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futalis Ernährungskonzept

Chihuahua Krankheiten

Der Chihuahua verdankt seinen Namen der gleichnamigen Provinz in Mexiko, wo er bereits vor über tausend Jahren gehalten wurde. Auch wenn die Herkunft des Chihuahuas nicht vollständig geklärt ist, leben im Ort Chihuahua noch heute kleine Wildhunde, von denen die Rasse abzustammen scheint. Im 19. Jahrhundert wurde der Chihuahua in den USA und später auch in Europa bekannt. Heute gilt der Hund mit dem charakteristischen Apfelkopf und den abstehenden Ohren als kleinste Rasse der Welt. Mit ihrer lebhaften Art und dem unverwechselbaren Erscheinungsbild sind sie beliebte Familienhunde.

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Prädispositionen für ernährungsrelevante Krankheiten

Zahnerkrankungen


Aufgrund der besonderen Kopfform des Chihuahuas gibt es bezüglich der Zahnanordnung und -stellung deutliche Unterschiede zu anderen Hunderassen. Die Folge sind Zahnfehlstellungen, welche einen verminderten Abrieb beim Kauen und somit eine Zahnsteinbildung fördern.

Beim Chihuahua ist die häufigste Zahnfehlstellung ein zu eng stehender Unterkiefercaninus. Als Canini werden die Eck- oder Fangzähne des Hundes bezeichnet. Diese können auch den Oberkiefer ungünstig beeinflussen, weshalb beim Vorliegen dieser Fehlstellung eine kieferorthopädische Behandlung frühzeitig eingeleitet werden sollte.

Ein weiteres rassetypisches Problem des Chihuahuas ist die Milchzahnpersistenz. Hierbei sind die Milchzähne noch vorhanden, obwohl die bleibenden Zähne bereits nachschieben. In diesem Fall sollten die Milchzähne vom Tierarzt extrahiert werden, da eine Michzahnpersistenz unbehandelt chronische Entzündungen im Bereich des Kiefers und der Maulschleimhaut hervorrufen kann. Durch einen verbleibenden Milchzahn kann es außerdem zu schwerwiegenden Veränderungen des bleibenden Zahnes kommen. Außerdem ist eine Zahnfehlstellung mit entsprechenden Folgen zu erwarten.

Sowohl Gebissfehlstellungen als auch persistierende Milchzähne führen, oft zusammen mit einer verminderten Kauaktivität, zur vermehrten Zahnsteinbildung. Die Folgen sind Zahnfleischentzündungen, eine Schädigung des Zahnhalteapparates sowie im schlimmsten Falle der Zahnverlust.


Zahnerkrankungen vorbeugen

Das effektivste Mittel, um Zahnstein vorzubeugen, ist das tägliche Zähneputzen. Der Hund sollte am besten bereits im Welpenalter an Zahnbürste und Zahnpasta gewöhnt werden. Dabei sollten besondere, weiche Hundezahnbürsten und spezielle wohlschmeckende Hundezahnpasta verwendet werden. Zahnpasta für Menschen ist für den Hund hingegen nicht geeignet. Mit viel Lob wird das Zähneputzen eine sehr angenehme Erfahrung für den Hund.

Durch eine gezielte Fütterung kann die Bildung von Zahnstein vermindert werden. Textur und Konsistenz spezieller Trockenfutterkroketten können einen stärkeren mechanischen Abrieb an den Zähnen hervorrufen und so helfen die Zahnoberfläche zu säubern (SAMUELSON 1991). Auch ein erhöhter Fasergehalt sorgt für einen stärkeren mechanischen Abrieb. Weiterhin können Zusätze wie Polyphenole und Zinksalze das Wachstum der Bakterien, welche an der Zahnsteinbildung beteiligt sind, hemmen (HU et al. 2010). Ätherische Öle wirken antibakteriell, sollten jedoch aufgrund der Verträglichkeit nur in geringem Maße eingesetzt werden. Studien beweisen beispielsweise für Eukalyptusöl eine starke antibakterielle Wirkung, die sogar über dem sonst üblichen Maulhöhlenantiseptikum Chlorhexidin liegt (RASOOLI et al. 2009).


Harnsteine


Als Urolithiasis wird die Bildung von Harnsteinen im Harntrakt bezeichnet. Dabei gibt es verschiedene Arten von Harnsteinen, die gebildet werden können. Als Ursache kommen je nach Art des Harnsteins sowohl genetische als auch ernährungsbedingte Ursachen in Frage. Aber auch stoffwechselbedingte Erkrankungen sowie Infektionen des Harnapparates können eine Rolle spielen. Die Urolithiasis äußert sich in Symptomen, die einer Blasenentzündung ähneln. So sind bei einem erkrankten Hund blutiger Urin, häufiger Harndrang und Schmerzen beim Harnabsatz zu beobachten. Besonders beim Rüden können Harnsteine im schlimmsten Fall zu einer Verlegung der Harnröhre führen.

Der Chihuahua neigt aufgrund eines Gendefektes insbesondere zur Bildung von Uratsteinen. Diese Art von Harnstein bildet sich vor allem bei einem sauren pH-Wert des Urins. Da der pH-Wert des Urins durch die Futterzusammensetzung beeinflusst wird, kann mithilfe einer angepassten Fütterung die Bildung von Harnsteinen herabgesetzt werden (NEIGER 2007). Die Zugabe von Kaliumzitrat oder Natriumbikarbonat bewirkt eine Alkalisierung, also eine Erhöhung des Harn-pH-Wertes und somit eine Verminderung der Uratsteinbildung. Nicht zuletzt sollte eine erhöhte Wasseraufnahme forciert werden, um das Harnvolumen zu steigern und somit der Harnsteinbildung entgegenzuwirken.

Fütterungsseitig sollte auf eine bedarfsgerechte moderate Proteinzufuhr geachtet werden. Dabei sollten bevorzugt purinarme Proteinquellen wie Muskelfleisch, Milch- und Eiprodukte gewählt werden (PORTER, 1963). Andere Proteinträger wie Innereien (Leber, Niere) und bestimmte Fischarten (Sardinen, Sardellen) werden vermieden, da diese einen hohen Puringehalt aufweisen und somit eine Uratsteinbildung begünstigen.


Diabetes mellitus


Diabetes ist beim Mensch wie auch beim Hund mittlerweile weit verbreitet und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Chihuahua zeigt im Vergleich zu anderen Hunderassen ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Es handelt sich hierbei um eine Stoffwechselstörung, bei der entweder zu wenig Insulin produziert wird (Typ 1) oder die Wirkung des Insulins herabgesetzt ist (Typ 2). Da der Blutzuckerspiegel über das Insulin kontrolliert wird, ist ein erhöhter Wert die Folge. Als mögliche Risikofaktoren kommen Übergewicht, die genetische Veranlagung sowie vorangegangene Entzündungs- oder Stoffwechselkrankheiten in Frage (SCHWARZ und SCRIBA 1969). Diabetes äußert sich zunächst in Symptomen wie starkem Durst, häufigem Harndrang, Müdigkeit oder Gewichtsverlust bis hin zur Hornhauttrübung. Es ist aber auch ein zunächst relativ symptomfreier Verlauf möglich. Die Erkrankung kann unbehandelt langfristig zu schweren körperlichen Schäden führen, da insbesondere die Blutgefäße und Nieren stark belastet werden.

Neben der regelmäßigen Insulininjektion ist es wichtig, die Therapie durch diätetische Maßnahmen zu unterstützen. Ein Ziel ist es, die Glukoseanflutung nach der Fütterung zu limitieren. Deshalb sollten zuckerhaltige Futtermittel mit schnell verfügbaren Kohlenhydratquellen (Mono- und Disaccharide) vermieden werden. Komplexere Kohlenhydrate wie Stärke können hingegen beim Diabetiker eingesetzt werden, da die Glucosefreisetzung hier nur sehr langsam erfolgt. Als geeignete Komponenten können Reis, Kartoffeln, Nudeln, Mais, Tapioka, Hirse und Getreide genutzt werden. Generell sollte das Futter jedoch einen Stärkeanteil von 50 % in der Trockensubstanz nicht überschreiten. Da Fasern die Absorption von Glucose aus dem Darm verlangsamen, können in einer angepassten Ration Fasergehalte über 5 % verwendet werden (HERBACH 2012). Als rohfaserreiche Futtermittel eignen sich Guar, Weizenkleie und Zellulose. Um die Energiezufuhr sicherzustellen, können als Alternative oder in Ergänzung zu komplexen Kohlenhydraten hochwertige Fette eingesetzt werden. Insgesamt sollte das Futter eine konstante Zusammensetzung mit geeigneten Komponenten aufweisen, um den Insulinbedarf nicht zu variieren. Weiterhin sollte die Fütterung möglichst in mehreren kleinen Mahlzeiten zu festgelegten Uhrzeiten erfolgen.


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Quellen:

Samuelson, Amy C., and G. R. Cutter. "Dog biscuits: an aid in canine tartar control." The Journal of Nutrition 121.11 Suppl (1991): S162-S162.
Rasooli et al. (2009): The effect of Mentha spicata and Eucalyptus camaldulensis essential oils on dental biofilm. Int J Dent Hyg. 7(3): 196-203
Hu et al. (2010): The effects of a zinc citrate dentrifice on bacteria found on oral surfaces. Oral Health Prev Dent. 8(1): 47-53
Neiger, Reto. "Harnsteine beim Hund: Epidemiologie und Klinik." 4. Gießener Wintersymposium: 38.
Porter, P. "Urinary calculi in the dog: II. Urate Stones and Purine Metabolism." Journal of Comparative Pathology and Therapeutics 73 (1963): 119-135.