde besonders neugierig und kauen bzw. fressen oft alles, was sie finden.

Eine große Gefahr geht auch von Aschenbechern aus, die du womöglich unachtsam platzierst. Auch wenn dein Hund aus einer Pfütze trinkt, in der Zigarettenreste schwimmen, können bereits Vergiftungserscheinungen auftreten. Symptome einer Nikotinvergiftung sind:

Wenn du beobachtest, dass dein Hund Zigaretten(-stummel) verschluckt hat, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen, um Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Achtung: Die Folgen einer Nikotinvergiftung müssen nicht immer offensichtlich sein. Gerade Langzeitbelastungen durch regelmäßig passiv aufgenommenen Zigarettenrauch können gesundheitliche Auswirkungen haben. Genau wie beim Menschen, können sich Krankheiten wie Asthma, Bronchitis und Krebs auch noch nach Jahren ausbilden.

 Da die Nase deines Hundes weitaus leistungsfähiger als die deinige ist, nehmen sie den Geruch des Zigarettenqualms auch stärker wahr und fühlen sich dadurch unwohl. Daher solltest du beim „Nichtraucherschutz“ auch auf Hunde Rücksicht nehmen – denn sie sind für die Folgen der Nikotinbelastung noch anfälliger als der Mensch!

Beerenfrüchte

Nicht jede Beerenfrucht ist ungesund für deinen Hund. In Maßen verabreicht sind Himbeeren, Cranberries, Heidelbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren sogar regelrechte Vitaminbomben für deinen Vierbeiner und fördern seine Gesundheit. Allerdings begünstigen nicht alle Beerenfrüchte eine vitale Entwicklung deiner Fellnase. Die nachfolgend aufgezählten Beerenfrüchte bringen sogar, nachdem dein Hund sie verzehrt hat, eine hochgradig giftige Wirkung mit sich.

Avocado und Hunde

Avocados, mitsamt ihrem Stamm, ihrer Haut, Rinde und Blätter sowie Avocadokerne enthalten Persin. Dieser Giftstoff wirkt bei deinem Hund toxisch und kann zu tödlichen Herzmuskelschäden führen. Weitere mögliche Folgen einer Aufnahme sind:

Avocado-für-Hunde-giftig

Auch wenn das Fruchtfleisch von Avocados eine geringere Menge an Persin aufweist, kann der Verzehr zu Problemen führen. Der hohe Fettgehalt der Avocadofrucht kann Durchfall oder Erbrechen hervorrufen. Ein verschluckter Avocadokern ist nicht nur giftig für Hunde, sondern kann zudem Probleme durch einen Darmverschluss nach sich ziehen.

Warum dürfen Hunde keine Weintrauben und Rosinen essen?

Weintrauben mit oder ohne Kerne und Rosinen sind regelrechtes Gift für deinen Hund. Nach dem Verzehr der süßen Früchte kann dein Hund unter den folgenden Reaktionen leiden:

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Bei einer hohen Dosierung kann die Aufnahme ein Nierenversagen verursachen und sogar tödlich verlaufen. 

Warum darf ein Hund keine Rosinen essen? Besonders Rosinen sind hochgiftig, weil sie den toxischen Stoff konzentriert enthalten. Es ist jedoch wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen, ab welcher Menge Rosinen tödlich sind. Bisher gibt es nur Schätzungen amerikanischer Wissenschaftler, die besagen, dass 11,6 g Weintrauben pro kg Körpergewicht lebensgefährliche Vergiftungen verursachen können.

Zwiebeln, Knoblauch und Hunde

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Zwiebelgewächse wie Lauch, Zwiebeln und Knoblauch haben ebenfalls eine toxische Wirkung auf deinen Hund. Diese enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen angreifen und zerstören. Tritt dieser Fall ein, erleiden Hunde eine lebensbedrohliche Anämie (Blutarmut). 

Obwohl in Zwiebeln ein höherer Giftgehalt als im Knoblauch vorliegt, ist die Verwendung von Präparaten auf Knoblauch-Basis zur Bekämpfung von Parasiten nicht zu empfehlen. 5 g Knoblauch je kg Körpergewicht reichen aus, um bei deinem Vierbeiner eine Vergiftung hervorzurufen. Diese Menge entspricht etwa zwei frischen Knoblauchzehen.

Dürfen Hunde Paprika und andere Nachtschattengewächse essen?

Rohe Nachtschattengewächse wie (keimende) Kartoffeln, Auberginen, Tomaten und Paprika enthalten den giftigen Stoff Solanin. Besonders die grünen Pflanzenteile weisen den Stoff konzentriert auf. Nimmt dein Hund den Giftstoff auf, können folgende Symptome in Erscheinung treten:

Dürfen Hunde Eier essen?

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Die Fütterung von hartgekochten Eiern ist möglich. Hühnereier sind reich an Nährstoffen und essentiellen Aminosäuren, die die Bildung von Körper- und Muskelzellen unterstützen und für den Stoffwechsel von großer Bedeutung sind. 

Rohe Hühnereier sind jedoch ein Tabu im Napf. Das Eiklar enthält Avidin und Trypsininhibitoren. Beide Stoffe behindern die Verdauung wichtiger Nährstoffe und führen so zu Fehlversorgungen.

Dürfen Hunde Käse essen und Milch trinken?

Auch Hunde haben häufig mit Laktoseintoleranz zu kämpfen. Eine Unverträglichkeit gegenüber Milchprodukten tritt insbesondere bei adulten Hunden auf, da die Aktivität des Enzyms Laktase, das für die Spaltung des in Milcherzeugnissen enthaltenen Milchzuckers (Laktose) verantwortlich ist, mit zunehmendem Alter sinkt. Ältere Semester verdauen die aufgenommene Laktose nicht mehr so gut oder gar nicht mehr, die daher in den Dickdarm gelangt. Fehlgärungen und Verdauungsprobleme sind die Folge. 

Am Beispiel der Milch lässt sich festhalten, dass eine Tagesmenge von max. 20 ml pro kg Körpergewicht als verträglich gilt und nicht überschritten werden sollte. Bei Kondensmilch sollte dein Hund aufgrund des erhöhten Laktosegehaltes nicht mehr als 10 ml pro kg Körpergewicht erhalten. 

Andere Milchprodukte wie Joghurt oder Quark werden hingegen auch bei Magenproblemen eingesetzt, sind jedoch auch nur in begrenzten Mengen gesundheitsförderlich. Laktosehaltiger Käse oder Sahne können wie andere Milchprodukte zu folgenden Beschwerden führen:

Milch-für-Hunde

Bemerkst du, dass sich dein Hund nach dem Verzehr von Milchprodukten unwohl fühlt, solltest du die Produkte zukünftig von seinem Speiseplan streichen.

Rohe Hülsenfrüchte und Hunde

Rohe Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen enthalten Phasin. Dieser giftige Stoff hemmt die Proteinbiosynthese im Dünndarm und verklumpt die roten Blutkörperchen. Zu viel aufgenommenes Phasin kann demnach lebensbedrohend für deinen Hund sein.

Dürfen Hunde Leber fressen?

Die gekochte Leber liefert Vitamin A, und ist somit eine natürliche Nährstoffquelle. Eine Zufuhr in kleinen Mengen ist unbedenklich. Bei einer bedarfsüberschreitenden Fütterung von Leber oder Lebertran kann jedoch eine Hypervitaminose (Überversorgung) auftreten. Diese kann eine Reihe von Symptomen und Reaktionen auslösen:

Rohe-Leber-für-Hunde

Sei deshalb sparsam, wenn du deinen Hund mit gekochter Leber versorgen willst. 

Warum dürfen Hunde keine Leber essen? Verzichte darauf, deinem Vierbeiner rohes Fleisch, insbesondere rohes Schweinefleisch, als Futterquelle zu geben. Tust du dies nicht, setzt du deinen Hund der Gefahr aus, sich mit Salmonellen, Viren und anderen Krankheitserregern zu infizieren.

Knochen und Hunde

Obwohl ein Hund ohne Knochen im Maul für viele nicht vorstellbar ist, solltest du davon absehen, deinen Hund mit Knochen zu versorgen. Vor allem Röhrenknochen von Huhn und Wild sowie gekochte Knochen stellen wegen der Splittergefahr ein hohes Verletzungsrisiko dar. Zu den weiteren Risiken zählen:

Knochen-für-Hunde

Dürfen Hunde Kohlrabi essen?

Die Fütterung von rohem Kohl kann bei deinem Hund zu Blähungen und Bauchkrämpfen führen, da die enthaltenen Disaccharide nur schwer verdaulich sind.

Was dürfen Hunde essen? 10 Lebensmittel, die dein Hund fressen kann

Dürfen Hunde Erdbeeren & Co. essen? 5 Obstsorten für deinen Hund

Dürfen Hunde Kartoffeln & Co. essen? 5 Gemüsesorten für deinen Hund

Kartoffeln-für-Hunde

Um deinen Hund ausgewogen zu ernähren, solltest du dich allerdings weniger an dem orientieren, was für uns Menschen gesund sein kann, sondern dir ein Hundefutter von Experten zusammenstellen lassen, das an die individuellen Bedürfnisse deines Hundes angepasst ist. Gerade der einzigartige Nährstoffbedarf deines Vierbeiners ist auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich und von sehr viel mehr Faktoren abhängig als du vielleicht vermutest.

Hund hat eine Vergiftung: Was ist im Notfall zu tun?

Dein Hund hat Schokolade oder andere Lebensmittel gefressen, die sich nicht für ihn eignen? In unseren Checklisten siehst du, was du im Notfall tun solltest. Reagiere am besten sofort nach der Aufnahme giftiger Lebensmittel und warte nicht, bis Vergiftungserscheinungen auftreten.

Checkliste: So gehst du bei einer Vergiftung deines Hundes vor

  1. Bewahre Ruhe und schaffe eine ruhige und sichere Umgebung für deinen Hund.
  2. Rufe bei deiner Tierarztpraxis oder dem tierärztlichen Notdienst an und informiere bereits vor der Fahrt zum Tierarzt das Praxisteam.
  3. Informiere deinen Tierarzt, was und wie viel Gramm des verbotenen Lebensmittels dein Hund aufgenommen hat.
  4. Hebe, wenn möglich, die Verpackung des Lebensmittels auf (vor allem bei Schokolade und anderen Süßigkeiten, um die Zusammensetzung prüfen zu können).
  5. Bitte deinen Tierarzt um eine Einschätzung der Situation.
  6. Fahre, wenn nötig, schnellstmöglich zum Tierarzt oder in die Tierklinik.
  7. Löse nicht selbst, ohne Beratung durch den Tierarzt, ein Erbrechen des Hundes aus.

Checkliste: Mögliche Vergiftungserscheinungen

Checkliste: Vergiftungen vorbeugen

Beuge möglichen Vergiftungen deines Hundes vor, indem du verschiedene Maßnahmen ergreifst:

Tipp: Trainiere mit deinem Hund ein sogenanntes Abbruchsignal, damit er seine Handlung (z. B. das Aufnehmen von Lebensmitteln) durch dein Kommando unterbricht. Du solltest ebenfalls das „Aus“ trainieren, sodass deine Fellnase Dinge, die sie im Fang hat, wieder herausgibt. Bereitet dir das Training Kopfschmerzen, beraten dich gute Hundetrainer gern zum Übungsaufbau.

futalis Autorin Maria Hänse

Autorin Tierärztin Dr. Maria Hänse

Dr. Maria Hänse hat Veterinärmedizin studiert, war mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig tätig und widmet sich nun der Weiterentwicklung des futalis® Ernährungskonzeptes. Erfahre mehr über unsere Autorin!

„Nicht jedes Lebensmittel, das sich für den Menschen eignet, ist auch für deinen Hund gesund. Alle hier aufgezählten Lebensmittel solltest du ausdrücklich nicht an deinen Hund verfüttern, auch wenn bei bisheriger Gabe keine Vergiftungserscheinungen aufgetreten sind. Denn eine fortdauernde Fütterung kann Langzeitschäden hervorrufen, die nicht immer leicht zu erkennen sind.“ – Dr. Maria Hänse –

Was du unbedingt noch zu Vergiftungen bei Hunden wissen solltest, liest du in diesen Artikeln: